13.11.2012 15:22
Bewerten
 (1)

Geschlossene Immobilienfonds fallen durch

Stiftung Warentest: Geschlossene Immobilienfonds fallen durch | Nachricht | finanzen.net
Stiftung Warentest

Geschlossene Immobilienfonds sind nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest für Anleger oft riskant und kaum durchschaubar.

40 von 58 Fonds für Immobilienprojekte in Deutschland fielen bei dem Test durch. Nur acht Fonds erhielten das Qualitätsurteil "befriedigend", zehn andere die Note "ausreichend", wie die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer neuen Ausgabe berichtet. Kein Fonds schnitt mit "sehr gut" oder "gut" ab.

   "Das Ergebnis ist eine deutliche Warnung für Anleger und für die Branche kein Ruhmesblatt", sagte Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen am Dienstag in Berlin. Geschlossene Immobilienfonds seien für die Altersvorsorge und für Kleinsparer ungeeignet. Der Verband Geschlossene Fonds (VGF) stellte einige der Warentest-Kriterien infrage und verwies auf eine gute Leistungsbilanz.

   Geschlossene Immobilienfonds investieren über zehn oder mehr Jahre Millionen-Eurobeträge in ein oder mehrere Bauprojekte wie Bürogebäude, Hotels, Einkaufszentren oder Wohnheime. Die Häuser werden mit Geld von Anlegern und Krediten finanziert. Im ersten Halbjahr 2012 sammelten die Fonds in Deutschland 733 Millionen Euro ein. Anders als bei offenen Immobilienfonds sind die Anleger Gesellschafter und bleiben während der Laufzeit an den Fonds gebunden. Bei Verlusten haften sie in Höhe ihrer Einlage.

   Bei fast der Hälfte der untersuchten Fonds stand für mehr als 10 Prozent der Investitionssumme zum Anlagezeitpunkt nicht fest, in welche Immobilien das Geld fließen sollte. Diese Angebote sortierten die Warentest-Experten wegen des hohen Risikos genauso aus wie Fonds, die mehr als 50 Prozent des benötigten Kapitals über Kredite finanzierten. Andere wichtige Kriterien für die Beurteilung waren die Verlässlichkeit der Mieteinnahmen, das Verhältnis von Kreditanteil und Tilgung und die Höhe der Einmalkosten, die die Fondsbetreiber zu Beginn von den Anlegern kassieren.

   Am besten schnitt ein Fonds ab, der rund 30 Millionen Euro in zwei Apartmenthäuser für Studenten in Hamburg und Frankfurt investiert. Wegen des knappen Wohnraums in den Universitätsstädten seien hohe Mieten erzielbar, der Pächter sei zahlungskräftig, und eine Stiftung sichere die Garantiemiete ab, sagte Tenhagen zur Begründung.

   Nach einer Studie des VGF brachten bis 2010 etwa 85 Prozent der geschlossenen Immobilienfonds mit deutschen Objekten den Anlegern einen Vermögenszuwachs. 15 Prozent hätten Verluste gemacht. Es habe sich auch gezeigt, dass Fonds mit mehr als 50 Prozent Fremdkapital erfolgreicher waren als die anderen, sagte VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba. Es sei deshalb "zweifelhaft", dass "Finanztest" bei seiner Bewertung die Überschreitung dieser 50 Prozent zum K.o.-Merkmal gemacht habe./brd/DP/la

BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: rnagy / Shutterstock.com, zstock / Shutterstock.com

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX geht über 11.200 Punkten ins Wochenende -- US-Börsen in Rekordlaune -- Coca-Cola kündigt Chefwechsel an -- Chinesische Investoren beenden Verhandlungen um Siltronic -- VW, AIXTRON, Zynga im Fokus

Volkswagen hat Beweismittel vernichtet. Atomkonzerne ziehen Teil ihrer Klagen zurück. Orange spricht offenbar mit Vivendi über Kauf von Canal Plus. Coeure: EZB-Beschlüsse enthalten eine Warnung. Evonik kauft Kieselsäure-Geschäft von JM Huber. Steuern: Was sich 2017 alles ändert. Carl Zeiss Meditec legt zu.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Zalando - Wie der Online-Händler seine Gewinn­margen kräftig steigern will!
Der Einkauf von Waren im Internet gehört zu den Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut einer Erhebung des Digitalverbands Bitkom shoppen 98% aller Internet-Nutzer inzwischen online, wobei mehr als drei Viertel mehrmals im Monat Produkte über das Internet ordern. Lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Anlegermagazins, warum Zalando zu den Profiteuren dieses Megatrends gehört und wie es seine Gewinnmargen weiter steigern will.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Umfrage

Glauben Sie, dass es in den kommenden sechs Monaten schwieriger wird, die eigenen Renditeerwartungen zu erzielen?