28.03.2013 13:15
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Blaupause für die Zukunft

Respekt! Im zweiten Versuch haben die Verhandlungspartner ein Konzept für Zypern entwickelt, bei dem auch die Vermögenden einen Beitrag leisten müssen.
Die bisherigen Rettungspakete haben die Hauptlast den Steuerzahlern aufgebürdet und die Empfängerländer in eine wirtschaftliche Perspektivlosigkeit geführt. Auch für Zypern werden schwere Zeiten losbrechen. Das bisherige Geschäftsmodell ist passé. Es dürfte kaum Anleger geben, die ihr Geld am heimischen Fiskus vorbeischleusen, um es dann in die Insolvenzmasse eines von der Pleite bedrohten Staats einzubringen. Vor allem die riesigen Gasvorkommen vor der Küste machen aber auch Hoffnung. Europa sollte Zypern finanziell dabei unterstützen, die Vorkommen zu fairen Konditionen zu erschließen und zu vermarkten. Das liegt auch im eigenen Interesse der Euro-Partner, die schließlich ihre Hilfskredite zurückbekommen wollen.

Blaupause für Europa

Schon zu Beginn der Finanzkrise hatte ich erklärt, dass den Schulden spiegelbildlich enorme Vermögen gegenüberstehen. Die Streichung von Verbindlichkeiten geht stets mit der Vernichtung von Guthaben einher. Bei den bisherigen Rettungsmaßnahmen wurden die Ursachen überhaupt nicht angegangenen (Ausnahme die - viel zu kleinen - Schuldenschnitte für Griechenland). Stattdessen wurden die Probleme mit neuen Krediten einfach in die Zukunft verschoben. Der für Zypern eingeschlagene Weg könnte in den nächsten Jahren zu einer Blaupause für weitere Problemstaaten werden. Dabei muss es nicht um die Einbehaltung von Sparguthaben gehen. Möglich sind auch Steuern auf Vermögen oder aber eine „finanzielle Repression“. Hierbei werden Vermögen entwertet, indem die Inflation über den Zinsen liegt. In vielen Industrieländern ist das aktuell der Fall.

Und Deutschland?

Die Bundesrepublik steht finanziell noch vergleichsweise gut da. Harte Einschnitte wie in Zypern sind vorerst nicht zu befürchten. Der Schuldenberg ist mit 2,1 Billionen Euro dennoch hoch. Dazu kommen die Garantien für die Partner, die mit hoher Wahrscheinlichkeit teils abgeschrieben werden müssen, sowie die impliziten Schulden (etwa aus Pensionszusagen), die Experten auf mehrere Billionen Euro schätzen. Deshalb kommen mittelfristig auch auf die Bundesbürger zusätzliche Lasten zu. Die Sozialdemokraten haben bereits Steuererhöhungen im Falle eines Wahlsiegs angekündigt. Besser wäre es meiner Ansicht nach, Ausgaben zu kürzen (etwa Subventionen). Sparen ist bei Politikern aber nicht besonders beliebt.

Wolfgang Braun ist Chefredakteur der „Aktien-Strategie“ (früher Global Performance). Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von rund 15 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes sowie die Finanzkrise 2008 fällt. Weitere Informationen unter www.aktien-strategie.de



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