08.02.2013 11:12
Bewerten
 (0)

„Regulierung geht an Realität vorbei“

Vermögensverwalter glauben nicht, dass regulatorische Anforderungen den Anlegerschutz verbessern.

Bankenunabhängige Vermögensverwalter stehen den zunehmenden regulatorischen Anforderungen überwiegend kritisch gegenüber. Das geht aus einer Umfrage der DAB bank unter 141 Finanzportfolioverwaltern hervor. 80 Prozent der Befragten glauben nicht, dass der Anlegerschutz dadurch verbessert werden kann. Für 86 Prozent gehen die regulatorischen Anforderungen sogar völlig an der Realität vorbei und führen eher zu bürokratischen Belastungen als zu einer Verbesserung des Verbraucherschutzes. Die Finanzmarktrichtlinie MiFID beschäftigt 95 Prozent der Vermögensverwalter von allen regulatorischen Vorhaben am stärksten.

Mehr als die Hälfte der Befragten geht zudem nicht davon aus, dass ihr Unternehmen durch höhere Aufsichtsanforderungen verbessert wird. 71 Prozent benötigen für die Umsetzung der Regulierung externe Hilfe von Anwälten, Wirtschaftsprüfern oder Verbänden. Das treibt die Kosten in die Höhe: 50 Prozent der Vermögensverwalter erwarten einen jährlichen Kostenaufwand zwischen 20.000 und 50.000 Euro aus. 14 Prozent der Befragten gehen von noch höheren Kosten aus. Dies erweise sich insbesondere für kleinere Vermögensverwaltungen als Nachteil. 94 Prozent aller befragten Verwalter stimmten der Aussage zu, dass der regulatorische Aufwand gerade für kleine Häuser deutlich schwieriger zu bewältigen ist. 90 Prozent sind zudem der Überzeugung, dass dieser zusätzliche Aufwand den Sprung in die Selbständigkeit erschwert.

„Die Hauptaufgabe und Kernkompetenz unabhängiger Vermögensverwalter ist die Beratung ihrer Kunden“, erläutert Dr. Josef Zellner, Vorstand der DAB bank. „Die Pflicht zur Auseinandersetzung mit den Vorschriften mindert jedoch die Zeit für das Kerngeschäft.“ Es werde Zeit, dass die zuständigen Politiker innehalten und die Regulierung so anpassen, dass sie für die Finanzdienstleister leichter umsetzbar sind und Privatanleger tatsächlich schützen, fordert Zellner.

(PD)

powered by
€uro FundResearch

Artikel empfehlen?
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX mit Verlusten -- Dow fester -- Fed beendet Anleihekäufe -- Apple-Chef Tim Cook outet sich als schwul -- Lufthansa kassiert Prognose 2015 -- VW, Bayer, Linde im Fokus

Kellogg's verkauft weniger Lebensmittel. Deutschland: Inflation weiter auf tiefstem Stand seit über vier Jahren. Mastercard profitiert weiter vom Konsumaufschwung. US-Wirtschaft wächst um 3,5 Prozent. Russland sieht Chance für Gas-Einigung. Ratiopharm-Mutter Teva verdient besser und kauft mehr Aktien zurück.
In welchen europäischen Ländern ist das Preisniveau besonders hoch?

Welche Aktien zählt George Soros zu seinem Portfolio?

Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat den Sparkurs der Bundesregierung infrage gestellt. Denken Sie auch, dass der Staat mehr investieren sollte?

Anzeige