16.11.2012 16:46
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Konjunkturmaßnahmen in Asien zeigen Wirkung

China und Thailand mit guter Marktentwicklung. Indien weiter problematisch. Die asiatischen Top-Performer 2012 im Überblick.

„Die jüngsten Wirtschaftsdaten deuten darauf hin, dass die konjunkturstimulierenden Maßnahmen Wirkung entfalten“, sagt Chris Adams, Produktspezialist Asien bei HSBC Global Asset Management. Die Aktienbewertungen blieben trotz der jüngsten Kurssteigerungen attraktiv. Der MSCI Asia ex Japan Index notiere zudem bei einem Kurs-Buch-Verhältnis von 1,5. „In Kombination mit den Stützungsmaßnahmen und dem stabiler werdenden Aufschwung sind dies gute Zeichen für die Renditen asiatischer Aktien in den kommenden zwölf Monaten“, ist Adams überzeugt.

In China habe der Aktienmarkt seine Rallye zuletzt fortsetzen können. „Die volkswirtschaftlichen Daten sowie die Firmenbilanzen fielen verhältnismäßig gut aus“, so der HSBC-Experte. Er verspricht sich insbesondere von den Bereichen Nichtbasiskonsumgüter, Versicherungen und Energie weitere Kurssteigerungen. Im Oktober habe sich der chinesische Einkaufsmanagerindex auf einen Wert von 50,2 erholen können. „Zum Jahresende erwarten wir, dass der chinesische Markt weiterhin gut abschneiden wird“, sagt Adams. Dies liege daran, dass der Machtwechsel an der Spitze der Kommunistischen Partei sowie die mögliche Wende bei Unternehmensergebnissen nun vollzogen sind.

Indien stellt sich nach wie vor problematisch dar: „Alle Marktsegmente verzeichneten eine gedämpfte Stimmung“, so Adams. Der Aktienmarkt habe im Oktober leicht nachgegeben, die großen ausländischen Investoren seien allerdings weiter auf der Käuferseite. Heimische Großanleger verkauften jedoch unter dem Strich ihre Wertpapiere. „Die Regierung hat weitere Maßnahmen an verschiedenen Fronten in Aussicht gestellt, um die Wirtschaft wieder auf ein höheres Wachstumstempo zu bringen“, sagt der Produktmanager. „Wir erwarten, dass sich die Inflationsrate weiter hartnäckig in der Spanne von sechs bis acht Prozent hält, nachdem sie die meiste Zeit des Jahres 2011 bei rund zehn Prozent gelegen hatte.“ Aufgrund der schwachen weltwirtschaftlichen Perspektiven erwartet Adams einen Rückgang des Ölpreises. Dies in Verbindung mit der Entlastung der Rupie durch sinkende Goldimporte könnte die Leistungsbilanz entlasten. „Das Defizit dürfte von 4,2 Prozent im Haushaltsjahr 2012 auf rund drei Prozent sinken.“ Zudem seien durch den deutlichen Konjunkturrückgang und den teilweise abnehmenden Inflationsdruck weitere Leitzinssenkungen in diesem Quartal zu erwarten.

In Südkorea verlief die Bilanzsaison enttäuschend: „Im dritten Quartal erfüllten 70 Prozent der Unternehmen die Gewinnerwartungen nicht“, stellt Adams fest. Der Aktienmarkt erlitt einen Dämpfer. Im Vergleich zum Vormonat sei das Handelsvolumen im Oktober zudem um 21 Prozent gesunken und liege damit um 14 Prozent unter den durchschnittlichen Börsenumsätzen im bisherigen Jahresverlauf. Während defensive Titel zuletzt gut abgeschnitten hätten, gäben zyklische Werte jedoch nach. In der gedämpften globalen Nachfrage, dem Abbau der südkoreanischen Lagerbestände und der Won-Aufwertung sieht Adams für die kommenden Monate ein Risiko für Unternehmensgewinne. Doch gebe es auch Faktoren, die den Aktienmarkt stützen: „Dazu gehören die jüngsten Heraufstufungen durch die internationalen Ratingagenturen und die überreichliche Liquidität durch die geldpolitische Lockerung der großen Notenbanken.“

In Thailand hätten nach der guten Kursentwicklung im bisherigen Jahresverlauf vor allem ausländische Investoren Gewinne realisieren können. Die verkauften Wertpapiere beliefen sich 645 Millionen US-Dollar. „Die Wirtschaftsdaten für September deuten auf eine weitere Abschwächung der Binnenmarktnachfrage hin“ so Adams. Der Index für private Investments sei den zweiten Monat in Folge gefallen. Doch verzeichne die thailändische Aktienstory eine anhaltend gute Erholung und bleibe kurzfristig stark. „Trotz der weltweiten Risiken erwarten wir, dass sich der Markt weiterhin positiv entwickelt.“ Die nachlassende Inflation könnte zu günstigen geldpolitischen Rahmenbedingungen führen.

FundResearch hat einen Blick auf die drei Top-Performer 2012 (Stand: 31. Oktober 2012) der asiatischen Aktienfonds (ex Japan) geworfen:

Der BNY Mellon Vietnam, India and  China (ISIN: IE00B2PC0M60) von BNY Mellon A.M. kommt im laufenden Jahr bisher auf eine Wertsteigerung von 21,81 Prozent. Die Fondsmanager Hugh Simon, Abhijit Sarkar und Raymond Chan können endlich wieder aufatmen. In den vergangenen zwei Jahren verlor ihr Fonds 31,60 Prozent. Der knapp 16-Millionen-Euro-Fonds wurde im Juni 2008 aufgelegt. Die Volatilität ist mit 26,66 Prozent im Zweijahreszeitraum allerdings die zweithöchste der Peergroup „Aktienfonds Asien/ex Japan“. Die Sharpe Ratio im gleichen Zeitraum ist negativ. Die Fondsmanager investieren zu 28,15 Prozent in Konsumgüter (Stand: 31. Juli 2012). 24,54 Prozent entfallen auf den Finanzsektor, 15,38 Prozent auf Industriematerialien. Die größten Einzeltitel sind Dhampur Shugar Mills aus dem Sektor nichtzyklische Konsumgüter mit 6,60 Prozent, das Rohstoffunternehmen Vinda International Holdings mit 4,91 Prozent und der Finanzdienstleister Citigroup Global mit 4,77 Prozent.

Schroder Investment verzeichnete mit dem Schroder ISF Asian Equity Yield (ISIN: LU0188438468) 2012 bisher ein Plus von 26,82 Prozent. Fondsmanager King Fuei Li setzt damit den positiven Trend fort: Über die vergangenen zwei Jahre stieg der Wert seines 1,16 Milliarden Euro großen Fonds um 27,72 Prozent. Mit einer zwei Jahres-Volatilität liegt der im Juni 2004 aufgelegte Fonds im Mittelfeld der Peergroup. Die Sharpe Ratio von 0,77 gehört zu den besseren der Vergleichsgruppe. 35 Prozent des Fondsvolumens investiert Li in den Finanzsektor (Stand: 30 September 2012). Auf die Industrie und Materialien entfallen je 13,1 Prozent. Die größten Einzeltitel sind Jardine Strategic (4,2 Prozent), Hongkong Land Holdings (2,9 Prozent) und die UOL Group (2,8 Prozent).

Am besten performte in diesem Jahr bisher der First State Asia Pacific Sustainability Fund (ISIN: GB00B2PDRY03) von First State: Plus 27,31 Prozent. In den vergangenen zwei Jahren verzeichnete das Fondsmanagerteam eine Wertsteigerung von 27,31 Prozent. Der im Dezember 2005 aufgelegt Fonds hat ein Volumen von knapp 250 Millionen Euro. Die Volatilität über zwei Jahre liegt mit 11,49 Prozent in den Top-Ten der Peergroup, die Sharpe Ratio von 1,04 ist nicht zu schlagen. Mit 22,33 Prozent ist der Finanzsektor am stärksten allokiert (Stand: 31. Oktober 2012). In Konsumgüter investiert das Team 21,39 Prozent und in den Telekommunikationssektor 19,52 Prozent. Die Top-Holdings sind Taiwan Semiconductor Manufacturing mit 5,35 Prozent, Marico mit 4,96 Prozent und die Manila Water Company mit 4,12 Prozent.

Die Top-Performer Asien ex Japan im Jahr 2012

Quelle: FINANZEN FundAlayzer (FVBS)

(PD)

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