Lex Hoogduin, Robeco: "2007 wird ein gutes Jahr"
"Die EZB wird ihren Leitzins in den nächsten Monaten vermutlich auf 4,0 Prozent anheben"
Bricht der US-Konsum ein? Sind Aktien attraktiver als Anleihen? Bei Robeco ist Lex Hoogduin für diese Fragen zuständig – er ist der Chefvolkswirt der niederländischen Fondsgesellschaft. Am liebsten spricht er über Zentralbanken. Kein Wunder. Viele Jahre hat er Wim Duisenberg beraten, den ersten Chef der Europäischen Zentralbank (EZB).
"Die EZB wird ihren Leitzins in den nächsten Monaten vermutlich auf 4,0 Prozent anheben", erwartet Hoogduin. Dies liest er aus den Worten von EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Indirekt ist das eine gute Nachricht. Heißt es doch, dass die Wirtschaft in Euroland stark genug für Zinserhöhungen ist.
Hoogduin sorgt sich um die statischen Wachstumsunterschiede in Euroland
Hoogduin sorgt sich eher, dass Länder wie Spanien und Finnland stark wachsen, Deutschland, Frankreich und Italien beim Wachstum aber kaum vom Fleck kommen – auch wenn Deutschland zuletzt aufgeholt hat.
"In den USA gibt es ähnliche Wachstumsunterschiede wie in Euroland", sagt Hoogduin. "Dort rücken aber immer wieder andere Bundesstaaten an die Spitze. In Euroland scheint die Situation dagegen festgezurrt", bedauert er. Das Problem dabei: Dies erschwert es der EZB, für alle Euro-Länder die passende Geldpolitik zu fahren.
"Ich glaube, dass der US-Häusermarkt sein Tief noch nicht gesehen hat"
Die USA also ein Vorbild für Euroland? Zumindest wünscht Hoogduin sich die Europäer so optimistisch wie die Amerikaner. "Dann würden wir Reformen schneller umsetzen als bisher", so der Niederländer.
Kurzfristig ist Hoogduin jedoch skeptisch für die US-Wirtschaft. Grund: "Die US-Bürger konsumieren zwar weiter wie bisher. Aber ich glaube, dass der Häusermarkt sein Tief noch nicht gesehen hat und den Konsum belasten wird", befürchtet der Robeco-Chefvolkswirt.
"Aber der US-Häusermarkt ist ein lokales Problem"
Daher empfiehlt er, US-Anleihen zu kaufen statt in US-Aktien zu gehen. Denn sollte die US-Wirtschaft schwächeln, dürften Anleihen davon eher profitieren als Aktien. Und der Rest der Welt?
"Der dürfte die Folgen einer schwachen US-Konjunktur kaum spüren. Denn der US-Häusermarkt ist ein lokales Problem", analysiert Hoogduin. Folglich rät er außerhalb der USA zu Aktien, auch wenn er hier niedrigere Erträge als zuletzt erwartet.
Dabei favorisiert er Value- gegenüber Growth-Titeln und mag Large Caps lieber als Small- und Mid Caps. Bei den Sektoren bevorzugt er IT, Pharma und Rohstoffwerte.
In den Schwellenländern sollen Anleger selektiver werden
Langfristig sind für ihn weiterhin die Schwellenländer in der Pole-Position. "Zwar wird es dort immer wieder Rückschläge geben. Die Richtung ist aber klar. Der Aufholprozess wird noch viele Jahre dauern", ist Hoogduin überzeugt.
Allerdings glaubt er, dass Anleger wählerischer werden müssen. Die Türkei, Ungarn und Südafrika hält er für krisenanfällig. China, Lateinamerika sowie Südkorea und Taiwan sieht er jedoch in einer wirtschaftlich soliden Situation.
"2006 war exzellent, 2007 wird gut"
Fazit: "2006 war exzellent, 2007 wird gut", so lautet das Resümee von Lex Hoogduin zur Wirtschaft und den Finanzmärkten.
Die besten Schwellenländer-Aktienfonds über 5 Jahre*
Fonds: Performance über 5 Jahre (in %)*
1. Raiffeisen-Eurasien-Aktien VT: 206,4
2. Comgest Magellan: 170,5
3. Global Advantage Emerg. Mkts.: 169,3
4. Kapitalfonds LK Schwellenländ.: 167,8
5. carmignac emergents: 161,4
6. Pro Fonds (Lux) Emerg. Mkts.: 158,0
7. Trinkaus Emerging-Fund: 139,3
8. Lazard Emerging World USD: 134,8
9. Swisscanto E.F. Emerg.Markets: 127,5
10. DWS Emerging Markets: 127,2
Quelle: *FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 31.01.2007.
Weitere Infos:
www.robeco.de
http://en.wikipedia.org/wiki/Emerging_markets
Bricht der US-Konsum ein? Sind Aktien attraktiver als Anleihen? Bei Robeco ist Lex Hoogduin für diese Fragen zuständig – er ist der Chefvolkswirt der niederländischen Fondsgesellschaft. Am liebsten spricht er über Zentralbanken. Kein Wunder. Viele Jahre hat er Wim Duisenberg beraten, den ersten Chef der Europäischen Zentralbank (EZB).
"Die EZB wird ihren Leitzins in den nächsten Monaten vermutlich auf 4,0 Prozent anheben", erwartet Hoogduin. Dies liest er aus den Worten von EZB-Chef Jean-Claude Trichet. Indirekt ist das eine gute Nachricht. Heißt es doch, dass die Wirtschaft in Euroland stark genug für Zinserhöhungen ist.
Hoogduin sorgt sich um die statischen Wachstumsunterschiede in Euroland
Hoogduin sorgt sich eher, dass Länder wie Spanien und Finnland stark wachsen, Deutschland, Frankreich und Italien beim Wachstum aber kaum vom Fleck kommen – auch wenn Deutschland zuletzt aufgeholt hat.
"In den USA gibt es ähnliche Wachstumsunterschiede wie in Euroland", sagt Hoogduin. "Dort rücken aber immer wieder andere Bundesstaaten an die Spitze. In Euroland scheint die Situation dagegen festgezurrt", bedauert er. Das Problem dabei: Dies erschwert es der EZB, für alle Euro-Länder die passende Geldpolitik zu fahren.
"Ich glaube, dass der US-Häusermarkt sein Tief noch nicht gesehen hat"
Die USA also ein Vorbild für Euroland? Zumindest wünscht Hoogduin sich die Europäer so optimistisch wie die Amerikaner. "Dann würden wir Reformen schneller umsetzen als bisher", so der Niederländer.
Kurzfristig ist Hoogduin jedoch skeptisch für die US-Wirtschaft. Grund: "Die US-Bürger konsumieren zwar weiter wie bisher. Aber ich glaube, dass der Häusermarkt sein Tief noch nicht gesehen hat und den Konsum belasten wird", befürchtet der Robeco-Chefvolkswirt.
"Aber der US-Häusermarkt ist ein lokales Problem"
Daher empfiehlt er, US-Anleihen zu kaufen statt in US-Aktien zu gehen. Denn sollte die US-Wirtschaft schwächeln, dürften Anleihen davon eher profitieren als Aktien. Und der Rest der Welt?
"Der dürfte die Folgen einer schwachen US-Konjunktur kaum spüren. Denn der US-Häusermarkt ist ein lokales Problem", analysiert Hoogduin. Folglich rät er außerhalb der USA zu Aktien, auch wenn er hier niedrigere Erträge als zuletzt erwartet.
Dabei favorisiert er Value- gegenüber Growth-Titeln und mag Large Caps lieber als Small- und Mid Caps. Bei den Sektoren bevorzugt er IT, Pharma und Rohstoffwerte.
In den Schwellenländern sollen Anleger selektiver werden
Langfristig sind für ihn weiterhin die Schwellenländer in der Pole-Position. "Zwar wird es dort immer wieder Rückschläge geben. Die Richtung ist aber klar. Der Aufholprozess wird noch viele Jahre dauern", ist Hoogduin überzeugt.
Allerdings glaubt er, dass Anleger wählerischer werden müssen. Die Türkei, Ungarn und Südafrika hält er für krisenanfällig. China, Lateinamerika sowie Südkorea und Taiwan sieht er jedoch in einer wirtschaftlich soliden Situation.
"2006 war exzellent, 2007 wird gut"
Fazit: "2006 war exzellent, 2007 wird gut", so lautet das Resümee von Lex Hoogduin zur Wirtschaft und den Finanzmärkten.
Die besten Schwellenländer-Aktienfonds über 5 Jahre*
Fonds: Performance über 5 Jahre (in %)*
1. Raiffeisen-Eurasien-Aktien VT: 206,4
2. Comgest Magellan: 170,5
3. Global Advantage Emerg. Mkts.: 169,3
4. Kapitalfonds LK Schwellenländ.: 167,8
5. carmignac emergents: 161,4
6. Pro Fonds (Lux) Emerg. Mkts.: 158,0
7. Trinkaus Emerging-Fund: 139,3
8. Lazard Emerging World USD: 134,8
9. Swisscanto E.F. Emerg.Markets: 127,5
10. DWS Emerging Markets: 127,2
Quelle: *FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 31.01.2007.
Weitere Infos:
www.robeco.de
http://en.wikipedia.org/wiki/Emerging_markets


