-->-->
28.01.2013 11:16
Bewerten
 (55)

Wo ist sie denn, die Eurokrise?

Prof. Otte-Kolumne

Max Otte
In den letzten Wochen ist es ruhig geworden um die Eurokrise. Man hört nicht mehr viel davon.
Die Refinanzierungsschwierigkeiten Zyperns waren den Medien keine Schlagzeilen mehr wert. Sicher, es handelt sich nur um 0,2% des BIP der Euroländer. Aber welch ein Unterschied zum nur unwesentlich größeren Griechenland, wo es angeblich um „Krieg oder Frieden“ (Jean-Claude Juncker) ging.

Die Renditedifferenzen bei Staatsanleihen zwischen dem Norden und dem Süden gehen dramatisch zurück. Die Kurse der Aktien der Südländer sinken.

Das ist eine schöne Bestätigung der Anlagestrategie, die wir seit Mitte 2010 fahren, und die uns zwischendurch auch einige Kopfschmerzen bereitet hat: in(süd)europäische Aktien zu investieren. 2011 und 2012 haben wir den Anteil an Südaktien erhöht – und diese fielen meistens munter weiter im Kurs und bescherten dem PI Global Value Fund zwischenzeitlich erhebliche Verluste.

Derzeit sind fast 30 Prozent des Fondsvolumens in Südaktien, und endlich macht es sich bezahlt.

Ich habe Ihnen an dieser Stelle mehrfach geschrieben: Der Euro wird von der herrschenden politischen Elite mit aller Kraft gerettet. (Dabei retten wir den Euro gar nicht – welche Verdrehung der Tatsachen – sondern wir stellen nur sicher, dass kein Land aus der Eurozone ausscheidet. Was das mit einer „Rettung“ des Euro zu tun hat, muss man mir erst einmal erklären.)

Wir beschädigen, ja zerstören vielleicht die Demokratie. Wir schaffen Unfrieden in Europa. Wir stürzen die Bevölkerungen der Südländer ins Elend. Aber wir werden die Eurozone verteidigen, komme was wolle.

Das heißt: mehr Geld, mehr Liquidität, mehr Inflation im Norden. In einer solchen Situation sind Sachwerte besser als Geldforderungen. Setzten Sie also vor allem auf Qualitätsaktien, Gold und Immobilien.

P.S.: Ganz habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass Griechenland vielleicht doch noch aus der Eurozone ausscheiden muss und wir so die Demokratie retten können.

Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX schließt im Plus -- Dow schließt im Minus -- K+S ernennt neuen Chef -- Notenbankertreffen in Jackson Hole - Warum es diesmal besonders spannend wird -- Tesla im Fokus

UFO-Mitglieder segnen Schlichtungs-Ergebnis mit Lufthansa ab.UBS, Deutsche Bank, Santander und BNY Mellon tüfteln wohl an Digitalwährung. Volkswagen muss in Südkorea Audis zurückrufen. Robuste Konjunktur lässt deutsche Staatskasse klingeln. Windeln.de-Aktie stoppt Talfahrt.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Wer ist die bestbezahlte Schauspielerin der Welt im Jahr 2016?
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Die Top 10

Umfrage

Die Bundesregierung will die Bevölkerung wieder zur Vorratshaltung animieren, damit sie sich im Falle schwerer Katastrophen oder eines bewaffneten Angriffs vorübergehend selbst versorgen kann. Panikmache oder begründet?
-->