25.03.2013 11:29
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Zypern zeigt das Risiko

Gerade noch mal gut gegangen: Zypern scheint vorerst gerettet, der Erhalt der kompletten Eurozone somit auch.
Doch wie haarscharf der kleine Mittelmeerstaat an der Insolvenz vorbeigeschrammt ist und wie weit die vermögenden Kunden der zyprischen Banken in Mithaftung genommen werden, zeigt auch, dass die Eurokrise noch längst nicht ausgestanden ist. Und wenn sie - in welchem Land auch immer - wieder aufflammt, steht dann die gesetzliche Einlagensicherung erneut zur Diskussion?

von Uwe Singer, Portfoliomanager der KSW Vermögensverwaltung AG

Das Sparbuch und Tages- bzw. Festgeldkonten sind in Deutschland nach wie vor die beliebtesten Anlageformen. Für etwas Unsicherheit sorgte zwischenzeitlich die Diskussion darum, auf Zypern alle Bankkunden durch Teilenteignung an der Schuldentilgung zu beteiligen. Das hätte die EU-weit geltende gesetzliche Einlagensicherung für Guthaben bis 100.000 Euro in Frage gestellt und womöglich auch in anderen Krisenländern für einen Run auf die Banken gesorgt. Doch letztlich werden jetzt auf Zypern "nur" die Guthaben über 100.000 Euro angegriffen, Einlagen darunter bleiben verschont.

Die Banken in Deutschland sind ohnehin in einer deutlich besseren Verfassung als etwa die zyprischen Institute, von denen jetzt die Laiki-Bank sogar komplett abgewickelt werden soll. Insofern scheint hier die Anlage auf Bankkonten bequem und sicher. Gefahr droht dem Vermögen hier von ganz anderer Seite: Berücksichtigt man den Abzug von Steuern und Inflation, werden auf Spar- und Termingeldkonten langfristig Vermögenswerte vernichtet.

Aktien haben noch Potenzial

Der Ausweg führt nur über höhere Renditen. Die sind aber nur durch risikoreichere Anlagen zu erzielen, wie etwa Unternehmens- und Wandelanleihen oder auch Anleihen der Peripherieländer. Eine andere Alternative sind Aktien, die im Zeitvergleich immer noch attraktiv bewertet sind und zudem oft hohe Dividendenrenditen bieten. In den meisten Investorenportfolios sind Aktien jedoch untergewichtet.

Verständlich, denn das billige Geld der Notenbanken hat weltweit die Aktienkurse beflügelt. Dem Dax fehlt nicht mehr viel zu seinem Allzeithoch aus dem Jahre 2007, der Dow Jones in New York hat im März sieben Tage in Folge ein Allzeithoch markiert und auch der S&P 500 steht kurz vor seinem Rekordstand. Diese Situation lädt nicht unbedingt zur sorglosen Investition ein, zumal das Risiko von herben Rückschlägen bei diesen Niveaus programmiert scheint.

Multi Asset-Fonds als Problemlöser

Die Lösung kann in der geschickten, breiten Streuung des Anlagevermögens über die verschiedensten Anlageklassen liegen. Diese Allokation lässt sich für kleinere Vermögen am besten durch den Einsatz von „Mischfonds“ oder auch „Multi-Asset-Fonds“ erreichen. Je nach ihrer strategischen Ausrichtung können sich die Fondsmanager der gesamten Klaviatur der vorhandenen Anlageklassen bedienen, Umschichtungen sind – je nach Marktsituation – jederzeit möglich. Ziel ist es, durch die aktive Steuerung der Anlagesegmente die starken Schwankungen an den Märkten zu glätten und dennoch regelmäßige Erträge zu generieren.

Eine weitere sinnvolle Überlegung ist die Kombination mehrerer strategisch unterschiedlicher Mischfonds-Konzepte in einem Depot. Somit kann eine noch breitere Streuung des Anlagevermögens erreicht und die Risiken weiter reduziert werden. So hätte ein geeigneter Mix von Multi-Asset-Fonds in den vergangenen sechs Jahren eine hohe einstellige Durchschnittsrendite bei einer Schwankungsintensität von unter vier Prozent erreicht.

Da aber auch bei Multi-Asset-Fonds Strategie- oder Fondsmanagerwechsel keine Seltenheit sind, ist eine laufende Überwachung dringend notwendig. Zeitnahes Handeln kann erforderlich sein, um gegen böse Überraschungen gewappnet zu sein.

Immer mehr Privatanleger in Deutschland vertrauen bei ihrer Geldanlage auf bankenunabhängige Vermögensverwalter. Frei von Produkt- und Verkaufsinteressen können sie ihre Mandanten bestmöglich beraten. Mehr Informationen finden Sie unter www.vermoegensprofis.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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