Legg Mason Value der antizyklische Fonds-Tipp
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Für die Experten von "DAS INVESTMENT" ist der Legg Mason Value (ISIN IE0002270589/ WKN 921393) der antizyklische Fonds-Tipp.
US-Starfondsmanager Bill Miller setze auf den amerikanischen Häusermarkt und eine boomende US-Wirtschaft. "Wenn du früh genug dran warst, lässt sich nicht mehr unterscheiden, ob du einfach früh warst oder schlicht falsch gelegen hast", sage Bill Miller. Der Manager des US-Aktienfonds Legg Mason Value sei sehr früh dran gewesen. Bereits im Herbst 2005 und übers Jahr 2006 habe er die Aktien von Hausbauern und -finanzierern wie Centex, Pute Homes und Beazer Hornes gekauft. Noch länger halte er Home-Depot- und Countrywide Financial-Aktien. "Ein klarer Fehler", hätten Miller und seine Co-Managerin Mary Chris Gay fast genau vor Jahresfrist eingeräumt.
Mittlerweile seien Miller und Gay, die für den in Irland registrierten Klon des Fonds mit Deutschland-Zulassung verantwortlich seien, wieder überzeugt, richtig zu liegen. "Häuseraktien mitten während der schlimmsten Häuserkrise seit 15 Jahren zu besitzen" möge Investoren zwar irritieren, erkläre Miller, "doch man kauft nicht günstig ein, wenn alles großartig ist und die Schlagzeilen das widerspiegeln."
Miller, der bekannt dafür sei, bevorzugt wenig populäre Aktien zu kaufen, sei Starfondsmanager in den USA. Seinen Ruf habe er vor allem einer bis 2006 makellosen Bilanz zu verdanken. Ihm sei mit seinem auf US-Aktien fokussierten Fonds gelungen, was kein anderer Fondsmanager mit gleichem Fokus geschafft habe: 15-mal in Folge habe er besser abgeschnitten als sein Vergleichsindex S&P 500. Zwischen 3 und 17 Prozentpunkte habe Miller dem Index pro Kalenderjahr abgenommen.
Das Ende der Serie im vergangenen Jahr führe Miller auf "einige Fehler und gewisses Pech" zurück. Zu den Fehlern zähle er, 2003 nicht in damals günstige Energieaktien investiert zu haben - eine Entscheidung, die bis heute Performance koste. Ein zweiter Fehler sei die geringe Streuung des Fonds gewesen, die teilweise hohen Wetten hätten sich nicht ausgezahlt. Miller nehme in der Regel zwischen 25 und 40 Aktien ins Portfolio, zurzeit seien es 36.
"Wir kaufen Aktien, die mit einem großen Abschlag auf den inneren Wert gehandelt werden. Was wir anders machen als andere, ist, dass wir überall nach diesem Wert suchen", erkläre Miller seine Investmentphilosophie. Miller setze dabei auch auf Branchen, die nicht zum Universum klassischer Value-Investoren zählen würden - Internet und Technologie seien die mit 24 und 21 Prozent am höchsten gewichteten Branchen. Derzeit seien viele Aktien aus unterschiedlichen Branchen sehr günstig zu haben, erkläre Miller: "Ich war am Anfang des Jahres optimistisch, und das bleibe ich auch. Es ist eine ziemlich gute Zeit, um Aktien zu kaufen."
Vor allem die Aktien des Online-Händlers Amazon.com, der größten Position im Fonds, vom Internet-Reisebüro Expedia und von eBay hätten den Legg Mason Value im laufenden Jahr vor herberen Verlusten bewahrt. Noch im vergangenen Herbst habe Amazon.com zu den größten Verlustbringern im Fonds gezählt. Verkauft habe Miller gleichwohl nicht, denn seinen Überzeugungen bleibe er fast immer langfristig treu. Maximal drei Titel habe er seit Anfang 2006 pro Vierteljahr hinzugekauft, bis zu fünf Aktien seien aus dem Portfolio geflogen.
Genauso werde er es mit den Papieren der Hausbauer halten. "Wenn wir sie nicht schon hätten, würden wir sie jetzt kaufen", sage Miller. "Es wäre nicht verwunderlich, wenn die Aktien aus der Immobilienbranche in einigen Monaten 50 Prozent mehr wert wären als heute", ergänze Gay.
Käme es zur Trendumkehr, dann hätten die beiden Fondsmanager doch noch die Chance, den S&P 500 auch in diesem Jahr wieder hinter sich zu lassen. Miller denke aber langfristiger: "Normalerweise zahlt es sich aus, genau dann in eine Branche oder eine Firma zu investieren, wenn sie in Schwierigkeiten steckt - vorausgesetzt, der Zeithorizont wird nicht in Tagen oder Monaten gemessen." (Ausgabe November 2007) (18.10.2007/fc/a/f)


