aktualisiert: 06.07.2012 17:24
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DWS Global Growth im Check: Suche nach Wachstum

Nils Ernst, (DWS)
Interview Exklusiv
Beim DWS Global Growth sind die Grenzen zwischen Wachstums- und Substanzwerten (Growth/Value) fließend. Fondsmanager Niels Ernst erklärt, warum.
€uro am Sonntag

von Andreas Hohenadl, €uro am Sonntag

Er steht ein wenig im Schatten von Fondsdickschiffen wie dem DWS Top Dividende oder dem DWS Akkumula. Doch an seiner Qualität liegt das nicht. Seit Auflage im November 2005 hat der Global-Growth-Fonds der Deutsche-Bank-Tochter DWS seinen Vergleichsindex, den MSCI All Cap, um 24 Prozentpunkte geschlagen. Verantwortlich für die Anlage­entscheidungen ist seit dem Start Fondsmanager Nils Ernst.

€uro am Sonntag: Sie managen einen Fonds für globale Wachstumswerte. Wo werden Sie fündig? Nils Ernst: Zunächst einmal suche ich Unternehmen, die überdurchschnittliches Wachstum beim Umsatz wie beim Gewinn aufweisen. Fündig werde ich dabei in drei Bereichen: bei Unternehmen in den ­Industrieländern, die erfolgreich in Nischenmärkten agieren. Ein gutes Beispiel ist der deutsche Dialysespezialist Fresenius Medical Care. Daneben suche ich Unternehmen, die einen bedeutenden Teil ihres Umsatzes in Schwellenländern erwirtschaften. Und als dritte Gruppe wachstumsstarke Firmen aus den Emerging Markets.

Dabei fällt auf, dass Sie Titel im Portfolio haben, die auch in vielen ­Value-Fonds vertreten sind, etwa den Luxusgüterkonzern LVMH.
Die Unterscheidung zwischen Value und Growth ist heute in vielen Fällen obsolet. Denn durch den wirtschaftlichen Aufstieg der Schwellenländer können sich immer mehr Menschen dort westliche Produkte und verstärkt auch Luxusgüter leisten. Das wiederum sorgt bei Konzernen wie LVMH, die im Wachstumszyklus eigentlich zu den „reifen“ Unternehmen zählen, für eine neue Wachstumsstory.

Wie wichtig sind die Schwellenländer generell in Ihrem Fonds?
Mit rund 20 Prozent Anteil sind sie in unserem Portfolio überdurchschnittlich hoch gewichtet, verglichen mit anderen globalen Aktienfonds. Ich gehe aber davon aus, dass mittel- bis langfristig der Schwellenländeranteil von Fonds in unserer Vergleichsgruppe zunehmen wird.

Weshalb?
Wo soll denn noch Wachstum herkommen, wenn all die hoch verschuldeten Industrienationen auf die Bremse treten? Zudem muss man sehen, dass Staaten wie Brasilien und China keine klassischen Emerging Markets mehr sind. Durch die Globalisierung haben sie in den vergangenen Jahren zu den Industrieländern aufgeschlossen. Nun rücken Wachstumsmärkte wie Indonesien oder die Türkei in den Blickpunkt.

Wie beeinflusst die Eurokrise Ihre Anlageentscheidungen?
Für mich ist es kein Ansatz, die Portfolioaufstellung vom Ausgang einer einzigen Makrowette abhängig zu machen: Zerbricht der Euro oder nicht? Ich sehe, dass Wachstums­titel derzeit im langjährigen Vergleich unterbewertet sind. Das macht einen Einstieg dort attraktiv.

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