01.02.2013 16:36
Bewerten
 (2)

Zunehmende Gefahr eines Währungskrieges

Japan und Großbritannien im Abwertungswettlauf

Das britische Pfund gehört neben dem japanischen Yen zu den schwächsten Währungen seit Jahresanfang. Allein gegenüber dem Euro beträgt der Verlust mehr als 6 %. Der Hintergrund für die Währungsschwäche dürfte der anstehende Führungswechsel bei der Bank of England (BoE) sein. Der bisherige Amtsinhaber Mervyn King sprach zuletzt davon, dass die Liquiditätsmaßnahmen der englischen Zentralbank einen abnehmenden Grenznutzen hätten und daher keine weiteren beschlossen werden sollten. Vor diesem Hintergrund erwartet Metzler Asset Management auch keine neuen geldpolitischen Schritte der Bank of England beim Treffen des geldpolitischen Ausschusses MPC (Donnerstag). Am 1. Juli wird Mervyn King jedoch durch Mark Carney als neuer BoE-Gouverneur abgelöst. Mark Carney glaubt, mit einer signifikant expandierenden Zentralbankbilanz die Wirtschaft und die Inflation stimulieren und damit das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder auf den Wachstumstrend von vor der Krise zurückbringen zu können. Um dieses Ziel zu erreichen, ist er sogar bereit, über mehrere Jahre hinweg hohe Inflationsraten zu akzeptieren. Die öffentliche Anhörung von Mark Carney (Donnerstag) dürfte vor diesem Hintergrund von großem Interesse sein.

Das reale BIP in Großbritannien liegt aufgrund der umfangreichen Einsparungen des Staates immer noch mehr als 3 % unter dem Hochpunkt von vor der Krise,
während die Preissteigerung in den vergangenen Jahren immer höher war als das Inflationsziel der Bank of England. Die kumulierte Inflationsabweichung vom Inflationsziel der Bank of England beträgt sogar mehr als 10 %. Die bisherigen geldpolitischen Schritte haben sich also bisher kaum auf die Realwirtschaft ausgewirkt, jedoch signifikant auf die Inflation.

Die „neue“ Strategie der Bank of England könnte sich als sehr riskant erweisen, da in Großbritannien der Zusammenhang zwischen Währung und Inflation viel enger ist als in den USA oder der Eurozone. So könnte die Angst vor einer unverantwortlichen Inflationspolitik der Bank of England eine Flucht aus dem britischen Pfund auslösen. Die Währungsschwäche hätte wiederum einen Inflationsschub zur Folge und sehr wahrscheinlich steigende Inflationserwartungen. Für die Bank of England würde es in diesem Umfeld sehr schwer sein, die Inflationsgeister wieder einzufangen, die sie rief.

Der vollständige Wochenausblick im pdf-Dokument

powered by
€uro FundResearch

Fondsfinder

Suchen

Heute im Fokus

DAX geht tiefrot ins Wochenende -- Wall Street im Minus -- US-Jobdaten durchwachsen -- VW verschiebt Bilanzvorlage und HV -- Rocket Internet verkleinert sich -- LinkedIn, RWE, Toyota im Fokus

Twitter schließt 125.000 Zugänge. New Jersey verklagt VW im Abgas-Skandal. Disneys Star Wars spielt zweite Milliarde im Eiltempo ein. Rückruf manipulierter VW-Wagen in Belgien ab März. Gläubiger beenden erste Kontrollrunde in Athen. Stahlwerte leiden unter Kapitalerhöhung von ArcelorMittal. Ölpreise können Gewinne nicht halten. EU offen für Libyen-Einsatz. Experten: Apple hielt 2015 zwei Drittel des Marktes bei Computeruhren. Gute Nachfrage kurbelt Geschäft von CANCOM an.
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Umfrage

Die Regulierungsvorgaben für die Vermittlung von Finanzprodukten laufen unvermindert fort. Nutzt dies letztlich dem Anleger?