29.01.2013 09:41
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Teil 3 zu: Kann Deutschland im Alleingang wachsen?

Deutsche Aktien könnten 2013 um 15% steigen und sich besser entwickeln als der europäische Gesamtmarkt. Anleihen staatlicher Emittenten unterhalb der Bundesebene sowie Sondervermögen (SSA) erscheinen attraktiv bewertet.

Von der Konjunkturanalyse zur Investmentidee In früheren Analysen ging es um die Frage, ob Deutschland auch in den nächsten Jahren wachsen kann, obgleich in wichtigen Nachbarländern eine Stagnation droht. Wir waren zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  1. Der Export ist stabil. Aufgrund seiner Länder- und Produktstruktur dürfte die deutsche Wirtschaft weiter von der steigenden Auslandsnachfrage profitieren – auch wenn Europa stagniert.
  2. Im Inland könnten in Zukunft der private Konsum und die Bauinvestitionen die Konjunktur stützen – wenn auch aufgrund des schwachen Potenzialwachstums nur begrenzt.

In diesem Beitrag analysieren wir die Marktentwicklung für den Fall, dass sich unsere mittelfristig positive Einschätzung der deutschen Wirtschaft als richtig erweist. Zusammen mit den Spezialisten von AXA Fixed Income und AXA Real Estate untersuchen wir einige wichtige
Assetklassen (Aktien, Unternehmensanleihen, SSA und Immobilien).

Aktien: Der Lichtblick

Der deutsche Aktienmarkt war 2012 der Lichtblick. Mit einem beeindruckenden Plus von 30% ist er etwa doppelt so stark gestiegen wie internationale Aktien und verzeichnete damit die bei weitem beste Performance aller Industrieländer. Dies liegt nicht nur daran, dass Deutschland in Zeiten mit einer stark schwankenden Risikobereitschaft als sicherer Hafen gilt, sondern auch an den guten Fundamentaldaten der deutschen Unternehmen. Jetzt stellt sich die Frage, ob deutsche Aktien diesen Erfolg 2013 wiederholen können.

Bemerkenswert stabile Unternehmensgewinne

Zwar belegen die jüngsten Daten eine anhaltend schwache Weltkonjunktur, doch waren die Gewinne deutscher Unternehmen im Vergleich zu ihren Wettbewerbern erstaunlich stabil. Heute steigen sie sogar. Während die Gewinne je Aktie weltweit noch immer rückläufig sind, haben sie in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um beeindruckende 12% zugelegt. Möglich wurde dies durch die stabilen Margen und das ebenso stabile Umsatzwachstum.

Die hohen Margen sind der hohen Wettbewerbsfähigkeit und der Preissetzungsmacht zu verdanken. Deutsche Unternehmen haben davon profitiert, dass die Lohnstückkosten dank der Hartz-Reformen in den letzten zehn Jahren zurückgegangen sind. Hinzu kommt, dass sie sich trotz der eher schwachen weltweiten
Nachfrage auf ihre Preissetzungsmacht verlassen konnten. Sie beruht auf der Spezialisierung auf margenstarke Produkte mit einer sehr einkommenselastischen Nachfrage. Dank dieser strukturellen Vorteile und der günstigen Faktorkostenentwicklung haben die Margen bislang kaum unter der weltweiten Konjunkturschwäche gelitten und liegen stabil über ihrem langfristigen Durchschnitt. Weil sich daran nichts ändern dürfte, erwarten wir weiter nur wenig Margendruck.

Kommen wir zu den Umsätzen: Der private Verbrauch ist in Deutschland nach wie vor stabil; die geringe Arbeitslosigkeit und die steigenden Löhne dürften auch 2013 die Gewinne stützen. Aber auch beim Welthandel ist in diesem Jahr ein Wandel zum Besseren zu erwarten – weil die expansive Geld- und Fiskalpolitik, vor allem in Asien und den USA, die Importnachfrage beleben dürfte. Für 2013 erwarten wir einen Anstieg des Welthandels um 4% (ggü. 2% im Vorjahr). In Asien gibt es bereits Anzeichen einer Erholung. So scheinen die koreanischen und chinesischen Exporte allmählich wieder anzuziehen. Weil die Umsätze deutscher Unternehmen stark vom Export abhängen, dürfte das Umsatzwachstum 2013 hoch bleiben.

Alles in allem signalisiert unser gesamtwirtschaftliches Gewinnmodell für Deutschland auf der Basis von Umsatz- und Margenproxys für 2013 ein Wachstum der Unternehmensgewinne um 5 bis 10%.

Der vollständige Marktkommentar im pdf-Dokument

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