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20.02.2006 13:49

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Zinsangst in Japan


Die Börse in Japan ist unter Druck. Erstmals seit einem Jahr ist Japan nicht mehr allererste Wahl bei ausländischen Investoren. Grund: Die Zinsangst geht um. "Wenn sich die japanische Konjunktur bessert, geht die Notenbank von der Nullzinspolitik ab", sagt Jens Ehrhardt, Fondsmanager des Jahres 2006. Genau das passiert: Das Wachstum zieht, die Arbeitslosigkeit sinkt.

Der Nikkei im Auf und Ab

Volatile Zeiten an der japanischen Börse. Es geht auf und ab. Mit teils heftigen Ausschlägen von zwei oder mehr Prozent an einem einzigen Tag. Inzwischen rutschte der Nikkei wieder unter 16000 Punkte. Die Angst vor steigenden Zinsen geht um: Die Null-Zins-Politik der Zentralbank wird wohl eher früher als später zu Ende gehen.

Notenbank-Chef versus Regierungs-Chef

Notenbankchef Toshihiko Fukui macht keinen Hehl daraus, daß er die Leitzinsen erhöhen will, voraussichtlich schon im März. Die "ultralockere Geldpolitik", mit der die japanische Notenbank seit fünf Jahren gegen die Deflation ankämpft, soll dann ein Ende haben.

Denn Fukui wähnt die Deflation in Japan überwunden und stellt sich damit gegen Junichiro Koizumi. Der Premierminister fürchtet, daß "voreilige Maßnahmen" die positive Wirtschaftsentwicklung seines Landes gefährden.

"Japans Konjunktur läuft auf allen Zylindern"

Die jüngsten Daten unterstützen jedoch klar die Position des Notenbankchefs. Die Wirtschaft wuchs im vierten Quartal 2005 gleich um 1,4 Prozent – das ist deutlich mehr als die Experten erwartet hatten. Für das Gesamtjahr 2005 ergibt sich damit ein Wachstum von 2,8 Prozent. "Japans Konjunktur läuft auf allen Zylindern", sagt Stefan Worral von der Credit Suisse.

Doch ob der positive Trend anhält? "Zwar ist nicht davon auszugehen, daß sich das kräftige Wachstum aus dem 4. Quartal sich im 1. Quartal 2006 wiederholt", sagt Sandra Ebner, Japan-Expertin von der DekaBank. "Dennoch werden sich die strukturellen Verbesserungen der vergangenen Jahre auch in Zukunft in deutlich höheren Wachstumsraten niederschlagen", fügt die Deka-Volkswirtin an. Sie baut darauf, daß die Löhne weiter steigen und die Unternehmen mehr investieren und Personal einstellen.

Gewerkschaften kündigen "Frühlingsoffensive" für höhere Löhne an

Die Daten vom Arbeitsmarkt unterstreichen, wie sehr der Aufschwung an Fahrt gewonnen hat: Die Arbeitslosenrate ist im Dezember auf nur noch 4,4 Prozent gesunken. Zum ersten Mal seit 13 Jahren könnte theoretisch nun jede offene Stelle durch einen Arbeitssuchenden besetzt werden.

Das jedoch ruft die Gewerkschaften auf den Plan. Nach Jahren der Zurückhaltung kündigen sie nun eine "Frühlingsoffensive" an und fordern erstmals wieder höhere Löhne. Dies macht Zinserhöhungen aber noch wahrscheinlicher.

"Ein beträchtlicher Grund zur Sorge"

Zu allem Überfluß rät auch noch Morgan Stanley, Japan-Aktien zu verkaufen. Nach Meinung der Analysten sind die Bewertungen im Vergleich zu den Wirtschaftsdaten zu hoch. Sorgen bereitet zudem eine Studie der US-Investmentbank Merrill Lynch.

Demnach ist die Börse Tokio erstmals seit mehr als einem Jahr nicht mehr erste Wahl für Investoren aus dem Ausland. "Ein beträchtlicher Grund zur Sorge", sagt Anlagestratege Nagayuki Yamagishi von Mitsubishi UFJ Securities.



Japan-Fonds (Auswahl)*

Fonds: Wertentwicklung seit 1.1.2006 (in %)
1. AXA Rosenberg Japan B EUR: -0,6
2. GAM Star Japan Eq. EUR acc.: -0,9
3. Baring Japan Growth: -1,1
4. Metzler Japanese Equity: -2,6
5. UBAM-Japan Equity AC: -4,0
6. dit-Japan Pazifikfonds: -6,7
7. Callander Japan NewGrowth C2 EUR: -7,0
8. Invesco Japanese Equity A: -7,3
9. Callander Japan NewGrowth C1: -7,8
10. VCH Expert Japan Opportunities: -10,0


Quelle: *FINANZEN FundAnalyzer, Performance auf Euro-Basis, Stand: 17.02.2006.



Anmerkung: Weitere Infos (Chart, Fondstabelle) finden Sie als PDF im Dateianhang.

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