28.06.2013 14:34
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Renditeanstieg trifft Hochzinsanleihefonds

Wien (www.fondscheck.de) - Der Kursverfall am Rentenmarkt schlägt voll auf Hochzinspapiere durch, so die Experten von "FONDS professionell".

Erstmals seit August 2012 sei der durchschnittliche Kurs globaler High-Yield-Anleihen unter 100 Prozent gefallen, melde die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf den entsprechenden Index der Bank of America Merrill Lynch (BofA). Im Schnitt habe eine Hochzinsanleihe am Donnerstag 99,4 Cent je US-Dollar Nominalwert gekostet - nach einem Hoch bei 106 Cent im Mai.

Der Preisverfall habe den Kursanstieg seit Jahresbeginn inzwischen zunichte gemacht. 2012 hätten globale Hochzinsanleihen gemessen am BofA-Index noch 18,8 Prozent zugelegt. Spiegelbildlich zum Kurssturz sei die Rendite der Anleihen gestiegen: Inzwischen würden die Ramschpapiere im Schnitt 6,8 Prozent pro anno abwerfen, Anfang Mai habe dieser Wert nur noch bei 4,6 Prozent gelegen.

Deutlich ablesen lasse sich die Misere auch am Fondsmarkt: Auf Sicht von einem Monat liege keiner der 208 bei Morningstar geführten Fonds aus dem Segment "Anleihen global hochverzinslich" im Plus. Der rund vier Milliarden US-Dollar schwere Schroder ISF Global High Yield (Schroder ISF Global High Yield USD A Acc) etwa habe in den letzten vier Wochen mehr als vier Prozent verloren. Die Performance der Fondskategorie auf Sicht der vergangenen fünf Jahre liege allerdings immer noch bei 11,1 Prozent pro Jahr - das zeige, welche gigantische Rally die Anlageklasse hinter sich habe.

Auch im Vergleich zu anderen Anleihefonds hätten sich die Hochzins-Portfolios wacker geschlagen. Seit Jahresbeginn stehe in Euro gerechnet im Schnitt ein Plus von 0,3 Prozent. Fonds mit Schwerpunkt auf Euro-Unternehmensanleihen hätten dagegen durchschnittlich 0,3 Prozent verloren. Portfolios mit Euro-Staatsanleihen lägen seit Jahresbeginn im Mittel 0,8 Prozent im Minus, solche mit Schwellenländeranleihen sogar 6,6 Prozent.

Für Jorgen Kjaersgaard, Head of European Credit Portfolio Management des US-Vermögensverwalters ACM Bernstein, handle es sich bei den jüngsten Kursverlusten ohnehin nur um eine Korrektur und nicht um das Ende der jahrelangen Rally. "Das Interesse an höheren Renditen ist immer noch groß", habe er gesagt.

Der Rentenprofi erwarte, dass die höheren Renditen der Hochzinsanleihen den negativen Effekt eines insgesamt steigenden Zinsniveaus ausgleichen würden. "Wir sind der festen Überzeugung, dass der Renditeaufschlag von europäischen High-Yield-Anleihen den in den nächsten zwölf Monaten zu erwartenden Anstieg der Staatsanleiherenditen wettmachen wird", so Kjaersgaard.

Das Analysehaus S&P Capital IQ dagegen habe am Montag auf zunehmende Risiken bei europäischen Hochzinsanleihen hingewiesen. "Obwohl die Ausfallraten von Unternehmensanleihen außerhalb des Finanzsektors seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2009 insgesamt wieder sinken, haben sich die Ausfälle in den Hochzinskategorien in den letzten beiden Jahren erhöht", habe Marcel Heinrichs gesagt, Global Head of Analytical Development Group bei S&P Capital IQ. "Für europäische Hochzinsanleihen ist die durchschnittliche Ausfallwahrscheinlichkeit sogar deutlich gestiegen und hat sich allein zwischen Januar 2012 und April 2013 mehr als verdoppelt."

Zu einem ähnlichen Ergebnis sei jüngst die Ratingagentur Moody's gekommen: Sie rechne damit, dass die Ausfallrate globaler High-Yield-Bonds bis Jahresende auf 3,1 Prozent steigen werde. Im April hätten die Analysten noch prognostiziert, dass nur 2,6 Prozent der Unternehmen zahlungsunfähig würden.

Die Unternehmen hätten die bis vor Kurzem sehr hohe Nachfrage von Anlegern nach hochverzinslichen Papieren dankbar angenommen: Bis Ende Mai seien in diesem Jahr schon 521 Hochzinsanleihen mit einem Volumen von insgesamt 254 Milliarden US-Dollar begeben worden - Rekord. Im Vorjahreszeitraum hätten die Unternehmen nur 166 Milliarden Dollar in 352 Transaktionen eingesammelt, zeige eine Auswertung des Datenanbieters Dealogic.

Seit Jahresbeginn würden High-Yield-Bonds neun Prozent der gesamten globalen Anleiheemissionen ausmachen, so Dealogic. Auch das sei ein Rekord. 2012 zum Beispiel habe diese Quote noch bei sechs Prozent gelegen.

Wegen der Emissionsflut seien kürzlich mehrere warnende Stimmen zu hören gewesen. "Am High-Yield-Markt sind Anzeichen einer Blase zu erkennen", habe Ende Mai etwa Jörn Wasmund, Co-Europachef des Rentenbereichs der Deutsche Asset & Wealth Management, gesagt. (28.06.2013/fc/a/f)

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