aktualisiert: 21.08.2012 14:10
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Wasserinvestment: Ressourcen schonen

Gerhard Wagner, Swisscanto: Der Fondsmanager investiert in Wasserversorger und deren Zulieferer
Interview Exklusiv
Alternative Investments: Wasser ist das Öl der Zukunft. Gerhard Wagner, ­Manager des Swisscanto Water Invest, spricht über nasse Gewinnchancen.
€uro am Sonntag

von Julia Groß, Euro am Sonntag

Die USA leiden unter der schlimmsten Dürre seit Jahren. 63 Prozent der 48  kontinentalen Bundesstaaten sind von der Trockenheit betroffen. In Zukunft rechnen Klimatologen mit einer generellen Zunahme solcher Extremereignisse. Zudem soll auch die Wasserverfügbarkeit in weiten Teilen der Welt sinken — bis 2050 in den meisten Regio­nen Mitteleuropas und der USA um bis zu 20 Prozent. €uro am Sonntag sprach mit Gerhard Wagner, Manager des Swisscanto Equity Fund Water Invest über die Herausforderung, mit weniger Wasser auszukommen.

€uro am Sonntag: 70 Prozent unseres Wassers fließen in die Landwirtschaft. Welche Technologien können von Ereignissen wie der aktuellen Dürre in den USA profitieren?
Gerhard Wagner:
Natürlich denkt man da zunächst an Bewässerung. Das ist häufig sinnvoll und steigert den Ertrag. Es gibt intelligente Lösungen wie die Mikrobewässerung, die nur geringe, dem Bedarf entsprechende Mengen direkt an den Wurzelbereich der Pflanzen abgibt. Wir suchen bei unserem Wasserfonds allerdings eher nach Wegen, wie in der Landwirtschaft grundsätzlich ressourcenschonender mit Wasser umgegangen werden kann.

Zum Beispiel?
Das fängt damit an, dass vernünftig und im richtigen Maß gedüngt wird. Ohne Kalidünger, also Kalium, können Pflanzen nicht wachsen. Große Mengen an Stickstoff- und Phosphatdünger laugen dagegen den Boden aus und belasten das Grundwasser  — ein Riesenproblem ist das zum Beispiel in China. Dort hat man mittlerweile ein großes Aufforstungsprogramm gestartet, um gegenzusteuern. Wir schauen uns auch die biologische Landwirtschaft an, weil sie tendenziell grundwasser­schonender ist. Allerdings macht der Bereich Landwirtschaft nur einen kleinen Teil bei unseren Portfoliounternehmen aus.

Warum ist das so?
Das hat vor allem damit zu tun, dass die entsprechenden Unternehmen oft nicht börsennotiert oder sehr klein sind. Oder dass es sich nur um eine Sparte handelt, die kaum zum Umsatz eines Konzerns beiträgt. Deshalb investieren wir vor allem in Wasserversorger und deren Zulieferer, in die Wasserreinigungsindus­trie und auch in die Hersteller von Ersatzstoffen, die bei der Produktion weniger Wasser verbrauchen.

Ersatzstoffe wofür?
Da gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Der Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle sind zum Beispiel ex­trem wasserintensiv. Sie kann aber in manchen Fällen durch hochwertige Kunstfasern ersetzt werden, das spart dann Wasser.

Und worauf schauen Sie bei den ­Versorgern?
Dass sie daran arbeiten, die Verluste in ihrem Netz zu senken. Je nach Alter und Zustand der Leitungen versickern bei vielen Versorgern mehr als 50 Prozent der Wassermenge auf dem Weg zum Verbraucher. Das Problem betrifft keineswegs nur Städte in Entwicklungs- oder Schwellen­ländern, sondern auch London oder New York, die eine sehr alte Infrastruktur haben.

Wie groß ist hier das Sparpotenzial?
Theoretisch könnte man die Verluste unter drei Prozent bringen. Ökonomisch sinnvoll ist das allerdings kaum zu realisieren, weil es extrem teuer ist, in Städten Leitungen auszugraben und auszutauschen. Aber auf etwa 20 Prozent lässt sich der Wasserverlust schon begrenzen.

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