von Andreas Höß, €uro am Sonntag
Blackstone ist bekannt für spektakuläre Übernahmen. Vor der Finanzkrise erwarb der Finanzinvestor für 26 Milliarden US-Dollar die Hilton-Hotelkette. Nun hat Blackstone wieder zugeschlagen: Für 9,4 Milliarden Dollar riss sich das Unternehmen rund 600 US-Einkaufszentren unter den Nagel.
Die größte Transaktion der vergangenen Jahre am Markt für Gewerbeimmobilien besitzt Symbolkraft. Die Konsumtempel waren während der Finanzkrise im wahrsten Sinn des Wortes abgeschrieben. Nun wettet Blackstone auf ihr Comeback. Und damit auch auf die Rückkehr des amerikanischen Konsumenten, der als Garant für einen selbsttragenden Aufschwung in den USA gilt. Denn durch seine Konsumfreude hat er die US-Wirtschaft aus vergangenen Krisen gezogen.
Nach der Subprime-Krise sprang der Binnenkonsum aber nur zögerlich wieder an. 25 Millionen Amerikaner sind derzeit arbeitslos oder unterbeschäftigt, die Hypotheken von 22 Prozent der Eigenheimbesitzer übersteigen den Wert ihrer Immobilie. Obwohl die US-Wirtschaft die Krise hinter sich gelassen hat, spüren die Bürger den Aufschwung kaum.
Die Geldspritzen aus Washington halfen vor allem dem exportlastigen Technologiesektor und der Industrie. Als dort die Geschäfte wieder gut liefen und Gewinne erwirtschaftet wurden, investierten die Unternehmen in ihre Produktionsstätten und ihre IT-Infrastruktur. Neue Arbeitskräfte wurden dagegen kaum eingestellt.

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Die Folge: Mittlerweile produzieren die US-Unternehmen wieder so viele Güter und Dienstleistungen wie vor der Krise – und benötigen dafür acht Millionen Arbeiter weniger.
Doch die Zeichen mehren sich, dass der Aufschwung den Arbeitsmarkt und damit die US-Bürger erreicht. Die Arbeitslosenquote sank seit November von 9,8 auf 9,0 Prozent. Der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe, einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren, notierte zuletzt im Boomjahr 1983 höher als im Moment. Eine Komponente des Index misst die Beschäftigung und die Beschäftigungsaussichten. Demnach könnte allein die Industrie in diesem Jahr monatlich weitere 50.000 Stellen schaffen.
Mit sinkenden Arbeitslosenquoten verbessert sich die gesamte Einkommenssituation der US-Haushalte. Und das bedeutet: Joe Sixpack, wie in Amerika der idealtypische Konsument genannt wird, ist in immer höherem Maß bereit, sein Geld wieder in Unterhaltungselektronik, Bier und Burger zu investieren.
Das ist zwar schlecht für die Figur, aber gut für Besitzer von Einkaufszentren wie Blackstone.

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