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04.09.2006 15:47

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Pioneer Fund macht dicht


Der Pioneer Fund wurde bereits 1928 aufgelegt. Und er ist eine Erfolgsgeschichte. In 78 Jahren machte der US-Fonds aus 10.000 Dollar eine Summe von 95 Millionen Dollar. Doch in Deutschland sind die Tage des Pioneer Fund gezählt. Ab November will Pioneer nur noch einen Klon des Fonds-Klassikers anbieten. Die neuen Tranchen sind für Anleger jedoch teurer. (Im Bild Pioneer Fund-Manager John Carey)

Pioneer stellt Europa-Vertrieb von vier Aktienfonds ein

Die Fusion von Pioneer und Activest ist in vollem Gang. Dennoch hat das Italo/US-Unternehmen den Kopf frei, um per 30. September 2007 den Europa-Vertrieb von vier Aktienfonds einzustellen, die nach US-Recht aufgelegt sind. Dazu zählt der bereits erwähnte Pioneer Fund (ISIN US 723 682 100 2) sowie drei weitere Fonds.

So müssen Anleger auch von John Rodman Wrights Originalversion des Mid Cap Value Fund (ISIN US 723 75Q 108 5) Abschied nehmen. Genauso wie von Christopher Smarts Pioneer International Value Fund (ISIN US 723 709 101 9) und von Aaron Clarks Pioneer Value Fund (ISIN US 724 010 103 7).

Pioneer bieten Tausch in Luxemburger Klon-Fonds an

Schon ab 1. November werden für die vier Fonds bei Pioneer keine Neu-Konten mehr eröffnet. Als Grund für die Maßnahme nennt Pioneer die immer stärker abweichenden Anforderungen der US-Börsenaufsicht SEC und der deutschen BaFin an Fondsgesellschaften.

Pioneer legt den Anlegern daher nahe, in Luxemburger Klon-Fonds zu wechseln: in den US Pioneer Fund (LU 013 364 346 9), den Pioneer US Value (ISIN LU 013 362 181 2) sowie den Pioneer US Mid Cap Value (LU 013 360 758 9). Der Umtausch in die Luxemburg-Fonds wird kostenlos vorgenommen. Teilweise gibt es die Fonds auch in einer währungsgesicherten Euro-Tranche.

W8-Steuerformular fällt weg, laufende Kosten steigen

Einen Vorteil haben die Luxemburger Fonds gegenüber den US-Originalen: Das ominöse W8-Formular kann endgültig ad acta gelegt werden. Bislang sollte man es tunlichst ausgefüllt haben, weil sonst die US-Quellensteuer einbehalten wurde.

Allerdings gibt es auch Nachteile bei den Luxemburger Klonen: Sie weisen erheblich höhere Gebühren auf. So fallen etwa beim Pioneer Value Fonds jährlich maximal 0,7 Prozent Managementgebühr an, beim europäischen Pendant mit 1,5 Prozent mehr als doppelt so viel.

Anleger können US-Tranchen behalten

Dadurch erklären sich auch die Renditeunterschiede zwischen den US- und Luxemburg-Tranchen. In den vergangenen drei Jahren lagen diese bei drei bis fünf Prozentpunkten – jeweils zum Nachteil der Luxemburg-Fonds. Noch schlechter lief bis dato der Top Global Players von Piergaetano Iaccarino, der als Alternative zum Pioneer International Value Fund empfohlen wird.

Betroffene Anleger können ihre Fondsanteile auch einfach behalten, ohne steuerliche Nachteile fürchten zu müssen – und sollten das auch tun. Denn obwohl die Fonds aus dem Vertrieb genommen werden, liefert Pioneer auch weiterhin die notwendigen Daten für die Gewinnbesteuerung.

Franklin Templeton will Vertrieb des Templeton Growth Fund nicht stoppen

Der Vertriebsstopp dürfte denn auch eher aus Ertragsüberlegungen, denn aus rechtlichen Aspekten resultieren – denn die US-Tranchen sind günstig für Anleger, nicht aber so ertragreich für Pioneer. Bei Franklin Templeton zumindest gibt es keine Überlegungen, den Vertrieb der US-Version des Templeton Growth Fund zu stoppen, für den die selben rechtlichen Regeln gelten.

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