DAX6.050-3,4%  Dow12.119-2,2%  Euro1,24320,6% 
ESt502.069-2,4%  Nas2.748-2,8%  Öl98,82-2,8% 
TDax730,9-2,7%  Nikkei8.440-1,2%  Gold1.6264,2% 

20.03.2010 10:00

Senden
BANKGEBÜHREN

Zoff um die Bankautomaten


Seite 2 von 1:
von Michael Gneuss, Euro am Sonntag

Eine Studie über die hohen Gebühren für das Geldabheben bei fremden Banken hat Parlamentarier und das Bundeskartellamt wachgerüttelt. Insbesondere Verbraucherpolitiker wollen den Ban­ken pekuniäre Obergrenzen für die Nutzung von Geldautomaten auferlegen. Das Bundeskartellamt hat mit Vorprüfungen der Gebührenpraxis von 280 Banken begonnen, berichtete diese Zeitung vor einer Woche.

Die Positionen liegen aber weit auseinander. Bei einem Spitzengespräch des Verbraucherschutzausschusses des Bundestags in dieser Woche ging die Tendenz klar in Richtung einer Deckelung der Gebühren. Aus den Reihen der SPD-Fraktion kam sogar der Vorschlag eines Maximalbetrags von zwei Euro. Einer Unter­suchung der Finanzberatung FMH zufolge stiegen die Gebühren in den vergangenen sechs Monaten um 13 Prozent auf durchschnittlich 5,64 Euro. Zehn Banken nahmen laut der Studie sogar satte zehn Euro für eine Auszahlung.

Im Bundestag allerdings sind durchaus auch Stimmen zu vernehmen, die eine Lösung des Problems qua Marktmechanismen befürworten. So ist etwa der Vorsitzende des Finanzausschusses und finanzpolitische Sprecher der FPD-Bundestagsfraktion Volker Wissing der Meinung, dass der Markt grundsätzlich in der Lage sei, für faire Preise zu sorgen.

Allerdings müsse der Staat zunächst für funktionierende Wettbewerbsstrukturen sorgen, betont Wissing. „Wichtig ist, dass der Kunde bei der Nutzung von Geldautomaten verbindlich über die Höhe der anfallenden Gebühren informiert wird. Derzeit ist diese Transparenz nicht gegeben“, so der FDP-Finanzpolitiker. Daher sollten die Banken zur Gebührenangabe vor der Geldausgabe verpflichtet werden, so Wissing. Die Verbraucher seien gut beraten, ihre Macht zu nutzen und gegebenenfalls die Bank zu wechseln, wenn diese kein ausreichend großes Automatennetz unterhält und ihren Kunden hohe Kosten für Fremdabhebungen in Rechnung stellt.

Dieser Ansicht treten aber viele ­Verbraucherpolitiker und jene Verbraucherschützer entgegen, die nicht daran glauben, dass Transparenz allein die Bankkunden vor überhöhten Entgelten schützt. „Wir sprechen uns für eine gedeckelte Gebühr aus“, erklärte beispielsweise Frank Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Hinter der politischen Diskussion steht indes der Kampf der Bankenblöcke. So beharren die Sparkassen und Genossenschaftsbanken strikt auf Marktmechanismen und argumentieren vehement gegen Gebührenobergrenzen. Sie plädieren aber auch für mehr Transparenz und schlagen vor, die Interbanken­gebühren abzuschaffen. Derzeit betragen diese bis zu 20 Euro. Dem ­Vernehmen nach sind aber auch schon 50 Euro und mehr verlangt worden.


Hier gehts zum aktuellen Heft

Die Banken geben diese Preise dann aber nur zum Teil an ihre Kunden weiter und tragen einen großen Teil selbst. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken wollen mit ihren hohen Gebühren insbesondere verhindern, dass Onlinebanken ihren Kunden kostenloses Geldabheben ermöglichen, ohne in eine eigene Bankautomaten-Infrastruktur zu investieren.

Die privaten Banken wollen indes am Interbankenentgelt festhalten und fordern dafür die Festlegung eines Maximalbetrags. Diesen habe es früher auch gegeben, erklärt Ibrahim Karasu, Mitglied der Geschäftsführung des Bundesverbands deutscher Banken (BdB). Auf vier D-Mark sei die Gebühr begrenzt gewesen, bis die Sparkassen die Regelung einseitig gekündigt hätten.

Unklar ist in Berlin noch, wer jetzt die Initiative für eine Neuregelung der Bankautomatentarife ergreift. Ein Eingriff in die bestehende Praxis – zumindest in Form von Transparenzregeln – ist nun aber sehr wahrscheinlich.

Bildquellen: Wincor Nixdorf

Kommentare zu diesem Artikel

Reflexion schrieb:
21.03.2010 10:57:44

...hebt man aber mit ec-Card der DB ab, dann zahlt man auch an die DB Gebühren. Free Cash gibt es bei DB-Kreditkarten nicht. Also gebührenfrei nur mit der DB-ec-Card an Bankomaten der DB oder des Cash-Verbundes. Lieber BarclayCard New Visa und SKG Bank MasterCard. Beides weltweit Free Cash...

Reflexion schrieb:
21.03.2010 10:51:46

Einfaches Beispiel ans Stadtgebiet Nürnberg. In Moorenbrunn gibt es nur eine Sparkasse, die nächste VR-Bank ist ca. 5km weg und weit und breit keine Deutsche Bank. Also 10 Euro der Sparkasse zahlen oder 5km zur VR-Bank und dort gebührenfrei mit der DB-Kreditkarte abheben.

schneider schrieb:
20.03.2010 12:12:11

ich bin bei einer bank die hat viele filialen also gibt es keine fremd gebühren ist ok.z.b deutsche bank.ist top

Seite:  12
 Kommentar hinzufügen 

ANZEIGE

ANZEIGE

Was halten Sie von nutzergenerierten Chartanalysen auf finanzen.net?
Ich würde liebend gerne mein Wissen über Chartanalyse dem Publikum von finanzen.net zur Verfügung stellen.
Ich kenne mich bei Chartanalyse nicht so gut aus, halte nutzergenerierte Chartanalysen aber für einen echten Mehrwert.
Ich halte nichts von den Methoden der Chartanalyse und habe deshalb auch kein Interesse an nutzergenerierten Analysen.
 Abstimmen