Oktober-Update: Die Tops und Flops der Fondsbranche
Sind ETFs die besseren Fonds? Zumindest sind ihre Gebühren niedriger als die ihrer aktiv gemanagten Verwandten. Auf längere Sicht kann das zu einer höheren Rendite führen.
Doch Gebühren sind nicht alles. Das zeigt sich besonders in schwierigen Marktphasen. Beispiel deutsche Aktien: Der ETF iShares DAX war bereits zum Zeitpunkt der letzten Finanzkrise auf dem Markt. Auf Sicht der vergangenen vier Jahre erlitt der Indexfonds einen Verlust von 33,87 Prozent. Aktiv gemanagte Produkte wie der Kapitalfonds L. K. Deutschland oder der Pioneer German Equity schlugen sich da besser. Die Manager schichteten um und konnten Verluste begrenzen. So verlor der Pioneer-Fonds nur 19,88 Prozent, der L. K. Deutschland nur 13,79 Prozent. In der Fondskategorie „Deutsche Aktien“ ist das – trotz der Verluste – ein überdurchschnittliches Ergebnis. Daher tragen die Fonds zu Recht die Note 1.
Im Überblick:
Aufsteiger, Absteiger und Erstbewertungen (PDF)
Allein von der FondsNote sollten Anleger ihre Kaufentscheidung dennoch nicht abhängig machen. Ein Blick in die jeweiligen Portfolios ist immer zu empfehlen. Harald Berres und Karl Huber, die Manager der beiden Note-1-Fonds, haben zum Beispiel ihren Fokus auf Nebenwerte gerichtet. Davon haben sie zuletzt profitiert. Ein DAX-ETF hält dagegen nur die 30 größten deutschen Aktien.
Auch in den Schwellenländern können Nebenwerte punkten. Das zeigt der JPM Emerging Markets Small Cap, der im Oktober 2011 gleich auf Anhieb mit der Fonds-Note 2 ausgezeichnet wurde. Dort investiert Fondsmanager Greg Mattiko nicht in Schwellenländer-Bluechips wie Petrobras, Samsung oder Gazprom, sondern in unbekanntere Firmen wie O Media Holdings, Simplo Technology oder United Spirits.
Eine ähnliche Strategie verfolgen auch der Comgest Growth GEM Promising von Vincent Strauss sowie der Templeton Emerging Market Small Cap von Mark Mobius. Beide Fonds sind ebenfalls mit der FondsNote 2 bewertet. Im Gegensatz zum defensiven Produkt von Comgest sind der JPM- und der Templeton-Fonds allerdings deutlich offensiver aufgestellt. Entsprechend höher fallen daher auch die seit Jahresbeginn erlittenen Verluste aus.
Den passenden Fonds auszuwählen ist wichtig. Am bedeutendsten ist jedoch die Asset Allocation, also die Aufteilung des Vermögens auf verschiedene Aktien- oder Bondfonds. Wer hier Fehler macht, kann viel Geld verlieren. Anleger können sich diese Entscheidung jedoch auch abnehmen lassen. Zum Beispiel von Johanna Kyrklund, die den Dachfonds STS Global Diversified Growth von Schroders managt. Dort investiert sie aktienlastig, hält aber ebenso Fonds aus den Bereichen Absolute Return, Anleihen, Gold, Immobilien, Infrastruktur, Private Equity und Rohstoffe. So will sie Renditen wie mit Aktien erzielen, ohne deren Verlustrisiko einzugehen. Das Konzept funktioniert, im Oktober 2011 wurde der Fonds auf Note 1 hochgestuft.
Die €uro-FondsNote: Die Fondsbewertung des Finanzen Verlags wird in Kooperation mit dem Münchner Analysehaus FondsConsult jeden Monat neu berechnet. Einer Schulnote vergleichbar, berücksichtigt sie das Abschneiden der Fonds in den vergangenen vier Jahren, das Risiko, das der Fondsmanager eingegangen ist, sowie die Aussichten auf künftige vergleichbare Leistungen.




