21.06.2013 16:08
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Wie verkraften die Finanzmärkte den Liquiditätsentzug?

China verknappt die Liquidität, US-Notenbank leitet Wende in der Geldpolitik ein.

China ergreift Maßnahmen gegen das Schattenbankensystem

Die chinesische Regierung macht Ernst bei der Bekämpfung des bisher weitestgehend unregulierten Schattenbankensystems. Schon in den vergangenen Wochen
wurden zahlreiche regulatorische Schritte unternommen, um die Exzesse des Schattenbankensystems einzudämmen.

Zuletzt verknappte auch die chinesische Zentralbank die Liquidität am Interbankenmarkt. Sie möchte damit vor allem kleinere und mittlere Banken bestrafen, die spekulative Positionen über den Interbankenmarkt finanziert haben. Ohne Zweifel werden dadurch mehrere kleinere und mittlere Banken in Schieflage geraten und in Konkurs gehen.

Erfahrungsgemäß lösen Maßnahmen zur Eindämmung der Spekulation auch immer einen Kollateralschaden für die Realwirtschaft aus. Der Rückgang des HSBC-Einkaufsmanagerindex von 49,2 im Mai auf 48,3 im Juni könnte vor diesem Hintergrund schon ein erstes Signal für eine längere Wachstumsabschwächung sein. Erst der offizielle Einkaufsmanagerindex sowie der MNI Business Sentiment Indicator (Freitag) werden jedoch zeigen, wie stark die Abschwächung tatsächlich ist. Beide Indikatoren beziehen sich vor allem auf Großunternehmen. In diesem Umfeld revidierte Metzler Asset Management die Wachstumsprognose 2013 für China von 8 % auf etwa 6 %. Auch nächstes Jahr dürfte die chinesische Wirtschaft nur um etwa 6 % bis 7 % wachsen können. Implizit ist bei dieser Wachstumsprognose unterstellt, dass die chinesische Regierung das Bankensystem ausreichend stützt, um eine größere Wirtschaftskrise zu verhindern.

Auch in der Periode von 2001 bis 2004 kam es in China zu einem Kreditboom mit deutlichen Anzeichen von Übertreibungen. Damals rekapitalisierte die chinesische Regierung zügig das Bankensystem mit 45 Mrd. USD und konnte so negative Konsequenzen für die Realwirtschaft weitestgehend abwenden. Es ist ohnehin eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der aktuellen Finanzmarktkrise, dass nach einer schweren Krise staatliche Konjunkturpakete nur wenig helfen, sondern eher eine schnelle Bereinigung von Schieflagen in den Bilanzen der Wirtschaftssubjekte. Konjunkturpakete verpuffen erfahrungsgemäß oft, ohne eine nachhaltige Wirkung zu entfalten, während eine Rekapitalisierung des Bankensystems und eine Bereinigung der hohen Schulden bei Konsumenten und Unternehmen eine Wirtschaft sehr schnell aus einer Liquiditätsfalle bringen kann.

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