18.03.2013 10:25
Bewerten
 (8)

Weniger ist mehr!

Prof. Otte-Kolumne

Max Otte
Vorgestern war ich in Wolverhampton. Wenn Sie nicht wissen, wo das ist, verstehe ich das. Es ist eine Stadt im Norden von Birmingham.
Was ich da wollte? Ein Konzert von Status Quo besuchen. Der äußerst kompakte Boogie-Rock von Status Quo hat mich begeistert, seitdem ich die Band um 1978 herum kennenlernte. Zum ersten und einzigen Mal seit 30 (!) Jahren hat sich die Band in ihrer Originalbesetzung zusammengefunden, um eine kleine Tour von neun Konzerten in England zu absolvieren. Es war grandios.

Die Band hatte sich schon 1981 von ihrem Drummer John Coghlan getrennt, weil er anscheinend damals ein Drogenproblem hatte, das seine Leistungsfähigkeit beeinträchtigte. Dann führte ein zunehmender Egotrip des Leadgitarristen dazu, dass man auch noch den Bassisten – ein Freund und Gründungsmitglied – unschön hinausdrängte. Es folgten viele Jahre mit Rechtsstreitigkeiten und einer bitteren Atmosphäre. Francis Rossi und Rick Parfitt machten mit angestellten Musikern weiter, konnten aber niemals die Magie früherer Jahre erreichen.

In der Schlange vor dem Stand, an den man den Live-Mitschnitt kaufen konnte, standen nachher zwei Franken, mit denen ich ins Gespräch kam. Der eine meinte: „Und Du siehst aus wie jemand, der sonst immer im Fernsehen ist und die Eurokrise erklärt.“ Ich hätte doch meine Brille absetzen sollen…

Warum ich das schreibe? Nun, ich will Sie nicht von der Band überzeugen. Aber der Fall Status Quo illustriert zwei Dinge, die für das Investieren von größter Wichtigkeit sind.

Erstens: Kontinuität. Als das Quartett auseinanderging, war Status Quo nicht mehr Status Quo. Die Band von ca. 1990 bis heute wirkt wie eine billige Kopie ihrer selbst. Auch beim Investieren müssen Sie einen Stil finden und diesem Stil treu bleiben.

Zweitens: Einfachheit. Ich war mit dem früheren Drummer meiner Status-Quo-Coverband auf dem Konzert. Irgendwann rutschte es aus ihm heraus: „Weniger ist mehr.“ Es ist wirklich erstaunlich, wie „wenig“ die einzelnen Mitglieder musikalisch machen. Ich kenne kaum einen Drummer, der so „wenig“ spielt wie John Coghlan. Und dann die berühmten „drei Griffe“ der Band. Aber das Zusammenspiel bringt es. Auch beim Investieren lohnt es sich immer wieder, lieber weniger anstelle von mehr zu machen. Ihre Investments werden es Ihnen danken.

Denken Sie an Warren Buffett, der beide Eigenschaften in höchstem Maße besitzt.

Der PI Global Value Fonds (WKN: A0NE9G) hat einen neuen Höchststand erreicht. Es scheint so, als ob die Telekomwerte nun langsam ihr Tief erreicht haben. Mit gewissen Summen können Sie durchaus einsteigen oder verbilligen.

Überall wird in den Finanzzeitungen derzeit von einer „Hausse“ und „Überbewertung“ gesprochen, nur weil seit einem Jahr die Kurse steigen. So ein Quatsch. Die USA sind überbewertet, die Schweiz ist überbewertet, einzelne andere Märkte auch. Wir können aber noch viele billige Aktien für Sie finden.

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Das Institut analysiert nach der von ihm entwickelten Strategie der Königsanalyse © börsennotierte Unternehmen und setzt sich dafür ein, mit transparenten Informationen Privatanleger bei der Entwicklung nachhaltiger und langfristig ausgerichteter Aktienstrategien zu unterstützen. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX geht schwächer ins Wochenende -- US-Börsen schließen im Minus -- Twitter kurz vor Übernahme? -- Commerzbank steht wohl vor massivem Stellenabbau -- Telekom, Innogy-IPO, Yahoo im Fokus

Flugbegleitergewerkschaft Ufo droht mit Streik bei Eurowings. Axel Springer übernimmt La Centrale vollständig. IWF bekräftigt Forderung nach Schuldenerleichterung für Athen. Apple testet wohl eigenen vernetzten Lautsprecher. DAX-Anleger sind dank Geldspritzen fit für Gipfelsturm.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Der Gehaltsreport

Umfrage

Greenpeace hat am Montagmorgen gegen das Freihandelsabkommen Ceta protestiert. Wie ist Ihre Haltung gegenüber dem Abkommen mit Kanada?