19.12.2012 15:23
Bewerten
 (0)

Regierung beschließt Entwurf zur Honorarberatung

Kabinett legt Gesetzentwurf vor. „Honorar-Finanzanlageberater“ soll geschützter Begriff werden.

Die Bundesregierung hat heute den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung und Regulierung einer Honorarberatung über Finanzinstrumente beschlossen. Das sogenannte „Honoraranlageberatungsgesetz“ sei ein weiterer wichtiger Baustein im neuen Ordnungsrahmen für die Finanzmärkte und stärke die Anlegerrechte, teilt das Bundesfinanzministerium mit. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Provisionsberatung Fehlanreize setzen könne. Mit dem Gesetz soll die unabhängige Honorarberatung gestärkt werden. Honorarberater dürfen keine Provisionen von Produktanbietern oder Dritten behalten, deren Produkte sie vermitteln.

„Deutschland geht mit diesem Gesetzentwurf bei der Regulierung der Honorarberatung auf europäischer Ebene voran“, heißt es aus dem Finanzministerium. Durch die Einführung der geschützten Bezeichnungen des „Honorar-Anlageberaters“ im Wertpapierhandelsgesetz sowie des „Honorar-Finanzanlagenberaters“ in der Gewerbeordnung  werde es für die Kunden zukünftig transparenter, ob die Beratung durch Provisionen des Produktanbieters oder nur durch das Honorar des Kunden vergütet wird. Der Kunde könne selbst entscheiden, welche Form der Dienstleistung er in Anspruch nehmen möchte.

Honorar-Anlageberatung darf nach dem Gesetzentwurf nur von Beratern erbracht werden, die bei der Beratung einen ausreichenden Marktüberblick zugrunde legen und sich die Beratungsleistung allein durch Zuwendungen des Kunden vergüten lassen. Für Wertpapierdienstleister werde eine organisatorische Trennung von provisionsgestützter Anlageberatung und der Honorar-Anlageberatung vorgeschrieben. „Durch eine Erweiterung der Bußgeldvorschriften wird zudem eine effektive Durchsetzung der für die Honorar-Anlageberatung aufgestellten Gebote und Verbote zusätzlich zu den anderen aufsichtsrechtlichen Sanktionsmöglichkeiten geschaffen“, teilt das Ministerium mit. Neben diesen Vorgaben an den „Honorar-Anlageberater“ im Wertpapierhandelsgesetz werde in der Gewerbeordnung zudem eine Erlaubnispflicht für die „Honorar-Finanzanlagenberater“ eingeführt, die nur zu bestimmten Finanzprodukten wie offenen Investmentfonds beraten dürfen.

Der Gesetzentwurf wird noch in diesem Jahr dem Bundesrat zugeleitet, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums gegenüber FundResearch. Die erste Lesung über das Gesetz werde am 1. Februar 2013 stattfinden. Der Bundetags berät erstmals am 21. Februar 2013. Der parlamentarischen Verhandlungen werden bis Mitte 2013 abgeschlossen sein. Ein Jahr später soll das Gesetz in Kraft treten.

(PD)

powered by
€uro FundResearch

Artikel empfehlen?

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX schließt deutlich leichter -- Dow schließt schwächer -- Tsipras spricht mit Merkel über neue Vorschläge - Umschuldung geplant -- Tsakalotos löst Varoufakis ab -- Deutsche Post im Fokus

ProSieben und Springer sondieren offenbar Fusion. EZB hält Notkredite für griechische Banken auf aktuellem Stand. Griechische Banken bleiben weiter geschlossen. IWF grundsätzlich bereit zu weiteren Griechenland-Hilfen. Piloten: Schlichtung bei Lufthansa gescheitert. EU-Kommission hält Griechenland-Kompromiss immer noch für möglich. EZB wird wohl Hellas-Geldversorgung nicht stoppen.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Welcher Fußballtrainer verdient am meisten?

Umfrage

Griechenlands Finanzminister Varoufakis tritt zurück. Glauben Sie, dass nun eine Einigung im Schuldenstreit näher rückt?