15.03.2013 10:28
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PIMCO GIS Credit Absolute Return Fund: Keine Blasengefahr bei High Yield

Wien (www.fondscheck.de) - Ryan Blute, Executive Vice President und Leiter Produktmanagement Europa bei PIMCO, spricht im Exklusiv-Gespräch mit e-fundresearch über die hauseigene Absolute Return-Strategie, Preisverzerrungen im High Yield-Bereich und aktuelle Portfolio-Themen, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Die letzten fünf Jahre seien sehr gut für Corporate Bond Investoren gewesen. Man habe fast alles kaufen können. "Was uns nicht sehr glücklich macht, ist, dass die Renditen im Investmentgrade-Segment inzwischen stark zurückgegangen sind und das Zinsrisiko auf mittlere Sicht wieder deutlich gestiegen ist", habe Blute gesagt. Man habe deshalb mit CARS (Credit-Absolute-Return-Strategie, Anm.) eine Strategie entwickeln wollen, die diesen Entwicklungen Rechnung trage.

Das Ziel sei es, mit dem Absolute Return-Ansatz eine jährliche Performance von 4 bis 5% vor Kosten zu bringen.

Man könne in einen Mix aus Investmentgrade Bonds, High Yield, EMD, Convertible Bonds, Bankdarlehen sowie CDS Long-/Shortpositionen investieren. Was die Anlagerichtlinien betreffe, dürfe der Anteil an Hochzinsanleihen und EMD im Portfolio jeweils maximal 70% ausmachen, jener von Bankdarlehen maximal 50%. Die durchschnittliche Mindestqualität habe man bei B- angesetzt.

Am Beginn des Investmentprozesses beginne man mit einem leeren Blatt Papier. Das heiße, man orientiere sich nicht an einem Index, sondern suche sich aus allen Segmenten die besten Titel raus. Insgesamt setze sich der Investmentprozess aus drei Schritten zusammen. In einem ersten Schritt frage man sich, wie anfällig ein Unternehmen für globale Makroentwicklungen sei. Darauf folge eine Bottom-Up-Analyse. 50 Credit-Analysten würden dabei die Unternehmen nach einem internen Rating-System bewerten und danach ihre Empfehlungen abgeben. Abgeschlossen werde der Prozess mit einer Bewertungsanalyse.

Die größten Positionen im Portfolio würden in allen drei Schritten hervorstechen. Weniger Große, könnten auch in einzelnen Punkten weniger gut abschneiden.

Der größte Beweggrund, um Änderungen vorzunehmen, seien Bewertungsänderungen.

Man versuche, Wachstumsfirmen zu kaufen, die genug Cashflows generieren würden, um ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können, ohne sich wiederholt über die Anleihenmärkte refinanzieren zu müssen. Gleichzeitig versuche man auch Rising Stars zu identifizieren. Anleger würden bekanntlich sehr viel wert auf Ratings legen, so dass man versuche, diese Titel vor anstehenden Upgradings zu kaufen.

Bei High Yield komme es in erster Linie auf die einzelnen Unternehmen und die mit ihnen verbundenen Risiken an. Aktuell seien rund 22% des Portfolios unterhalb des Investmentgrade-Segments angesiedelt.

Man sehe bei High Yield noch genügend interessante Gelegenheiten. Was allerdings Sorgen mache, sei, dass es in dem Segment zuletzt zu Preisverzerrungen gekommen sei. Das niedrige Zinsumfeld habe die Anleihenkurse in die Höhe getrieben - dasselbe gelte im Übrigen für alle finanziellen Vermögenswerte. Ab einen gewissen Punkt müssten die Preise eines Assets letztlich dessen wahren Wert reflektieren.

Um die Gefahr einer Blase bei High Yield richtig einschätzen zu können, müsse man sich zwei Faktoren anschauen: Das Spread-Risiko sowie die staatlichen Zinsen. Was Ersteres betreffe, sehe man keine Anzeichen, dass sich die Spreads im weiteren Jahresverlauf weiter ausweiten würden. "Man darf nicht vergessen, dass wir uns in der Nähe der langfristigen Tiefstände befinden. Das Risiko steigender staatlicher Zinsen sehen wir auch nicht", so Blute. Die Geldpolitik werde länger locker bleiben, als es viele Menschen denken würden.

"Corporate Bonds aus den Emerging Markets gefallen uns gut", so Blute. Die Unternehmen würden davon in schnell wachsenden Märkten profitieren - mit BIP-Wachstumsraten von 4 bis 5% - zu tätig zu sein. Sie würden Investoren nicht nur Renditeaufschläge zahlen, sondern seien oft auch weniger verschuldet als Firmen aus den entwickelten Ländern.

Was die Themen im Portfolio betreffe, habe man versucht, von einer Erholung des Hausmarktes in den USA zu profitieren, ebenso wie vom Boom in der Energie-Exploration.

Seit seiner Auflage im Oktober 2011 habe der PIMCO GIS Credit Absolute Return Fund (ISIN IE00B3N0PT13/ WKN A1JEFS) Anlegern eine Performance von knapp 9% gebracht. Auf Einjahressicht stehe ein solides Plus von 7,50% zu Buche, für die vergangenen sechs Monate knapp 5%. Der Investmentgrade-Anteil des Portfolios betrage aktuell 60%. Das Emerging Markets-Exposure liege bei 10%. (15.03.2013/fc/a/f)

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