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18.11.2011 09:41

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Sieben Offene Immobilienfonds in Liquidation


Berlin (aktiencheck.de AG) - Mittlerweile befinden sich sieben Offene Immobilienfonds in Auflösung, so die Analysten von Scope Analysis.

Das verbleibende Vermögen dieser Fonds summiere sich derzeit gemäß Angaben der Gesellschaften auf 6,7 Mrd. Euro, der Wert der Fondsimmobilien belaufe sich sogar auf 9,3 Mrd. Euro. Die beiden größten betroffenen Vehikel seien der AXA Immoselect und der DEGI INTERNATIONAL (DEGI International) mit einem Fondsvermögen von 2,5 bzw. 1,5 Mrd. Euro. Beide Fonds hätten erst im Oktober 2011 ihre Auflösung angekündigt.

Alle sieben Fonds hätten in den vergangenen zwei Jahren Objekte veräußert. Am meisten habe der KanAm US-grundinvest Fonds verkauft. Zwischen März 2010 und Mai 2011 habe der auf US-Immobilien spezialisierte Fonds sein gesamtes Portfolio von 17 Immobilien verkauft. Die Verkehrswerte der veräußerten Objekte würden sich auf 1,16 Mrd. US-Dollar summieren.

Auch die Verkaufstätigkeit des DEGI INTERNATIONAL sei relativ hoch gewesen. Der Fonds habe in den letzten beiden Jahren acht Objekte für rund 600 Mio. Euro veräußert. Sein "Schwesterfonds", DEGI EUROPA (DEGI Europa), habe sich von fünf Objekten für rund 650 Mio. Euro getrennt. Der Verkauf eines sechsten Objektes, der Frankfurter Hochhauses Westend­Gate, solle bereits abgeschlossen sein, sei von der KAG aber noch nicht bestätigt.

Der Morgan Stanley P2 Value (Morgan Stanley P2 Value ) habe seit Mitte 2010 fünf Objekte für 275 Mio. Euro veräußern können. Eine sechste, leerstehende Immobilie in Japan habe komplett abgeschrieben und an die finanzierende Bank übergeben werden müssen. Der AXA Immoselect und der TMW Immobilien Weltfonds (TMW Immobilien Weltfonds P) hätten seit Januar 2010 jeweils vier Objekte verkauften, der DEGI Global Business bislang lediglich zwei.

Der Auflösungsprozess beinhalte eine halbjährliche Ausschüttung der Erlöse, soweit diese nicht zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen laufenden Bewirtschaftung benötigt würden und soweit nicht Gewährleistungszusagen aus den Veräußerungsgeschäften oder zu erwartende Auseinandersetzungskosten (z.B. in steuerlichen oder rechtlichen Angelegenheiten) den Einbehalt im Sondervermögen verlangen würden. Der Stand bei den betreffenden Fonds sei jedoch unterschiedlich.

Am weitesten fortgeschritten sei der Veräußerungsprozess derzeit beim KanAm US-grundinvest Fonds. Dieser habe am 15. Dezember 2010 rund 250 Mio. US-Dollar und am 15. Juni 2011 180 Mio. US-Dollar an die Anleger ausgezahlt. Damit seien 80 Prozent des Fondsvermögens gemessen am Fondsvolumen zum Zeitpunkt der Auflösungsbekanntgabe an die Anleger zurückgeflossen. Auch der DEGI EUROPA und der Morgan Stanley P2 Value hätten schon zwei Auszahlungen an die Anleger vorgenommen. Aus dem DEGI EUROPA seien 302 Mio. Euro an die Anleger geflossen, was 23 Prozent des Fondsvermögens zum Zeitpunkt der Auflösungsankündigung entspreche. Der Morgan Stanley P2 Value, der seine Auflösung ebenfalls im Oktober 2010 bekannt gegeben habe, habe seinen Anlegern bislang nur 16 Prozent des Fondsvermögens - das seien 138 Mio. Euro - ausgezahlt.

Die anderen vier Fonds in Abwicklung hätten zumindest Zahlungen angekündigt. Die beiden Schwergewichte DEGI INTERNATIONAL und AXA Immoselect wollten im April 2012 eine erste Tranche an die Anleger zahlen. Seien alle Immobilien veräußert und die Darlehen zurückgeführt, würden der KAG überwiegend administrative Aufgaben bleiben. Dazu zähle in erster Linie die Begleichung steuerlicher Ansprüche der Finanzbehörden.

Noch ungeklärt sei die Frage, was passiere, wenn die Kündigung des Sondervermögens nach Ablauf der angekündigten Frist durch die KAG wirksam werde und bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Immobilien durch die KAG veräußert worden seien. Rechtlich gesehen, würde die Verwaltung des Sondervermögens dann an die Depotbank übergehen. Die Depotbanken würden ihrerseits aktuell jedoch weder die Kapazitäten noch die Kompetenzen zur Verwaltung / Auflösung eines solchen Vehikels vorhalten. Weiterhin fraglich erscheinen mögliche grunderwerbsteuerliche Auswirkungen in diesem Falle, so die Analysten von Scope Analysis. (Ausgabe vom 17.11.2011) (18.11.2011/fc/a/f)

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