12.10.2012 03:00
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Pioneer Investment-Strategen: Jetzt wird gehandelt

Evi Vogl, Pioneer Investment
Interview Exklusiv
Die Geschäftsführung der Fondsgesellschaft Pioneer Investment gibt im Interview mit Euro am Sonntag einen Einblick, was die großen institutionellen Investoren jetzt kaufen.
€uro am Sonntag

von Lucas Vogel, Euro am Sonntag

Einige turbulente Jahre waren das für Pioneer, die hauseigene Fondsgesellschaft der italienischen Unicredit Group. Erst der Namenswechsel von Activest, dann die Finanzkrise, in der auch der Flaggschifffonds Pioneer Total ­Return versagte. Zwischenzeitlich prüfte die Bankenmutter sogar ­den Verkauf des traditionsreichen Fondshauses. Der ist nun aber vom Tisch. €uro am Sonntag sprach mit den beiden Geschäftsführern Evi Vogl und Oliver Bilal.

€uro am Sonntag: Wie schwer ist es momentan, eine italienische Bank als Mutter zu haben?
Evi Vogl:
Wir bekommen kein negatives Feedback von Kunden wegen unserer Mutter. Die Gelder in unseren Fonds sind ja Sondervermögen und werden treuhänderisch verwaltet. Im Gegenteil. Unseren Kunden ist es wichtig, dass klar ist, dass wir Teil der Unicredit bleiben.

Wie wollen Sie in Zukunft bei ­Privatanlegern punkten?
Wir wollen im Bereich Asset Allo­cation mehr anbieten, also Fonds mit mehreren Anlageklassen. Den Privatanlegern geht es im Niedrigzinsumfeld vor allem um stetige Erträge bei niedrigem Risiko und Substanz­erhalt.

Warum soll Pioneer das gelingen, was viele andere nicht schaffen: nachhaltig stetige Erträge ohne zu große Schwankungen?
Oliver Bilal: Wir haben mit Fonds wie dem Pioneer Substanzwerte oder dem Pioneer Global Balanced bereits bewiesen, dass wir es können. Entscheidend ist aber, keine überzogenen Erwartungen zu wecken. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld kann man nicht mehr als sehr niedrige einstellige Renditen versprechen.

Sie wollen im Geschäft mit Institutionellen wachsen. Was kaufen die denn momentan?
In den vergangenen 18 Monaten hat ein fundamentaler Wandel stattgefunden. Lange wurde nur geredet, jetzt wird gehandelt. Die Investoren gehen aus Staatsanleihen raus, auch aus Bundesanleihen. Sie kaufen Unternehmensanleihen im großen Stil. Sie verkaufen Euroanlagen und gehen in den Dollar. Und was ist mit dem Immobilienboom in Deutschland?
Ja, die institutionellen Investoren gehen auch verstärkt in alternative Anlageklassen. Dazu gehören natürlich auch Immobilien.

Und wer von den großen Spielern kauft noch Aktien?
Evi Vogl: Eigentlich nur noch große Unternehmen, die ihre Pensionsverpflichtungen selbst tragen. Versorgungswerke wollen die Risiken einfach nicht tragen, und Versicherer können Aktien wegen der hohen Eigenkapitalforderungen kaum kaufen. Die Regularien hindern die institutionellen Anleger am Kauf von Aktien.

Warum hat es die Fondsbranche nach Lehman nicht geschafft, die Vorzüge von Fonds gegenüber Zertifikaten herauszustellen?
Die Branche hat Fehler gemacht und dem Kunden etwas versprochen, was nicht zu halten war. Denken Sie an die geschlossenen Offenen Immobilienfonds oder die geldmarktnahen Fonds, die in ABS-Papiere investierten und Verluste machten. Da ist Vertrauen verloren gegangen, das wir als Branche zurückgewinnen müssen.

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