KGV10 oder wie man 15 Jahre vorausblickt
FondsNote 1 für den StarCap Priamos
Lassen sich Börsenkurse vorausberechnen? Das wünscht sich wohl jeder Anleger. Doch wäre dem so, welche Methode führte zum Erfolg? Norbert Keimling hat über diese Fragen genauer nachgedacht. Nicht ohne Grund.
Keimling ist Fondsmanager bei der StarCapital AG und betreut den StarCap Priamos (WKN 805784). Bislang mit Erfolg. Der globale Aktienfonds wird mit FondsNote 1 bewertet und schlägt bislang jedes Jahr den MSCI Welt-Index.
Aktuelles KGV taugt nicht zur Index-Prognose
Hat Keimling also die Erfolgsformel gefunden? Zumindest glaubt er zu wissen, was nicht funktioniert. Nämlich das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV). Dazu hat der Wirtschaftsingenieur getestet, ob man aus dem aktuellen KGV die Indexstände im kommenden Jahr herleiten kann. Untersucht hat er dabei den Zeitraum von 1881 bis 2004.
Die Antwort fällt eindeutig aus. "Als Prognose-Instrument ist das KGV auf Basis aktueller Gewinne völlig ungeeignet", sagt er. Die Korrelation zwischen niedrigem KGV und hoher Aktienrendite im Folgejahr liegt beim S&P 500 etwa nur bei -0,18. Bei -1 wäre die Regel – niedriges KGV, steigende Kurse –perfekt erfüllt.
10-Jahres-KGV taugt gut zur Index-Prognose – für die nächsten 15 Jahre
Untauglich ist das KGV jedoch nicht. Man muss nur die Berechnung modifizieren. Das Zauberwort heißt KGV10. "Bei dieser Methode berechnen wir das KGV, indem wir den aktuellen Aktienkurs durch die mittleren realen Unternehmensgewinn der vergangenen zehn Jahre dividieren", erklärt Keimling.
Folge: "Obwohl dieses geglättete KGV10 auch keine kurzfristigen Aktienmarktprognosen erlaubt, so lassen sich damit jedoch relativ zuverlässige Renditeprognosen über die folgenden zehn bis 15 Jahre erstellen". Denn hier liegt die Korrelation zwischen niedrigem KGV und hohem Aktienkurs bereits bei hohen -0,73.
Niedriges KGV10 signalisiert Kursgewinne – und umgekehrt
Zwischen 1881 und 2004 schwankte das KGV10 meist in einer Spanne zwischen zehn und 20. Lag der Wert darüber, kündigte dies stagnierende oder fallende Kurse an.
So lag das KGV10 in Japan im Jahr 1989 über 80. "Reale Wertverluste von jährlich vier Prozent waren die Folge", sagt Keimling. Lag der Wert unter zehn, war dies ein Indiz für steigende Kurse. So etwa 1917, 1932 und 1980 in den USA. "Darauf folgten jeweils hohe Renditen von durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr über die folgenden 15 Jahre", rechnet Keimling vor.
"Wir sind seit einiger Zeit skeptisch für US-Aktien"
Doch wie sieht aktuell aus? Das KGV10 für US-Aktien liegt bei 25,9 – also oberhalb der kritischen Marke von 20. "Wir sind daher schon seit einiger Zeit skeptisch für US-Aktien", sagt Keimling. Auch Kanada, Japan, Norwegen und die Schweiz seien teuer. Ebenso China und Indien.
Richtig billig ist dagegen nur Thailand. Länder wie Deutschland, Niederlande, Belgien und Italien stuft Keimling als relativ günstig ein. Dazu zählt er auch die Schwellenländer Korea, Taiwan und Brasilien.
Mario Adorf, DekaBank: "Die Bewertung über KGV10 greift nur bedingt"
Geht das KGV10-Konzept immer auf? Mario Adorf glaubt dies nicht. "Die Bewertung über KGV10 greift nur bedingt", sagt der Fondsmanager des Deka-GlobalChampions (WKN DK0ECU).
"Es gibt strukturelle Veränderungen, wie im Energiebereich. Dort hat eine angespanntere Situation von Angebot und Nachfrage zu lang anhaltend steigenden Kursen geführt. Dies lässt sich nicht zwingend aus den vergangenen Gewinnzyklen ableiten."
Doch auch Keimling vertraut nicht nur auf das KGV10. Zudem baut er das Kurs/Cash-Flow- sowie das Kurs/Buchwert-Verhältnis beim StarCap Priamos mit in seine Analyse ein.
Plädoyer gegen länderübergreifende Indexfonds
Fazit: Man sollte keiner Anlageregel blind folgen. Auch nicht dem KGV10-Konzept. Aber die empirische Evidenz für dieses Konzept ist hoch. Demnach sollte man passive Indexfonds meiden und Fonds bevorzugen, die nicht in teure Länder investieren.
Günstige Länder gemäß KGV10
Land: KGV10
1. Thailand: 13,1
2. Niederlande: 19,2
3. Großbritannien: 19,8
4. Deutschland: 19,8
5. Korea: 20,6
Land: Rendite p.a. (15-Jahres Prognose, real)
1. Thailand: 7,2 %
2. Niederlande: 3,8 %
3. Großbritannien: 3,7 %
4. Deutschland: 3,6 %
5. Korea: 3,3 %
Teure Länder gemäß KGV10
Land: KGV10
1. USA: 25,9
2. Kanada: 27,9
3. Österreich: 34,8
4. Japan: 55,7
Land: Rendite p.a. (15-Jahres Prognose, real)
1. USA: 1,4 %
2. Kanada: 0,7 %
3. Österreich: -1,1 %
4. Japan: -5,1 %
Quelle: StarCapital AG, Stand: Februar 2007
Weitere Infos:
www.starcapital.de
www.deka.de
Lassen sich Börsenkurse vorausberechnen? Das wünscht sich wohl jeder Anleger. Doch wäre dem so, welche Methode führte zum Erfolg? Norbert Keimling hat über diese Fragen genauer nachgedacht. Nicht ohne Grund.
Keimling ist Fondsmanager bei der StarCapital AG und betreut den StarCap Priamos (WKN 805784). Bislang mit Erfolg. Der globale Aktienfonds wird mit FondsNote 1 bewertet und schlägt bislang jedes Jahr den MSCI Welt-Index.
Aktuelles KGV taugt nicht zur Index-Prognose
Hat Keimling also die Erfolgsformel gefunden? Zumindest glaubt er zu wissen, was nicht funktioniert. Nämlich das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV). Dazu hat der Wirtschaftsingenieur getestet, ob man aus dem aktuellen KGV die Indexstände im kommenden Jahr herleiten kann. Untersucht hat er dabei den Zeitraum von 1881 bis 2004.
Die Antwort fällt eindeutig aus. "Als Prognose-Instrument ist das KGV auf Basis aktueller Gewinne völlig ungeeignet", sagt er. Die Korrelation zwischen niedrigem KGV und hoher Aktienrendite im Folgejahr liegt beim S&P 500 etwa nur bei -0,18. Bei -1 wäre die Regel – niedriges KGV, steigende Kurse –perfekt erfüllt.
10-Jahres-KGV taugt gut zur Index-Prognose – für die nächsten 15 Jahre
Untauglich ist das KGV jedoch nicht. Man muss nur die Berechnung modifizieren. Das Zauberwort heißt KGV10. "Bei dieser Methode berechnen wir das KGV, indem wir den aktuellen Aktienkurs durch die mittleren realen Unternehmensgewinn der vergangenen zehn Jahre dividieren", erklärt Keimling.
Folge: "Obwohl dieses geglättete KGV10 auch keine kurzfristigen Aktienmarktprognosen erlaubt, so lassen sich damit jedoch relativ zuverlässige Renditeprognosen über die folgenden zehn bis 15 Jahre erstellen". Denn hier liegt die Korrelation zwischen niedrigem KGV und hohem Aktienkurs bereits bei hohen -0,73.
Niedriges KGV10 signalisiert Kursgewinne – und umgekehrt
Zwischen 1881 und 2004 schwankte das KGV10 meist in einer Spanne zwischen zehn und 20. Lag der Wert darüber, kündigte dies stagnierende oder fallende Kurse an.
So lag das KGV10 in Japan im Jahr 1989 über 80. "Reale Wertverluste von jährlich vier Prozent waren die Folge", sagt Keimling. Lag der Wert unter zehn, war dies ein Indiz für steigende Kurse. So etwa 1917, 1932 und 1980 in den USA. "Darauf folgten jeweils hohe Renditen von durchschnittlich zehn Prozent pro Jahr über die folgenden 15 Jahre", rechnet Keimling vor.
"Wir sind seit einiger Zeit skeptisch für US-Aktien"
Doch wie sieht aktuell aus? Das KGV10 für US-Aktien liegt bei 25,9 – also oberhalb der kritischen Marke von 20. "Wir sind daher schon seit einiger Zeit skeptisch für US-Aktien", sagt Keimling. Auch Kanada, Japan, Norwegen und die Schweiz seien teuer. Ebenso China und Indien.
Richtig billig ist dagegen nur Thailand. Länder wie Deutschland, Niederlande, Belgien und Italien stuft Keimling als relativ günstig ein. Dazu zählt er auch die Schwellenländer Korea, Taiwan und Brasilien.
Mario Adorf, DekaBank: "Die Bewertung über KGV10 greift nur bedingt"
Geht das KGV10-Konzept immer auf? Mario Adorf glaubt dies nicht. "Die Bewertung über KGV10 greift nur bedingt", sagt der Fondsmanager des Deka-GlobalChampions (WKN DK0ECU).
"Es gibt strukturelle Veränderungen, wie im Energiebereich. Dort hat eine angespanntere Situation von Angebot und Nachfrage zu lang anhaltend steigenden Kursen geführt. Dies lässt sich nicht zwingend aus den vergangenen Gewinnzyklen ableiten."
Doch auch Keimling vertraut nicht nur auf das KGV10. Zudem baut er das Kurs/Cash-Flow- sowie das Kurs/Buchwert-Verhältnis beim StarCap Priamos mit in seine Analyse ein.
Plädoyer gegen länderübergreifende Indexfonds
Fazit: Man sollte keiner Anlageregel blind folgen. Auch nicht dem KGV10-Konzept. Aber die empirische Evidenz für dieses Konzept ist hoch. Demnach sollte man passive Indexfonds meiden und Fonds bevorzugen, die nicht in teure Länder investieren.
Günstige Länder gemäß KGV10
Land: KGV10
1. Thailand: 13,1
2. Niederlande: 19,2
3. Großbritannien: 19,8
4. Deutschland: 19,8
5. Korea: 20,6
Land: Rendite p.a. (15-Jahres Prognose, real)
1. Thailand: 7,2 %
2. Niederlande: 3,8 %
3. Großbritannien: 3,7 %
4. Deutschland: 3,6 %
5. Korea: 3,3 %
Teure Länder gemäß KGV10
Land: KGV10
1. USA: 25,9
2. Kanada: 27,9
3. Österreich: 34,8
4. Japan: 55,7
Land: Rendite p.a. (15-Jahres Prognose, real)
1. USA: 1,4 %
2. Kanada: 0,7 %
3. Österreich: -1,1 %
4. Japan: -5,1 %
Quelle: StarCapital AG, Stand: Februar 2007
Weitere Infos:
www.starcapital.de
www.deka.de


