"Wir haben keinen Spekulationsblase in den Schwellenländern"
"Für die asiatischen Staatsfonds ist die Finanzkrise ein Geschenk des Himmels"
? Mr. Chowdhry, entpuppt sich die Entkopplungstheorie der Schwellenländer als Mythos?
Jeff Chowdhry: Nein. Es ist vielmehr ein Mythos, dass die Schwellenländer unter einer schwächelnden US-Wirtschaft leiden. Denn die Exportanteile in die USA sind deutlich geringer als nach der landläufigen Meinung. China zum Beispiel exportiert nur zwölf Prozent seiner Waren in die USA, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Bei Indien sind es drei Prozent, bei Brasilien und Russland je zwei. Lediglich Mexiko und Malaysia verdanken rund ein Viertel ihres Wachstums den Ausfuhren in die USA.
? Trotzdem konnten sich die Schwellenländerbörsen dem weltweiten Abwärtssog seit Jahresbeginn nicht entziehen. Wird die globale Finanzkrise den Emerging Markets zum Verhängnis?
Chowdhry: Im Gegenteil. In gewisser Weise ist sie ein Geschenk des Himmels. Denn die asiatischen Staatsfonds wussten ja schon gar nicht mehr wohin mit ihrem Geld. Nun kaufen sie sich billig bei den großen US-Investmentbanken ein. Das ist eine einmalige Gelegenheit, die der Region langfristig Wohlstand sichern wird.
"Russland, Brasilien und Ägypten haben derzeit das größte Potenzial"
? In welchen Staaten sehen Sie derzeit das größte Potenzial?
Chowdhry: In Russland, Brasilien und Ägypten. Aktien aus diesen Staaten habe ich gegenüber dem Vergleichsindex MSCI Emerging Markets am stärksten übergewichtet.
? Was spricht denn dafür?
Chowdhry: Drei Gründe: das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum, die starke Inlandsnachfrage und akzeptable Kurs/Gewinn-Verhältnisse von zehn bis elf. Taiwan, Südafrika und Ostmitteleuropa schneiden bei diesen Kriterien am schlechtesten ab. Deswegen halte ich mich dort zurück.
"Bis 2010 ist noch 50 Prozent Luft nach oben"
? Sind die jüngsten Kursverluste der Anfang einer platzenden Schwellenländerblase?
Chowdhry: Nein, davon sind wir noch weit entfernt. Die Erfahrung zeigt, dass Spekulationsblasen normalerweise bei Kurs/Gewinn-Verhältnissen zwischen 40 und 50 platzen. Der indische Leitindex Sensex 30 hat derzeit ein KGV von 23, der Hang Seng China Enterprises von 19. Es ist also noch Luft nach oben.
? Und wie viel?
Chowdhry: Ich denke, dass die Blase etwa 2010 platzen könnte. Bis dahin werden die Aktienkurse noch um rund 50 Prozent steigen.
"US-Fonds halten bislang nur zwei Prozent in Schwellenländern"
? Was macht Sie so optimistisch?
Chowdhry: Viele institutionelle Anleger haben noch Nachholbedarf, was Investitionen in Emerging Markets angeht. Zum Beispiel halten derzeit nur zwei Prozent der US-Publikumsfonds Schwellenländeraktien. In anderen Staaten liegt dieser Anteil bei 15 bis 25 Prozent. Steigen die US-Fonds stärker ein, wird das die Kurse in die Höhe treiben.
? Bis 2010 bleibt Ihnen ja noch etwas Zeit, um einen Krisenplan zu entwickeln. Wie könnte der aussehen?
Chowdhry: Bevor die Schwellenländerblase platzt, werde ich auf Emerging Markets ausweichen, in denen bislang nur wenige ausländische Investoren aktiv sind. Dazu gehören Chile, Thailand und Malaysia. Dort wird die Korrektur sanfter ausfallen als in China und Indien.
Drei Top-Schwellenländer-Aktienfonds
Performance seit 1.1.2008 (in %)
1. Comgest Magellan: -6.8
2. Global Advantage Emerging Mkts.: -6.9
3. carmignac emergents: -12.5
Performance 1 Jahr (in %)
1. Comgest Magellan: 9.8
2. Global Advantage Emerging Mkts.: 9.1
3. carmignac emergents: 1.8
Performance 3 Jahre (in %)
1. Global Advantage Emerging Mkts.: 95.6
2. Comgest Magellan: 94.8
3. carmignac emergents: 94.2
Performance 5 Jahre (in %)
1. Global Advantage Emerging Mkts.: 266.8
2. Comgest Magellan: 258.3
3. carmignac emergents: 227.5
Performance 10 Jahre (in %)
1. carmignac emergents: 360.5
2. Comgest Magellan: 327.3
3. Global Advantage Emerging Mkts.: 213.4
FondsNote
1. carmignac emergents: 1
2. Comgest Magellan: 1
3. Global Advantage Emerging Mkts.: 1
WKN
1. carmignac emergents: A0DPX3
2. Comgest Magellan: 577954
3. Global Advantage Emerging Mkts.: 972996
Quelle Performancedaten: FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 31.01.2008, 2008er-Daten per 18.02.2008.
? Mr. Chowdhry, entpuppt sich die Entkopplungstheorie der Schwellenländer als Mythos?
Jeff Chowdhry: Nein. Es ist vielmehr ein Mythos, dass die Schwellenländer unter einer schwächelnden US-Wirtschaft leiden. Denn die Exportanteile in die USA sind deutlich geringer als nach der landläufigen Meinung. China zum Beispiel exportiert nur zwölf Prozent seiner Waren in die USA, gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Bei Indien sind es drei Prozent, bei Brasilien und Russland je zwei. Lediglich Mexiko und Malaysia verdanken rund ein Viertel ihres Wachstums den Ausfuhren in die USA.
? Trotzdem konnten sich die Schwellenländerbörsen dem weltweiten Abwärtssog seit Jahresbeginn nicht entziehen. Wird die globale Finanzkrise den Emerging Markets zum Verhängnis?
Chowdhry: Im Gegenteil. In gewisser Weise ist sie ein Geschenk des Himmels. Denn die asiatischen Staatsfonds wussten ja schon gar nicht mehr wohin mit ihrem Geld. Nun kaufen sie sich billig bei den großen US-Investmentbanken ein. Das ist eine einmalige Gelegenheit, die der Region langfristig Wohlstand sichern wird.
"Russland, Brasilien und Ägypten haben derzeit das größte Potenzial"
? In welchen Staaten sehen Sie derzeit das größte Potenzial?
Chowdhry: In Russland, Brasilien und Ägypten. Aktien aus diesen Staaten habe ich gegenüber dem Vergleichsindex MSCI Emerging Markets am stärksten übergewichtet.
? Was spricht denn dafür?
Chowdhry: Drei Gründe: das überdurchschnittliche Wirtschaftswachstum, die starke Inlandsnachfrage und akzeptable Kurs/Gewinn-Verhältnisse von zehn bis elf. Taiwan, Südafrika und Ostmitteleuropa schneiden bei diesen Kriterien am schlechtesten ab. Deswegen halte ich mich dort zurück.
"Bis 2010 ist noch 50 Prozent Luft nach oben"
? Sind die jüngsten Kursverluste der Anfang einer platzenden Schwellenländerblase?
Chowdhry: Nein, davon sind wir noch weit entfernt. Die Erfahrung zeigt, dass Spekulationsblasen normalerweise bei Kurs/Gewinn-Verhältnissen zwischen 40 und 50 platzen. Der indische Leitindex Sensex 30 hat derzeit ein KGV von 23, der Hang Seng China Enterprises von 19. Es ist also noch Luft nach oben.
? Und wie viel?
Chowdhry: Ich denke, dass die Blase etwa 2010 platzen könnte. Bis dahin werden die Aktienkurse noch um rund 50 Prozent steigen.
"US-Fonds halten bislang nur zwei Prozent in Schwellenländern"
? Was macht Sie so optimistisch?
Chowdhry: Viele institutionelle Anleger haben noch Nachholbedarf, was Investitionen in Emerging Markets angeht. Zum Beispiel halten derzeit nur zwei Prozent der US-Publikumsfonds Schwellenländeraktien. In anderen Staaten liegt dieser Anteil bei 15 bis 25 Prozent. Steigen die US-Fonds stärker ein, wird das die Kurse in die Höhe treiben.
? Bis 2010 bleibt Ihnen ja noch etwas Zeit, um einen Krisenplan zu entwickeln. Wie könnte der aussehen?
Chowdhry: Bevor die Schwellenländerblase platzt, werde ich auf Emerging Markets ausweichen, in denen bislang nur wenige ausländische Investoren aktiv sind. Dazu gehören Chile, Thailand und Malaysia. Dort wird die Korrektur sanfter ausfallen als in China und Indien.
Drei Top-Schwellenländer-Aktienfonds
Performance seit 1.1.2008 (in %)
1. Comgest Magellan: -6.8
2. Global Advantage Emerging Mkts.: -6.9
3. carmignac emergents: -12.5
Performance 1 Jahr (in %)
1. Comgest Magellan: 9.8
2. Global Advantage Emerging Mkts.: 9.1
3. carmignac emergents: 1.8
Performance 3 Jahre (in %)
1. Global Advantage Emerging Mkts.: 95.6
2. Comgest Magellan: 94.8
3. carmignac emergents: 94.2
Performance 5 Jahre (in %)
1. Global Advantage Emerging Mkts.: 266.8
2. Comgest Magellan: 258.3
3. carmignac emergents: 227.5
Performance 10 Jahre (in %)
1. carmignac emergents: 360.5
2. Comgest Magellan: 327.3
3. Global Advantage Emerging Mkts.: 213.4
FondsNote
1. carmignac emergents: 1
2. Comgest Magellan: 1
3. Global Advantage Emerging Mkts.: 1
WKN
1. carmignac emergents: A0DPX3
2. Comgest Magellan: 577954
3. Global Advantage Emerging Mkts.: 972996
Quelle Performancedaten: FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 31.01.2008, 2008er-Daten per 18.02.2008.


