25.01.2013 15:59
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Weltwirtschaft vor signifikanter Wachstumserholung

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Daten signalisieren Aufschwung auf breiter Basis – doch gibt es auch Wermutstropfen.

Globale Konjunkturerholung

Die Konjunkturdaten in dieser Woche bestätigten die Erwartung von Metzler Asset Management, dass sich das Wachstum auf globaler Ebene signifikant beleben wird. Die erste Schätzung der Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone, die USA und China im Januar zeigte deutliche Verbesserungstendenzen. Darüber hinaus fielen die Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe in den USA auf den niedrigsten Stand seit Januar 2008, und die Hypothekenanträge für den Kauf von Immobilien stiegen auf den höchsten Stand seit Mai 2010. Beide Datenreihen dürften zwar aufgrund saisonaler Effekte etwas verzerrt sein, der Trend in Richtung einer Verbesserung ist jedoch deutlich erkennbar. Die guten US-Daten in dieser Woche stehen zwar im Widerspruch zu den enttäuschenden regionalen Geschäftsklimaindizes im Januar, beispielsweise dem Philadelphia Fed Index. Die jüngste Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass die regionalen Geschäftsklimaindizes an Prognosekraft für die Gesamtwirtschaft verloren haben. Vor diesem Hintergrung erwartet Metzler Asset Management, dass das Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone (Mittwoch) und die finale Version des globalen Einkaufsmanagerindex für die Industrie (Freitag) im Januar einen deutlichen Anstieg verzeichnen werden.

Auch für Japan erwartet Metzler Asset Management aufgrund der Abwertung der japanischen Währung und der neuen staatlichen Konjunkturprogramme, dass sich die Bedingungen für einen Konjunkturaufschwung signifikant verbessern. Der Geschäftsklimaindex für kleinere und mittlere Unternehmen (Dienstag) sowie der Einkaufsmanagerindex (Donnerstag) dürften mit deutlichen Verbesserungen glänzen. Metzler Asset Management erwartet im Gesamtjahr 2013 ein Wirtschaftswachstum von 2 % bis 3 % für Japan.

Ein großer Wermutstropfen in diesem insgesamt positiven Ausblick ist Frankreich. Hier fielen die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und den Dienstleistungssektor im Januar nahezu wieder auf die Tiefstände der Weltwirtschaftskrise nach dem Konkurs von Lehman Brothers. Die Talfahrt der französischen Wirtschaft ist die Quittung für die populistische Politik von Präsident Hollande. Hoffentlich versteht Hollande die Warnsignale und schwenkt bald auf eine wirtschaftsfreundlichere Politik um. In den 1980er-Jahren zwangen erst die Finanzmärkte den damaligen Präsidenten Mitterand zum
notwendigen Kurswechsel. Die Maßnahmen der EZB haben jedoch die Finanzmärkte als Disziplinierungsmechanismus ausgeschaltet und den Druck auf die europäischen Regierungen dadurch erheblich reduziert. Die Warnungen des Bundesbankpräsidenten Weidmann sind vor diesem Hintergrund sehr berechtigt.

US-Wirtschaft (noch) mit angezogener Handbremse

Die deutliche Verbesserung der Wirtschaftsdaten in den USA in dieser Woche ist umso bemerkenswerter, da ab dem ersten Januar die Steuern angehoben wurden und das Konsumentenvertrauen aufgrund der negativen Effekte auf das verfügbare Einkommen zuletzt sank. So dürfte auch das Konsumentenvertrauen des Conference Boards (Dienstag) eher enttäuschen. Die negativen Effekte der Steuererhöhungen werden vor allem im ersten Quartal das Wachstum bremsen. In den folgenden Quartalen dürfte sich die Handbremse zunehmend lösen und eine Wachstumsbeschleunigung ermöglichen. Nichtsdestotrotz bleibt das Umfeld für die US-Wirtschaft günstig. So rechnet Metzler Asset Management nicht mit sehr starken, aber immerhin noch soliden Konjunkturdaten in der kommenden Woche – mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen: Auftragseingänge (Montag), BIP im vierten Quartal (Mittwoch), Ausgaben der privaten Haushalte (Donnerstag) sowie Beschäftigung und Arbeitslosenquote (Freitag).

Beim Treffen des Offenmarktausschusses (Mittwoch) der Fed wird sich der Fokus der Marktteilnehmer darauf richten, unter welchen Bedingungen die Fed das Kaufprogramm für Staats- und Hypothekenanleihen beenden wird.

Eurozone mit interessantem Inflationsprofil

Die erste Schätzung der Inflation im Januar (Donnerstag) dürfte aller Voraussicht nach bei 2,2 % liegen. Damit liegt die Inflation trotz Wirtschaftskrise immer noch über dem Inflationsziel der EZB von knapp unter 2 %. Sollte sich die Wirtschaft stärker als allgemein erwartet erholen, könnte die EZB aufgrund des hohen Ausgangsniveaus der Inflation schnell in Probleme geraten.

Die interessante Frage ist vor diesem Hintergrund, warum die Inflation eigentlich in dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld nicht stärker gefallen ist. Die Geldmengen- und Kreditdaten (Montag) sind dabei ein wichtiger Frühindikator. Sollte die Kreditvergabe im Dezember wieder gestiegen sein, dürfte sich mit einer Verzögerung auch der gegenwärtig fallende Inflationstrend umkehren. Interessanterweise preisen inflationsgeschützte Bundesanleihen je nach Laufzeit nur eine Inflationserwartung für die kommenden Jahre zwischen 1,27 % und 1,74 % ein.

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