05.03.2014 15:50
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Immer weniger Aktionäre in Deutschland

Deutsche meiden Aktien: Immer weniger Aktionäre in Deutschland | Nachricht | finanzen.net
Deutsche meiden Aktien
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Immer weniger Deutsche legen ihr Geld in Aktien an. Allein im vergangenen Jahr trennten sich rund 600.000 Menschen von ihren Aktien oder Aktienfonds.
Das teilte das Deutsche Aktieninstitut (DAI) am Mittwoch in Frankfurt mit. Damit seien nur noch 8,9 Millionen Deutsche direkt oder indirekt in Aktien engagiert. Ihr Anteil an der Bevölkerung sank den Angaben zufolge von 14,7 Prozent im Vorjahr auf 13,8 Prozent.

DAI-Chefin Christine Bortenlänger beobachtet die Abkehr von den Börsen mit Sorge: "Ohne Aktien verzichten Anleger auf eine langfristig stabile Rendite über der Inflationsrate und damit auf die Chance, höhere Sparerfolge zu erzielen." Zumal Sparprodukte wie Tages- oder Termingeld wegen des extrem niedrigen Zinsniveaus derzeit inflationsbereinigt Verlustgeschäfte sind. Hingegen herrschte an den Börsen 2013 Partystimmung: Der DAX legte um 25 Prozent zu.

So sichere ich mein Aktiendepot gegen Rückschläge ab

Wie sichere ich mein Depot ab?

Anleger, die sich und ihr Depot vor einem Kursrückgang schützen wollen, können preiswerte Depotversicherungen in Form von Put-Optionsscheinen einkaufen. Wieviele und welche Put-Optionsscheine Sie benötigen, können Sie anhand der folgenden Punkte feststellen.

Wie funktionieren Put-Optionsscheine?

Mit Put-Optionsscheinen spekulieren Sie auf fallende Kurse eines Basiswerts, bei dem es sich meistens um eine Aktie oder einen Index handelt. Put-Optionsscheine besitzen immer eine feste Laufzeit und einen Ausübungspreis, den sogenannten Strike.
Fällt der Kurs des Basiswerts zum Fälligkeitstermin unter den Ausübungspreis/Strike des Optionsscheins, steigt der innere Wert des Put-Optionsscheins um diesen Betrag an. Grund für die Wertsteigerung des Put-Optionsscheins: Sie könnten nun das durch den Optionsschein verbriefte Ausübungsrecht nutzen und den Basiswert zum Ausübungspreis verkaufen. Liegt der Kurs des Basiswerts unter diesem Ausübungspreis, machen Sie dabei Gewinn. So können Sie von fallenden Kursen profitieren.

Welchen Basiswert sollten die Put-Optionsschein zur Depot-Absicherung haben?

Der Basiswert der Put-Optionsscheine richtet sich nach den Aktien in Ihrem Depot. Haben Sie überwiegend deutsche Bluechips im Depot, sollten Sie einen Put-Optionsschein auf den DAX wählen. Haben Sie überwiegend in europäische Aktien investiert, empfehlen sich Put-Optionsscheine auf den EuroStoxx 50.

Wie stark sollte ich mein Depot absichern?

Sie müssen selbst entscheiden, ob Sie den Wert Ihres Depots zu 100 Prozent oder beispielsweise nur zu 50 Prozent absichern wollen und für wie viele Monate die Absicherung gelten soll. Generell gilt aber: Je umfassender die Absicherung und je länger die Laufzeit, desto mehr bezahlen Sie auch für diese Versicherung. Daher empfiehlt es sich, das Depot zunächst maximal für die nächsten 12 Monate abzusichern.

Wie viele Put-Optionsscheine benötige ich um mein Depot abzusichern?

Die Anzahl der zur Absicherung benötigten Put-Optionsscheine leitet sich vom Depotwert, dem aktuellen Stand des Basiswertes des Put-Optionsscheins und dem Bezugsverhältnis ab. Als Faustformel für die volle Absicherung (100 Prozent) eines Depots gilt: Depotwert geteilt durch Absicherungslevel (Strike des Put-Optionsscheins; aktueller Stand des Basiswerts) geteilt durch Bezugsverhältnis.

Beispiel: Soll ein aus deutschen Bluechips bestehendes Depot im Wert von 20.000 Euro vollständig abgesichert werden, müssen bei ­einem Absicherungslevel von 9.000 Punkten und einem Bezugsverhältnis der Puts von 0,01 genau 222 DAX-Puts gekauft werden.
Fällt der DAX anschließend unter 9.000 Punkte, ist das Depot zur Fälligkeit des Puts abgesichert, da dieser ab der Marke von 9.000 Punkten die Verluste im DAX komplett ausgleicht.

Was passiert, wenn ich die Absicherung nicht benötige?

Wie bei jeder Versicherung gilt auch hier: Tritt der Schadensfall nicht ein, ist das für die Versicherung bezahlte Geld verloren. Sollten die Börsen also weiter steigen, verliert der Put an Wert und verfällt zur Fälligkeit wertlos. In diesem Fall gewinnt jedoch immer noch das Depot, da es (bis auf den gezahlten Put-Preis) unbegrenzt von steigenden Notierungen profitieren kann.

Dennoch haben nach den DAI-Zahlen seit 2001 rund 3,9 Millionen Menschen Aktien oder Aktienfonds den Rücken gekehrt - und damit fast jeder dritte Anleger. Im vergangenen Jahr zogen sich die Deutschen allerdings allein aus den Fonds zurück, während die Zahl der Deutschen, die Geld direkt in Aktien anlegen, stabil blieb. Wie im Vorjahr haben demnach 4,6 Millionen Anleger Aktien in ihren Depots - das sind 7,1 Prozent der Bevölkerung.

Als dramatisch bezeichnete Bortenlänger, dass vor allem immer mehr jüngere Menschen um die Anteilsscheine einen großen Bogen machen: Waren 2001 noch 17,5 Prozent der 20- bis 29-Jährigen in Aktien oder -fonds investiert, sind es heute nur noch 8,7 Prozent.

Das bedeute, dass die junge Generation möglicherweise in großem Stil falsch spare und damit auf eine Sicherung des Lebensstandards im Alter verzichte, warnte Bortenlänger: "Das können und dürfen wir als Gesellschaft nicht hinnehmen."

Der stetige Rückgang der Aktionärszahlen sei sowohl eine Folge von schlechten persönlichen Erfahrungen als auch von falschen Rahmenbedingungen. Daher müsse die Politik gegensteuern: "Angefangen von den steuerlichen Rahmenbedingungen, über immer höheren Hürden der Aktienberatung bis hin zu Defiziten in der ökonomischen Allgemeinbildung: Alles muss auf den Prüfstand, um die Menschen wieder stärker für die Aktie zu begeistern."/hqs/DP/zb

FRANKFURT (dpa-AFX)
Bildquellen: MichaelJayBerlin / Shutterstock.com, SergeyP / Shutterstock.com
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