26.02.2013 15:50
Bewerten
 (0)

„Italien ist politische gelähmt“

Parlamentswahlen in Italien brachten keine regierungsfähige Mehrheit hervor. Aktienmärkte gaben nach.

„Viel schlimmer hätte es nicht kommen können“, kommentiert Dr. Andreas Scheuerle, Experte für Makro Research bei der DekaBank, den Wahlausgang in Italien. Zwar siegte das sozialdemokratische Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani in der Abgeordnetenkammer. Doch im Senat – der zweiten Kammer des Parlaments – erreichte das Mitte-Rechts-Bündnis von Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi die Mehrheit. Selbst eine Koalition mit Mario Montis Bündnis der Mitte ist für Bersani dort nicht möglich. „Die Verlierer dieser Wahl sind Bersani und Monti, die beide deutlich hinter den Wahlumfragen zurückblieben und nun keine Reformregierung bilden können, die mit der Kraft beider Kammern arbeitet“, sagt Scheuerle.

Michael Schmidt, Leiter für europäische Aktien bei Union Investment, hofft, dass die Reformen, die Mario Monti angestoßen hat, fortgeführt werden. „Ich denke, ein Monti-Bersani-Sieg wäre definitiv das bestmögliche Ergebnis gewesen. Sollte es zu einer Fortführung der Monti-Politik kommen, dann ist dies das Beste, was wir angesichts der großen Herausforderungen hoffen können.“ Das schlimmste Szenario ist nach Ansicht Schmidts, dass die neue Regierung alle bestehenden Verpflichtungen in Gefahr bringt: „Ich denke, dass ausländische Investoren dann ‚mit ihren Füßen wählen werden‘ und ihre Einlagen abziehen.“

Angesichts des politischen Patts in Rom rutschten die Börsen weltweit ins Minus. „Der an den Aktienmärkten eingepreiste Sieg der Reformkräfte wurde wieder ausgepreist und die Volatilitäten sind stark gestiegen“, so Deka-Experte Scheuerle. Der Deutsche Aktienindex DAX gab zum Handelsauftakt um mehr als zwei Prozent nach, der EuroStoxx 50 verlor bis zu drei Prozent an Wert. Der Euro verlor seit Bekanntgabe des Wahlergebnisses drei Cent und notierte heute Morgen bei 1,30 US-Dollar. In Japan sackte der Nikkei um 2,26 Prozent ab und an der Wallstreet schloss der Dow Jones mit einem Minus von 1,5 Prozent. „Italienische Staatsanleihen mussten kräftige Rückschläge hinnehmen, um etwa 75 Basispunkte gegenüber dem Vor-Wahl-Niveaus“, sagt Scheuerle.

„In den Handelstagen nach der Wahl herrscht wieder ein Risk-off-Modus, der lange Zeit ausgeschaltet war, weil der Markt begonnen hatte, wieder Vertrauen aufzubauen.“ Im vergangenen Jahr habe es Fortschritte gegeben bei der Akzeptanz der Reformmaßnahmen in den Krisenländern einerseits und Finanzierungszusagen aus den stärkeren Ländern unter Einbeziehung der Europäischen Zentralbank andererseits. „Nach diesem Wahlergebnis ist es wieder offen, wieweit einzelne Mitgliedstaaten ihre Problem anerkennen und angehen wollen“, fürchtet Scheuerle. Für das laufende Jahr erwartet er allerdings, dass es an den Finanzmärkten halbwegs friedlich bleibe. „Die Gefahren für die entferntere Zukunft sind jedoch gestiegen.“

(PD)

powered by
€uro FundResearch

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX geht im Plus aus dem Handel -- Dow schließt schwächer -- Deutsche Bank streicht Boni für Topmanager -- Goldman Sachs verdient mehr -- Citigroup-Überschuss klettert -- ASML im Fokus

Unternehmen warnen Trump vor Handelskrieg mit Peking. Von Goldman Sachs bis Deutsche Bank: Das haben Geldhäuser laut einer Studie mit Kim Jong-Un und der Mafia gemeinsam. Rocket Internet will 2017 drei Beteiligungen in die Gewinnzone bringen. Deutsche Inflation auf höchstem Stand seit Juli 2013.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Technologieaktien: Drei Möglichkeiten, um vom Trend "Digitale Fabrik" zu profitieren!
Die vierte industrielle Revolution ist im vollen Gange und verändert, vom Großteil der Gesellschaft völlig unbemerkt, bereits die Produktionsabläufe in den großen, industriellen Hallen. Wir zeigen Ihnen in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins drei Möglichkeiten, wie Sie in den kommenden Monaten und Jahren von dem Zukunftstrend "Digitale Fabrik" profitieren können.
Anlegermagazin kostenlos erhalten
Diese 10 Automobil Neuheiten gibt es bei der Detroit Auto Show 2017
Jetzt durchklicken
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Jetzt durchklicken
Diese 10 Aktien kann sich nicht jeder Investor leisten
Jetzt durchklicken

Umfrage

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat die Nato als obsolet bezeichnet. Halten Sie das Militärbündnis ebenfalls für überflüssig?
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG 514000
Daimler AG 710000
Volkswagen AG Vz. (VW AG) 766403
E.ON SE ENAG99
BASF BASF11
Commerzbank CBK100
Apple Inc. 865985
Bayer BAY001
Allianz 840400
Deutsche Telekom AG 555750
Deutsche Lufthansa AG 823212
Nordex AG A0D655
K+S AG KSAG88
BMW AG 519000
Siemens AG 723610