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18.07.2012 16:24

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BAUSPAREN

Bauspar-Boom geht weiter - Niedrigzinsen belasten LBS Bayern


Die Angst vor der Euro-Schuldenkrise treibt der bayerischen Landesbausparkasse LBS auch in diesem Jahr viele neue Kunden ins Haus.

Bis Ende Juni schloss die LBS knapp 165.000 neue Bausparverträge ab und damit rund 22 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Unter dem Eindruck von Finanz- und Schuldenkrise genießen Bausparen und Wohneigentum ein besonders großes Vertrauen", sagte der Sprecher der LBS-Geschäftsleitung, Franz Wirnhier, am Mittwoch in München. Zu dem kräftigen Zuwachs trugen vor allem junge Bausparer bei: Das Geschäft mit Verträgen, die an Jugendliche unter 16 Jahren vermittelt wurden, legte auch dank einer neuen "Junior-Prämie" um fast 50 Prozent zu.

   Seit dem Beginn der Finanzkrise erleben Immobilien - und mit ihnen Bausparverträge - einen Boom. "Mehr denn je suchen die Menschen nach Sicherheit und Stabilität", sagte Wirnhier. Das extrem niedrige Zinsniveau verstärkt diesen Trend - bringt die Erträge der LBS allerdings unter Druck. Im laufenden Jahr rechnet die LBS wegen der Lage an den Kapitalmärkten und höherer Pensionsrückstellungen für die Mitarbeiter mit einem deutlichen Gewinnrückgang von 70 auf 40 Millionen Euro vor Risikovorsorge.

    Den bevorstehenden Besitzerwechsel von der BayernLB zu den Sparkassen sieht die LBS zuversichtlich. "Damit geht eine lange Phase der Unsicherheit nach über dreieinhalb Jahren zu Ende", sagte Wirnhier. Auf Druck der EU müssen die bayerischen Sparkassen der BayernLB die Bausparkasse abkaufen, um damit nachträglich einen Beitrag zur Rettung der Landesbank zu leisten. Der Wert der LBS wird in Gutachten mit rund 818 Millionen Euro beziffert. Voraussichtlich zum Jahresbeginn 2013 wird der Verkauf vollzogen. Die Zusammenarbeit mit den Sparkassen im Vertrieb wird dadurch nach Einschätzung der LBS weiter ausgebaut. "Das stärkt die Betreuung der Sparkassenkunden in allen Fragen, die sich um Bausparen und Wohnimmobilien drehen."

  Der Freistaat hatte die BayernLB nach der Finanzkrise 2008 mit einer Kapitalspritze von 10 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet - die Sparkassen, die zur Hälfte Miteigentümer waren, hatten sich nicht beteiligt. Dies hatte die EU beanstandet. Nach langen Verhandlungen erklärten sich die Sparkassen bereit, ihren Beitrag zu leisten und machten damit den Weg für den Abschluss des EU-Beihilfeverfahrens frei./dwi/DP/stw

MÜNCHEN (dpa-AFX)

Bildquellen: isrock/Dušan Zidar

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