27.02.2013 13:55
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Keine Blaupause in der Finanzanlage

Anleger, die heute einen geschärften Blick auf die damaligen Wirtschaftsprognosen des Jahres 2007 werfen, dürften...
... ziemlich überrascht sein, wie positiv damals die Aussichten für die Jahre 2008 bis 2010 waren. Als es dann im Jahr darauf zu heftigen Verwerfungen an den Finanzmärkten kam, waren spätestens dann alle positiven Prognosen nutzlos.

Wenn Anleger also aus den vergangenen Jahren wenigstens zwei Erkenntnisse mitgenommen haben sollten, dann erstens die, dass derartige Prognosen vergleichsweise wenig wert sein können. Und zweitens, dass einem die persönliche Entscheidung über den Kauf und Verkauf des vermeintlich richtigen Finanzproduktes niemand abnehmen kann. Jeder einzelne entscheidet und kauft am Ende selbst. Dabei muss er sich vorher ausreichend über die Komplexität, die Funktionsweise sowie die Chancen und Risiken eines Produktes informieren, und dann für sein Handeln einstehen. Und das gerade unabhängig vom Erfolg oder Misserfolg der Investition. Dafür muss sich der Anleger im Klaren darüber sein, welcher Anlegertyp er ist.

Dass es nämlich nicht nur den einen Anlegertypus gibt, sondern jeder Anleger anders ist, das ergaben auch die Ergebnisse der aktuellen Trendumfrage des Deutschen Derivate Verbands. Wir wollten in der Trendumfrage vom Februar 2013 wissen, welches Finanzprodukt Anleger für besonders komplex erachten.

Die Ergebnisse fielen durchaus bemerkenswert aus. Mit leichtem Abstand wurde zuerst die Riester-Rente genannt, dicht gefolgt von Discount-Zertifikaten. Aktien-Fonds, Kapitallebensversicherungen und Bausparverträge kamen in selbiger Reihenfolge danach.

Das interessante dabei ist, dass hier offenbar eher mit Gefühl und Emotion statt mit dem logischen Verstand abgestimmt wurde. Wenn es um Komplexität geht, so ist der Bausparvertrag eines der komplexesten Produkte überhaupt. Es handelt sich um einen mehrjährig vorausberechneten Zins-Swap, den kaum ein Käufer dieses Produktes in der Lage wäre, eigenständig zu berechnen. Aber gefühlt handelt es sich um eine sehr sichere Anlageform, mit der Kleinsparer niemals Ausfallprobleme hatten.

Im Grunde gibt es für die meisten Finanzprodukte mehr oder weniger gute Argumente und Kaufzeitpunkte. Der Vorteil von Zertifikaten ist sicherlich, dass sie, richtig verwendet, in jeder Marktphase in der Lage sind, positive Erträge zu generieren. Unabhängig davon, für was sich Anleger im Rahmen ihrer Depot-Allokation entscheiden; an strukturierten Produkten kommen sie im Grunde nicht vorbei. Egal ob zur Absicherung etwaiger Positionen oder um ein besseres Chance-Risiko-Profil abzubilden.

Nur eine Sache wird es schlicht nicht geben: Eine Blaupause für das richtige Finanzprodukt. Jeder Anleger muss sich schon selbst mit seiner persönlichen Chance-Risiko-Neigung auseinandersetzen. Jeder hat unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten und ist zunächst aufgefordert zu sparen, dann zu investieren und letztlich erst zu spekulieren, um Rückschläge auch verkraften zu können.

Der DDV ist die Branchenvertretung der führenden Emittenten derivativer Wertpapiere. Er fördert den Derivatemarkt und somit die Akzeptanz von Zertifikaten, Aktienanleihen und Optionsscheinen. Zu den Zielen zählen Anlegerschutz, Verbesserung der Verständlichkeit und Transparenz. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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