11.03.2013 09:11
Bewerten
 (3)

Studie: 'Bürgerversicherung' beste Basis für stabile Rente

Altersvorsorge
Beste Basis für sichere Renten wäre einer Studie zufolge eine Bürgerversicherung, also die Einführung einer Versicherungspflicht auch für Beamte und Selbstständige.
Würden auch diese Berufsgruppen in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, könnten das Sinken des Rentenniveaus und der gleichzeitige Anstieg des Beitragssatzes gestoppt werden. Das ergibt sich aus einer Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die am Montag veröffentlicht wurde.

    Wenn die geburtenstarken Jahrgänge 1955 bis 1970 in nächster Zeit in Rente gehen, wird das Niveau der Renten in Deutschland sinken und der Beitragssatz steigen müssen, sagt die Simulationsrechnung voraus. Die bisherigen Rentenreformen reichten selbst bei höherer Arbeitsproduktivität durch technischen Fortschritt nicht aus, um das Rentensystem zu stabilisieren, heißt es in der Studie.

    Größte Herausforderung für die Rentenkasse ist der demografische Wandel: Der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung werde sich von heute 30 Prozent bis zum Jahr 2060 auf 63 Prozent verdoppeln. Der Beitragssatz müsste folglich von heute knapp 19 Prozent auf 27,2 Prozent steigen, um 2060 ein Rentenniveau von 41,2 Prozent zu erreichen (derzeit rund 50 Prozent).

    Mit den Selbstständigen und Beamten in der gesetzlichen Rentenversicherung könnte die Entwicklung aufgefangen werden. 2060 würde den Berechnungen zufolge dann ein Beitragssatz von 24,7 Prozent für ein 50,8-prozentiges Rentenniveau reichen. Andere Maßnahmen wie eine längere Lebensarbeitszeit, mehr Frauen und ältere Menschen im Erwerbsleben sowie bessere Bildung hätten dagegen vergleichsweise geringe Effekte. Darum sei ein ganzes Bündel empfehlenswert.

    "Wenn die gesetzliche Rentenversicherung trotz der älter werdenden und schrumpfenden Bevölkerung finanzierbar und leistungsfähig bleiben soll, wird das sicherlich nicht ohne steigende Beiträge gehen", sagte Eric Thode, Projektleiter der Stiftung. "Wir haben es aber in der Hand, woher die Beiträge kommen."

GÜTERSLOH (dpa-AFX)

Bildquellen: Darren Baker / Shutterstock.com, Yuri Arcurs / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?
  • Riester
  • Rente
  • LV
Kostenlosen Report anfordern

Rentenversicherung

Heute im Fokus

DAX schließt mit kräftigem Plus -- US-Börsen schließen rot -- Apple-Aktie legt nach deutlichem Gewinnplus zu -- Commerzbank mit überraschendem Gewinnsprung -- VW, Deutsche Bank, Nokia, Apple im Fokus

Griechenland kommt Gläubigern entgegen. United Internet baut Anteil an Drillisch auf 20,7 Prozent aus. Wirecard legt deutlich zu. Sinn: Chance für Grexit 50:50. Commerzbank will mit Kapitalerhöhung 1,4 Milliarden Euro einsammeln. Klaus Schäfer wird Chef der neuen E.ON-Gesellschaft namens Uniper. VW vor großen Weichenstellungen - bleibt Piëch Eigner?. Russischer Oligarch lässt mit Klage gegen RWE nicht locker. olarworld schreibt rote Zahlen.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experten

Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die schlechtesten Index-Performer

Umfrage

VW-Patriarch Piëch legt sein Aufsichtsratsmandat nieder. Hätten Sie damit gerechnet?