16.01.2013 10:57
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Top-Performer 2012: Corporate-Bond-Fonds

München (www.fondscheck.de) - Trotz Rally bieten Corporate Bonds noch attraktive Investments, so die Experten von "FundResearch".

"Die Wertentwicklung von Anleihen aus dem Jahr 2012 lässt sich 2013 nicht wiederholen", prognostiziere Bob Jolly, Head of Global Macro bei Schroders. Seiner Ansicht nach würden die Märkte in diesem Jahr zwischen Euphorie und Elend schwanken: "Euphorie, wenn Wachstum oder Politik für positive Überraschungen sorgen, und Elend, wenn entweder die politischen Reformbemühungen kollektiv eingestellt werden oder die wirtschaftliche Dynamik vorübergehend nachlässt."

Auch das Renten-Team bei Loomis, Sayles & Company rechne für 2013 mit einem schwierigen Marktumfeld. Ein schwaches Wachstum der Weltwirtschaft sowie niedrige Zinssätze hätten es Investoren schwer gemacht, attraktive Renditen zu erzielen. "Die interessantesten Chancen bieten sich aus unserer Sicht bei Unternehmensanleihen sowie Anleihen aus den Schwellenländern", habe Matthew Eagan, Portfolio Manager bei Loomis Sayles, gesagt. "Die Unternehmensanleihen haben zwar bereits eine Rally hinter sich, aber im Hinblick auf ihren absoluten Ertrag gibt es in diesem Bereich immer noch attraktive Investments."

Bob Jolly von Schroders sei weniger optimistisch: "Die Renditebestände der Unternehmensanleihen sind nach der kräftigen Rallye 2012 auf Niveaus gesunken, die passiven Anlegern zwar positive Realrenditen bescheren, aber ohne Aussicht auf einen merklichen Kaufkraftgewinn."

Durch die Politik der EZB im vergangenen Jahr seien die Ausfallrisiken der Eurozone reduziert worden, so Loomis-Sayles-Experte Eagan. Durch ihre Offenen-Markt-Aktivitäten habe sie ein systematisches Zusammenschmelzen des Bankensystems verhindert. "Solange es konjunkturellen Gegenwind in Europa gibt, bleibt die Lage für Renteninvestoren schwierig", räume der Portfolio-Manager ein. "Dennoch sehen wir auch im neuen Jahr in der Eurozone Chancen, die wir beherzt wahrnehmen möchten."

Der europäische Index für Unternehmensanleihen mit Investmentgrade, ML EMU Corporate, habe 2012 ein Plus von 12,24 Prozent verzeichnet. Der Durchschnitt der FINANZEN FundAnalyzer (FVBS)-Kategorie "Rentenfonds EUR/Unternehmen" sei auf einen Wertzuwachs von 12,12 Prozent gekommen. In dieser Kategorie hätten insbesondere drei Fonds hervorstechen können.

Der Euro Corporate Bond A (Morgan Stanley Euro Corporate Bond (EUR) A) von Morgan Stanley sei der drittstärkste Performer der "Rentenfonds EUR/Unternehmen". Die Fondsmanager Richard Ford und Leon Greyer hätten mit ihrem 1,5-Mrd.-Euro-Fonds ein Plus von 19,93 Prozent erreicht. Der Fonds sei im September 2001 aufgelegt worden und komme über den Zeitraum der vergangenen drei Jahre auf eine kumulierte Wertentwicklung von glatt zwanzig Prozent.

Die Total Expense Ratio (TER) betrage 1,08 Prozent. Mit einer Volatilität von 6,69 Prozent über drei Jahre liege der Fonds am risikoreicheren Ende der Peergroup. Die Sharpe Ratio von 0,77 Prozent bringe ihn ins untere Viertel. Diese Werte würden die schlechte €uro-FondsNote 4 erklären, die der Fonds trotz des guten Jahres 2012 trage. Auf Länderebene seien Frankreich (15,90 Prozent) und Großbritannien (13,03 Prozent) am stärksten gewichtet (Stand: 31. Oktober 2012).

Interessant sei, dass die europäischen Schuldenstaaten ebenfalls weit vorne im Portfolio rangieren würden: Italien liege mit 11,47 Prozent auf Rang drei und Spanien mit 7,04 Prozent auf Rang fünf. Deutsche Unternehmen würden mit 5,82 Prozent erst an siebter Stelle folgen. In der Sektorallokation mache das Finanzwesen mit 50,1 Prozent mehr als die Hälfte des Portfolios aus. Auf Unternehmen nicht-zyklischer Konsumgüter würden 9,3 Prozent entfallen, auf Versorger 9,1 Prozent.

Platz zwei gehe an den Euro Corporate Bond Fund A (Invesco Euro Corporate Bond Fund A) von INVESCO. Der Fonds sei im März 2006 aufgelegt worden und trage die €uro-FondsNote 3. Mit einem Gesamtvolumen von 3,31 Mrd. Euro sei er der größte der hier verglichenen Fonds. Die Fondsmanager Paul Causer und Paul Read hätten den Wert ihres Produkts 2012 um 20,34 Prozent gesteigert. Für die vergangenen drei Jahre stehe ein kumuliertes Plus von 26,14 Prozent. Die TER sei mit 1,28 Prozent die teuerste der drei Top-Euro-Rentenfonds. Die Volatilität betrage für den Dreijahreszeitraum 8,53 Prozent. Damit gehöre der Fonds zu den fünf risikoreichsten seiner Peergroup.

Die Sharpe Ratio von 0,81 sei zwar stärker als die des Morgan Stanley-Fonds. Innerhalb der Peergroup müssten sich Causer und Read bei dieser Kennzahl aber mit der unteren Hälfte begnügen. Die beiden Fondsmanager würden Europas Peripheriestaaten noch stärker als Ford und Greyer allokieren: Spanische Unternehmensbonds würden 12,57 Prozent des Portfolios ausmachen - Rang drei (Stand: 30. November 2012). Italien komme mit 11,12 Prozent auf den sechsten Rang vor Deutschland (11,00 Prozent). Am stärksten seien Frankreich (13,36 Prozent) und die USA (13,17 Prozent) vertreten. Auf Sektorebene würden Banken fast die Hälfte des Portfolios ausmachen (49,90 Prozent). Versorger kämen auf 12,88 Prozent und Versicherungen auf 9,33 Prozent.

Bester Euro-Corporate-Bond-Fonds 2012 sei der R Euro Credit C von Rothschild. Das Fondsmanagement-Team komme auf ein Plus von 22,61 Prozent. Der Fonds sei rund 165 Mio. Euro groß und sei im Februar 1997 aufgelegt worden. Mit einer Gesamtgebühr von 0,74 Prozent sei der Fonds vergleichsweise günstig. In den vergangenen drei Jahren sei sein Wert kumuliert um 20,97 Prozent gestiegen. Die Volatilität von 5,21 Prozent in diesem Zeitraum sei durchschnittlich.

Die Sharpe Ratio von 1,15 bringe den Fonds ins obere Viertel der Peergroup. Auch hier zeige sich in der Länderallokation, dass Unternehmensanleihen aus den Krisenländern durchaus gewinnbringend seien: Zwar sei Frankreich mit 22,9 Prozent am stärksten vertreten (Stand: 30. November 2012). Doch dahinter folge die Peripherie: Spanien (17,2 Prozent), Italien (14,2 Prozent), Portugal (10,8 Prozent) und Irland (7,5 Prozent). Auf Deutschland würden lediglich 3,9 Prozent entfallen. Wie bei den anderen beiden Fonds seien auch beim Rothschild-Produkt Finanztitel am stärksten vertreten. Sie würden 52,2 Prozent des Portfolios ausmachen. (Ausgabe vom 15.01.2013) (15.01.2013/fc/a/f)

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