22.01.2013 14:35
Bewerten
 (0)

Aktienstrategien: Wider den "menschlichen Faktor"

Vermögensverwalter-Kolumne
Privatanlegern und Fondsmanagern stellt häufig die eigene Psyche ein Bein...
... auf dem Weg zu einer guten Aktienrendite. Besser fährt, wer schlicht einen breiten Index kauft. Noch mehr Erfolg verspricht die Kombination bewährter Aktienstrategien.

Von Gottfried Urban, Vorstand der neue Vermögen AG, Traunstein

Die London Business School hat die Renditen verschiedener Anlageklassen über die vergangenen elf Dekaden verglichen. Danach brachte ein Weltaktienindex von 1900 bis 2009 eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,6 Prozent und damit deutlich mehr als der Weltbondindex (4,7 Prozent), Gold (3,7 Prozent) oder US-Wohnimmobilien (3,4 Prozent). Auf der Langstrecke hängen Aktien also ganz klar alle Anlagealternativen ab.

Kennziffern sind wichtiger als "Stories"

Trotz dieser eindrucksvollen Bilanz hat laut Deutschem Aktieninstitut nur jeder sechste Bundesbürger Aktien oder Aktienfonds im Depot. Ein Grund dafür ist die - durchaus begründete - Angst vor Fehlentscheidungen und Kursverlusten. Privatanleger wie auch Fondsmanager lassen sich immer wieder von einer tollen "Aktienstory" beeindrucken und werten diese dann höher als die Kennziffern, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder die Dividendenrendite.

Den Index zu kaufen funktioniert, weil damit unbegründete Gefühlsentscheidungen ausgeschlossen werden. Vielmehr werden dabei so zwingend wie einfach die Blue Chips, die höher kapitalisierten Werte, ins Depot aufgenommen, die faktisch zum Beispiel den MSCI World-Index repräsentieren. Allerdings gibt es ein entscheidendes Argument gegen den Kauf des gesamten Index: Die Investition würde nicht der von Markowitz angestrebten Portfolioeffizienz (Optimale Risiko/Ertrags-Allokation) gerecht, da die Gewichtungen der Titel im Index nicht auf Korrelationsanalysen, sondern rein auf deren Marktkapitalisierung basieren.

Kombi-Strategien schlagen den Index

Gerade im Börsenboom Ende der 1990er Jahre entwickelte sich die Systematik der Indexzusammenstellung zu einer Art Schneeballsystem. Weil verstärkt Indexprodukte nachgefragt wurden, erhöhte sich indirekt die Nachfrage nach den Schwergewichten z.B. im Dax. Die Bewertungen von Aktien, wie Siemens, Telekom oder Bayer, stiegen in schwindelerregende Dimensionen. Hätte damals die Masse der Anleger auf eine sogenannte Kombi-Strategie gesetzt, beispielsweise auf Aktien mit hoher Marktkapitalisierung und zugleich niedrigem KGV, so wäre uns die Börsenblase wohl erspart geblieben.

In den Jahren seit dem Ausbruch der Staatsschuldenkrise hingegen haben vor allem Aktien mit hoher Dividendenrendite den Index geschlagen. Depots mit niedrig bewerteten Aktien sind eine gute Grundlage für den langfristigen Börsenerfolg. Noch besser funktionierte die Momentumstrategie: Dabei werden vorrangig die Titel ins Depot gekauft, die im Vorjahr die beste Wertentwicklung gezeigt haben. Allerdings ist diese Strategie sehr schwankungsintensiv.

Statistisch gesehen sind solche quantitativen Modelle dem Menschen überlegen. Betrachtet man z.B. Zeitreihenanalysen amerikanischer Aktien, ergibt sich eine hohe statistische Wahrscheinlichkeit, mit solchen Strategien den Markt zu schlagen. Wer etwa auf die Blue Chips mit dem niedrigsten Kurs-Umsatz-Verhältnis setzt, wird nach zehn Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 92 Prozent den Index übertrumpfen. Die besten und stabilsten Börsenergebnisse erzielt man mit einer Kombination aus Value- und Momentumkennzahlen. In der Vergangenheitsbetrachtung steigt die Wahrscheinlichkeit der Mehrperformance zum Index bereits im dritten Jahr auf 100 Prozent.

Disziplin gefordert

Diejenigen, die über die Zeit bestätigte Strategien konsequent umsetzen, ohne auf die Nebengeräusche des Marktes und kurzfristigeModen zu hören, werden in der Regel als Gewinner hervorgehen. Allerdings: Erfolgreiches Investieren wird so mehr und mehr zum Vollzeitjob. Für Privatanleger ist der Aufwand kaum zu leisten - von der erforderlichen Disziplin ganz zu schweigen. Eine Option kann in diesem Fall eine Vermögensverwaltung sein, die nur in Fonds oder Einzeltitel investiert, die den genannten Regeln gerecht wird.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

Nachrichten zu Deutsche Telekom AG

  • Relevant1
  • Alle3
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Telekom AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
26.09.2016Deutsche Telekom buyGoldman Sachs Group Inc.
26.09.2016Deutsche Telekom buyKepler Cheuvreux
22.09.2016Deutsche Telekom buyGoldman Sachs Group Inc.
15.09.2016Deutsche Telekom OutperformBNP PARIBAS
15.09.2016Deutsche Telekom kaufenBarclays Capital
26.09.2016Deutsche Telekom buyGoldman Sachs Group Inc.
26.09.2016Deutsche Telekom buyKepler Cheuvreux
22.09.2016Deutsche Telekom buyGoldman Sachs Group Inc.
15.09.2016Deutsche Telekom OutperformBNP PARIBAS
15.09.2016Deutsche Telekom kaufenBarclays Capital
09.09.2016Deutsche Telekom HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
01.09.2016Deutsche Telekom HoldCommerzbank AG
23.08.2016Deutsche Telekom NeutralJP Morgan Chase & Co.
12.08.2016Deutsche Telekom Equal-WeightMorgan Stanley
11.08.2016Deutsche Telekom HaltenBankhaus Lampe KG
08.08.2016Deutsche Telekom UnderperformJefferies & Company Inc.
16.06.2016Deutsche Telekom UnderperformJefferies & Company Inc.
06.08.2015Deutsche Telekom VerkaufenBankhaus Lampe KG
05.06.2015Deutsche Telekom VerkaufenBankhaus Lampe KG
07.05.2015Deutsche Telekom Reduceequinet AG
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Telekom AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX schwach -- Dow dreht ins Plus -- Deutsche Bank-Aktie mit neuem Allzeittief -- TV-Duell mit Schlagabtausch Trump-Clinton -- Commerzbank: 9.000 Stellen und Dividende in Gefahr -- Twitter im Fokus

Erste Bilder aufgetaucht: Google bringt neue Smartphones auf den Markt. American Express-Aktie steigt: Anleger erhalten mehr Dividende. Lufthansa-Aktie verliert: Aufsichtsrat entscheidet wohl zu Air-Berlin-Deal. EZB und Chinas Notenbank verlängern Währungsswap um drei Jahre.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
Das sind die reichsten Nichtakademiker in Europa

Umfrage

Kanzlerin Merkel will der Deutschen Bank im Streit mit der US-Justiz nicht helfen. Was halten Sie von dieser Einstellung?
News von