03.12.2012 11:28
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"Krise? Was für eine Krise denn?"

Die Finanzmärkte schwimmen in billigem Notenbankgeld und lassen sich von der allgemeinen Wahrnehmung einer Wirtschaftskrise anscheinend nicht beeindrucken.

Die Situation erinnert an "Crisis? What Crisis", ein Werk der Popgruppe Supertramp aus dem Jahr 1975: Auf dem Cover ist ein Mann abgebildet, der sich inmitten einer Industriebrache unter einem Sonnenschirm entspannt.

In Anbetracht der starken Performance der Finanzmärkte ist 2012 bis jetzt ein guter Jahrgang. Weltweit sind die Aktienmärkte um zehn Prozent gestiegen, während die Schuldverschreibungen aus den Schwellenländern sowie hochverzinsliche Wertpapiere Renditen von zehn bis 15 Prozent erbrachten. Staatsanleihen aus Irland, Portugal, Spanien oder Italien schnitten sogar noch besser ab. Selbst die als "sichere Häfen" geltenden Staatsanleihen aus den USA, der Schweiz oder Deutschland verzeichneten trotz einer rekordniedrigen Nominalverzinsung ordentliche Gewinne. Weniger günstig entwickelten sich die Rohstoffmärkte und die Hedgefonds, die aber immer noch positiven Renditen erwirtschafteten.

Lässt sich diese Entwicklung mit besseren Konjunkturaussichten erklären? Die Antwort heißt nein. Ein Vergleich mit den Konsens-Prognosen vor zwölf Monaten zeigt, dass die meisten Regionen die Erwartungen enttäuschten. Eine Ausnahme bilden allein die USA und die Schweiz.

Lässt sich diese Entwicklung auf bessere Ertragsaussichten der Unternehmen zurückführen? Die Antwort heißt ebenfalls nein. Im laufenden Jahr mussten die Analysten ihre Gewinnprognosen mehrfach nach unten revidieren. Gegenüber dem Vorjahr sind die Unternehmensgewinne im Jahr 2012 nicht gestiegen – eine deutliche Enttäuschung.

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