Wiederholt sich die Börsengeschichte?
"Die Bankenkrise geht tiefer als die IT-Blase"
Der Dow Jones fährt den höchsten Tagesverlust aller Zeiten ein. Banken überleben nur mit Staatshilfe. Es scheint, als gerieten die Finanzmärkte in diesen Tagen völlig aus den Fugen. Kein Wunder, wenn Anleger jetzt die Nerven verlieren.
"Derzeit ist es aber oberstes Gebot, Ruhe zu bewahren", warnt Christian Gattiker-Ericsson, Head of Research von Julius Bär. "Historisch gesehen waren solche Verwerfungen an den Finanzmärkten keine ideale Zeit, um große Portfolioumschichtungen vorzunehmen."
Etliche Anleger dürften in der aktuellen Bankenkrise Parallelen zum Jahr 2000 erkennen. Trifft dies zu? Gattiker-Ericsson: "Die Technologie-Hausse war eine Kursblase. Jetzt erleben wir eine Gewinnblase der Banken. Diese Krise geht tiefer als die des Jahres 2000." Vom pauschalen Investment in Bankaktien rät er deshalb ab.
Warum Jens Ehrhardt für die USA skeptisch ist
Sind die USA das neue Japan? So lautet derzeit eine andere Diskussion. Nicht ohne Grund. In Japan löste ein Verfall der Immobilienpreise Anfang der 90er-Jahre ebenfalls eine Banken- und Aktienkrise aus. Allerdings handelte es sich damals um Gewerbeimmobilien, nicht um Wohnhäuser wie in den USA. Daneben gibt es weitere Unterschiede zwischen dem Japan des Jahres 1990 und den USA der Gegenwart.
US-Skeptiker verweisen auf die Sparquote. Die habe in Japan beim Ausbruch der Krise bei über zehn Prozent gelegen. Weil die Japaner anschließend weniger gespart haben, konnten sie den Konsum stabil halten.
Die USA hätten heute hingegen eine Sparquote von Null und müssten diese zukünftig erhöhen. Folglich würde der Konsum als wichtigste Stütze der US-Wirtschaftsleistung einbrechen. So argumentiert etwa Vermögensverwalter Jens Ehrhardt, der schon lange vor der US-Schuldenkrise warnt und US-Aktien in seinen Portfolios links liegen lässt.
"Die USA reagieren schneller auf die Finanzkrise als Japan"
Christian Gattiker-Ericsson beurteilt die US-Wirtschaft wohlwollender. "In den USA haben Regierung und Notenbank schnell auf die Finanzkrise reagiert. Zudem haben sich die Banken in sehr kurzer Zeit neu aufgestellt. Inklusive der Insolvenz etlicher Institute", sagt der Schweizer. "In Japan ist die erste Bank erst 1996 Pleite gegangen, sechs Jahre nach Ausbruch der Krise."
Zudem hätte Japan im Verlauf der Banken- und Wirtschaftskrise bereits unter der Alterung seiner Bevölkerung gelitten. Die USA stünden hingegen vor einem Zuwachs ihrer Bevölkerung, betont der Julius-Bär-Experte. Dieser Faktor schlage aber erst in "Ultrazeitlupe" zu Buche.
"Nestlé und Procter & Gamble haben immer einen stabilen Gewinnstrom erzielt"
Wo jetzt investieren? Das ist die Kernfrage für Anleger. "Kapitalerhalt ist der Schlüssel in diesen schwierigen Märkten", sagt Gattiker-Ericsson. Dabei rät er von Aktien nicht grundsätzlich ab.
Seine Favoriten sind Anbieter von nicht-zyklischen Konsumgütern wie Nestlé und Procter & Gamble. "Diese Unternehmen haben über die vergangenen 30 Jahre immer einen stabilen Gewinnstrom erzielt. Zudem sind ihre Aktienkurse von ihrem Hoch meist nie tiefer als 20 Prozent gefallen", begründet er.
In den USA seien Nasdaq-Werte am attraktivsten, so der Schweizer. Grund: Biotech- und IT-Titel wie Google würden auch bei schwacher US-Konjunktur wachsen und seien überdies international aufgestellt. Ob die Kurse deshalb steigen, ist jedoch eine andere Frage.
Ruhe bewahren
Fazit: Anlegern ist zu wünschen, dass sie so gelassen bleiben wie Christian Gattiker-Ericsson. Kunden von Julius Bär rät er, schlecht gelaufene Anlageklassen regelmäßig aufzustocken und Kursgewinner zu reduzieren. Das glättet die Performance.
Defensive Aktienanlagen
Fonds / WKN: Wertentwicklung seit 1.1.2008 (in %)
1. ESPA ALTERNATIVE EM T / A0F594: 6.4
2. Modulor LSE1 / A0DPKD : 3.6
3. M&W Capital / 634782: 1.2
4. smart-invest Helios AR T / 576214: -0.8
5. Multi Invest OP / 926200: -1.9
6. PF (LUX) Biotech HP Cap EUR / A0B6Q2: -2.8
7. SSgA Consumer Staples Index Eq / 588757: -7.6
8. Morgan St. American.Franch.$ A / A0HG5T: -11.8
9. FMM-Fonds / 847811: -15.8
Quelle: €uro fondsxpress. Quelle Performancedaten: FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 06.07.2008.
Der Dow Jones fährt den höchsten Tagesverlust aller Zeiten ein. Banken überleben nur mit Staatshilfe. Es scheint, als gerieten die Finanzmärkte in diesen Tagen völlig aus den Fugen. Kein Wunder, wenn Anleger jetzt die Nerven verlieren.
"Derzeit ist es aber oberstes Gebot, Ruhe zu bewahren", warnt Christian Gattiker-Ericsson, Head of Research von Julius Bär. "Historisch gesehen waren solche Verwerfungen an den Finanzmärkten keine ideale Zeit, um große Portfolioumschichtungen vorzunehmen."
Etliche Anleger dürften in der aktuellen Bankenkrise Parallelen zum Jahr 2000 erkennen. Trifft dies zu? Gattiker-Ericsson: "Die Technologie-Hausse war eine Kursblase. Jetzt erleben wir eine Gewinnblase der Banken. Diese Krise geht tiefer als die des Jahres 2000." Vom pauschalen Investment in Bankaktien rät er deshalb ab.
Warum Jens Ehrhardt für die USA skeptisch ist
Sind die USA das neue Japan? So lautet derzeit eine andere Diskussion. Nicht ohne Grund. In Japan löste ein Verfall der Immobilienpreise Anfang der 90er-Jahre ebenfalls eine Banken- und Aktienkrise aus. Allerdings handelte es sich damals um Gewerbeimmobilien, nicht um Wohnhäuser wie in den USA. Daneben gibt es weitere Unterschiede zwischen dem Japan des Jahres 1990 und den USA der Gegenwart.
US-Skeptiker verweisen auf die Sparquote. Die habe in Japan beim Ausbruch der Krise bei über zehn Prozent gelegen. Weil die Japaner anschließend weniger gespart haben, konnten sie den Konsum stabil halten.
Die USA hätten heute hingegen eine Sparquote von Null und müssten diese zukünftig erhöhen. Folglich würde der Konsum als wichtigste Stütze der US-Wirtschaftsleistung einbrechen. So argumentiert etwa Vermögensverwalter Jens Ehrhardt, der schon lange vor der US-Schuldenkrise warnt und US-Aktien in seinen Portfolios links liegen lässt.
"Die USA reagieren schneller auf die Finanzkrise als Japan"
Christian Gattiker-Ericsson beurteilt die US-Wirtschaft wohlwollender. "In den USA haben Regierung und Notenbank schnell auf die Finanzkrise reagiert. Zudem haben sich die Banken in sehr kurzer Zeit neu aufgestellt. Inklusive der Insolvenz etlicher Institute", sagt der Schweizer. "In Japan ist die erste Bank erst 1996 Pleite gegangen, sechs Jahre nach Ausbruch der Krise."
Zudem hätte Japan im Verlauf der Banken- und Wirtschaftskrise bereits unter der Alterung seiner Bevölkerung gelitten. Die USA stünden hingegen vor einem Zuwachs ihrer Bevölkerung, betont der Julius-Bär-Experte. Dieser Faktor schlage aber erst in "Ultrazeitlupe" zu Buche.
"Nestlé und Procter & Gamble haben immer einen stabilen Gewinnstrom erzielt"
Wo jetzt investieren? Das ist die Kernfrage für Anleger. "Kapitalerhalt ist der Schlüssel in diesen schwierigen Märkten", sagt Gattiker-Ericsson. Dabei rät er von Aktien nicht grundsätzlich ab.
Seine Favoriten sind Anbieter von nicht-zyklischen Konsumgütern wie Nestlé und Procter & Gamble. "Diese Unternehmen haben über die vergangenen 30 Jahre immer einen stabilen Gewinnstrom erzielt. Zudem sind ihre Aktienkurse von ihrem Hoch meist nie tiefer als 20 Prozent gefallen", begründet er.
In den USA seien Nasdaq-Werte am attraktivsten, so der Schweizer. Grund: Biotech- und IT-Titel wie Google würden auch bei schwacher US-Konjunktur wachsen und seien überdies international aufgestellt. Ob die Kurse deshalb steigen, ist jedoch eine andere Frage.
Ruhe bewahren
Fazit: Anlegern ist zu wünschen, dass sie so gelassen bleiben wie Christian Gattiker-Ericsson. Kunden von Julius Bär rät er, schlecht gelaufene Anlageklassen regelmäßig aufzustocken und Kursgewinner zu reduzieren. Das glättet die Performance.
Defensive Aktienanlagen
Fonds / WKN: Wertentwicklung seit 1.1.2008 (in %)
1. ESPA ALTERNATIVE EM T / A0F594: 6.4
2. Modulor LSE1 / A0DPKD : 3.6
3. M&W Capital / 634782: 1.2
4. smart-invest Helios AR T / 576214: -0.8
5. Multi Invest OP / 926200: -1.9
6. PF (LUX) Biotech HP Cap EUR / A0B6Q2: -2.8
7. SSgA Consumer Staples Index Eq / 588757: -7.6
8. Morgan St. American.Franch.$ A / A0HG5T: -11.8
9. FMM-Fonds / 847811: -15.8
Quelle: €uro fondsxpress. Quelle Performancedaten: FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 06.07.2008.


