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05.09.2010 06:00

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KRISENFEST

Fondsmanager - Die Besten ihres Fachs


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Ein weiterer Top-Performer ist der Mischfonds Carmignac Patrimoine. Dessen Manager Edouard Carmignac, Jahrgang 1947 (seinen Geburtstag verrät er nicht), verwaltet darin stolze 21 Milliarden Euro. Das Geld investiert er wie Pesarini in Aktien und Anleihen – allerdings offensiver.

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Carmignac, den €uro Anfang 2010 zum Fondsmanager des Jahres kürte, hält mindestens 50 Prozent des Fondsvolumens in Anleihen, das Gros in Firmenbonds. Zwischen null und 50 Prozent investiert er in Aktien. Aktuell sind es 28 Prozent. Überdies sucht der Pariser weltweit nach Gewinnbringern. So bestückt er das Patrimoine-Portfolio auch mit Anleihen und Aktien aus Schwellenländern. Deren Aufstieg rentiert sich seit den 90er-Jahren bei Carmignac.

Der Grandseigneur der französischen Fondsbranche ist seit 21 Jahren Vermögensverwalter. In dieser Zeit legte der Patrimoine um rund 600 Prozent zu – das sind durchschnittlich elf Prozent jährlich. Sogar im Krisenjahr 2008 blieb der Fonds knapp im Plus. Allerdings verzichtete Carmignac dafür auf seine Erfolgsgebühr, die er ansonsten dem Fondsvermögen entnimmt.

Carmignac scheut sich auch nicht, große Wetten einzugehen. So kaufte er ab März 2009 im großen Stil Aktien von Investmentbanken – und gewann. Dieses Jahr mied er den Euro und setzte lieber auf den US-Dollar sowie die Währungen aus Brasilien, Mexiko und Polen – ebenso ertragreich. Carmignac will weder Gewinne verpassen noch Verluste zulassen. „Ansonsten ist man ein schlechter Fondsmanager“, sagt er.

Trendiger Ösi

Zu den Gipfelstürmern gehört auch Fondsberater Leo Willert. Der 47-Jährige lässt sich vom Computer helfen – und vom vollautomatischen Handelssystem ARTS, das der Wiener selbst entwickelt hat. ARTS steht für Absolute Return Trading Solutions und wird zum Beispiel beim C-Quadrat ARTS Global Total Return AMI eingesetzt. Dieser ist mit 435 Millionen Euro der größte Fonds, den Willert berät. Seit er damit im April 2003 begonnen hat, legte der Kurs um 110 Prozent zu.

Konzipiert ist der C-Quadrat ARTS Global Total Return AMI als Dachfonds – als Fonds also, der in andere Fonds investiert. Derzeit hält Willert 30 Prozent in Aktienfonds, 63 Prozent in Renten-, sieben Prozent in Rohstofffonds. Die Wertentwicklung steuert er über die Aktienquote, die von null bis 100 Prozent schwanken kann. Sein Trendfolge-System analysiert alle 56 Länder und 14 Branchen des MSCI World Aktien-Index. Steigen deren Kurse, steigt auch – automatisch – die Aktienquote. Deshalb lag sie im Haussejahr 2009 im Schnitt bei 80 Prozent. Folge: Der Fondspreis erhöhte sich um 25 Prozent.

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Dagegen lag die Aktienquote bei nur 20 Prozent, als Aktien im Jahr zuvor extrem eingebrochen waren. Der Fonds büßte dadurch lediglich 7,5 Prozent ein. Ganz nach Willerts Motto: „Gewinner laufen lassen, Verlierer verkaufen.“ Das hätten auch die Manager des ETF-Dachfonds, Markus Kaiser und Thorsten Winkler, sagen können. Ihr Fonds kam erst im April 2007 auf den Markt. Heute verwalten sie 265 Anlegermillionen. 2008 erreichten sie sogar ein Prozent Wertzuwachs. „In der Finanzkrise waren nicht Aktien, sondern Staatsanleihen gefragt. Unser Trendphasen-Modell hat das angezeigt“, begründet der erst 33-jährige Winkler.

Deutsche Computerfreaks

Er und sein 42-jähriger Co-Manager Kaiser kaufen nur ETFs. Das sind Fonds, die einen Index exakt abbilden. Den Aktienanteil variieren sie wie Willert via IT-System zwischen null und 100 Prozent. Im Crash-Herbst 2008 hielten sie gar keine Aktien, im Sommer 2009 bestand das Portfolio fast komplett aus dieser Anlageklasse. Zurzeit sind es 40 Prozent. Vorteil der Anti-Aktiencrash-Strategie: Wer Rückschläge begrenzt, muss prozentual weniger aufholen. Verliert ein Fonds zehn Prozent, sind elf Prozent Kursplus nötig, um den Verlust wieder auszugleichen. Bei 20 Prozent Verlust muss der Fondsmanager 25 Prozent gutmachen und bei einem 50-prozentigen Einbruch gar 100 Prozent.


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Die Erfolgsgeschichten von Winkler, Kaiser, Willert, Carmignac und Pesarini scheinen auf einem einfachen Konzept zu basieren: Sie kaufen nur in steigende Kurse hinein. Doch gelingt ihnen das auch in Zukunft? „Es gibt keine einfachen Zeiten, um zu investieren“, sagt Edouard Carmignac. „Das sieht nachher nur so aus.“ Aber wenn sie ihre Strategien durchhalten, werden ihre Fonds schnell auf neue Höhen klettern – auch nach dem nächsten Börsencrash.

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