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aktualisiert: 24.05.2011 09:07

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NORDAFRIKA

Ägypten: Ausländer warten auf die Wahlen



Am ägyptischen Aktienmarkt wurde viel Porzellan zerschlagen
Seit Januar hat der JB Northern Africa Fund 17 Prozent verloren. Manager Tommaso Bonanata will die Verluste bis Jahresende aufholen

von Jörg Billina, €uro am Sonntag

Die Aufstände im Nahen Osten haben die Kurse an den nordafrikanischen Börsen ge­drückt. €uro am Sonntag sprach mit Tommaso Bonanata, dem Manager des JB Northern Africa Fund (ISIN: LU 030 375 653 9), über die Folgen der arabischen Revolution.

€uro am Sonntag: Auf dem Höhepunkt der Unruhen wurden die Börsen in Kairo und Alexandria geschlossen. Ende März wurden sie wieder geöffnet. Wie hat sich die Situation seither entwickelt?
Tommaso Bonanata:
Es gab eine ­Erholung, doch die Vorrevolutionniveaus wurden bislang nicht wieder erreicht. Seit Jahresanfang weist die Börse in Kairo ein Minus von 25 Prozent auf. Ausländische Anleger haben ihre Gelder abgezogen. Auf dem Markt sind derzeit fast nur inländische Investoren aktiv.

Wann steigen ausländische Anleger wieder ein?
Auch wenn die Bewertungen extrem attraktiv sind – Ägypten ist nach Russland der zweitgünstigste Markt –, warten viele Investoren den Ausgang der ersten freien Wahlen in den kommenden Monaten ab. Große Zuwächse sind daher nicht zu erwarten, die Kurse werden weiterhin stark schwanken.

Wie haben Sie als Manager eines auf die Region spe­zialisierten Fonds auf die Ereignisse in Ägypten, Tunesien und in anderen Staaten Nordafrikas reagiert?
Wir haben unser Engagement in Nordafrika von rund 55 auf 40 Prozent der Mittel reduziert. Im Gegenzug erhöhten wir die Gewichtung in Staaten südlich der Sahara. Wir haben auch einen Branchenwechsel vorgenommen. In Ägypten sind die Löhne nach Streiks um rund 20 Prozent gestiegen. Doch in Zeiten erhöhter Unsicherheit kaufen die Menschen keine Häuser oder Autos. Sie geben dagegen mehr Geld für Basisgüter wie Nahrungsmittel aus. Gute Chancen sehen wir daher bei Haushaltsgeräteherstellern wie zum Beispiel Olympic Group.


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Ihr Fonds weist seit Jahresanfang ein kräftiges Minus auf. Mit welchem Ergebnis rechnen Sie Ende Dezember?
Wir wollen die Verluste bis dahin wieder abbauen und sehen dazu eigentlich gute Chancen.

Warum investieren Sie nicht in Ghana? Der ghana­ische Leitindex ist seit Jahresanfang um 16 Prozent gestiegen.
Wir haben das Land auf der Watchlist. Doch der Markt ist für uns noch zu illiquide. Wir engagieren uns jedoch in Unternehmen, die von den Ölfunden vor Ghanas Küste profitieren.

Bildquellen: iStock

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