Die besten Bankangebote für Azubis und Studenten
Zwischen 27 und 30 Jahren fängt für junge Menschen das Leben an. Das soll nicht heißen, dass junge Leute heutzutage so lange im „Hotel Mama“ wohnen oder bis zu diesem Alter noch keiner geregelten Arbeit nachgehen. Nein, für viele Banken sind Kunden erst wenn sie auf die 30 zugehen, wirklich erwachsen.
Und das ist auf den ersten Blick gar nicht mal so unvorteilhaft. Denn bei den meisten Konten für Auszubildende und Studenten werden bis zu diesem Alter keine Kontogebühren fällig.
Das ist ein positives Ergebnis des großen Kontentests, in dem €uro am Sonntag gemeinsam mit der Düsseldorfer Agentur Vierpartner die Angebote von 37 Banken für Studenten und Auszubildende untersucht hat.
Das Kalkül der Banken, genauso wie bei den Konten für Kinder und Schüler: Wer während seiner Ausbildung ein Konto bei einer Bank hat und damit zufrieden ist, wird diese Geschäftsbeziehung nicht gleich kündigen, wenn das erste Gehalt kommt. Eine andere Gemeinsamkeit mit den Konten für Minderjährige: Keine Kontogebühren ist nicht gleichbedeutend mit kostenlos.
Zum ersten Mal Schulden machen
Wer volljährig ist, gilt auch als voll geschäftsfähig. Das bedeutet, dass man Schulden machen kann. Daher haben wir gefragt, welche Modalitäten mit dem Dispokredit verbunden sind. Denn für alle, die unter 18 sind, gibt es meist Guthabenkonten, die nicht ins Minus rutschen können.
Bei dieser Frage unterscheiden sich zwei Gruppen von Banken: Solche, die pauschal einen Dispokredit von rund 500 Euro einräumen, und solche, die vom jungen Kunden einen Nachweis seiner Bonität verlangen. Das ist bei Lehrlingen selten ein Problem, bei Studenten müssen die Eltern bürgen. Banken, die diese Nachweise regelmäßig und unaufgefordert verlangen, bekamen Punkte abgezogen.
Auf den Dispozins achten
Eine Bank, die ihrem Kunden automatisch einen Dispokredit anbietet, wurde besser bewertet. Punkte gab es auch für einen niedrigen Dispozins. Der liegt bei den untersuchten Instituten im Schnitt bei gut zehn Prozent. Bei der Testsiegerin, der PSD Bank Nürnberg, zahlen
Kunden, die ihr Konto überziehen, 8,1 Prozent, bei der zweitplatzierten ING-DiBa 8,5 Prozent. Zum Vergleich: Bei der Frankfurter Sparkasse werden 12,44 Prozent fällig.
Doch der Dispo war nur ein Teil der Kriterien. Darüber hinaus gab es Punkte für ein möglichst großes Geldautomatennetz und sinnvolle Extras wie Apps für Mobiltelefone. Diese Punkte machten zusammen die Note für die Unterkategorie „Angebot“ aus, die wie der Service mit je 30 Prozent gewichtet wurde.
Der Service spielte eine große Rolle, weil gerade bei Auszubildenden die Banken mit ihm den Grundstein für eine dauerhafte Kundenbeziehung legen. Vielleicht braucht der junge Kunde einen kleinen Kredit für einen fahrbaren Untersatz oder will seine erste Wohnung einrichten. Oder Studenten, deren BAföG nicht reicht, brauchen einen Studienkredit. In all diesen Fragen kann eine Bank punkten. Hier zählte vor allem, wie Banken mit den Fragen unserer Testkunden umgingen und wie kompetent die Mitarbeiter antworteten.
Onlineratgeber
Ein weiteres Kriterium war der Internetauftritt. Hier konnten Banken überzeugen, die eigene Bereiche für die junge Kundschaft auf ihren Seiten geschaffen haben und die Gelegenheit bieten, mehr zu erfahren über die Geldthemen, die Berufseinsteiger und Auszubildende beschäftigen. Die Leistungen hier flossen mit 25 Prozent in die Gesamtwertung ein. Dabei konnte die Frankfurter Sparkasse, die im Gesamtklassement nur eine Vier erhielt, eine glatte Eins ergattern. Die Hessen informieren auf ihrer Seite fürs junge Publikum etwa über den Führerschein, die erste eigene Wohnung oder erklären, wie man umzieht. Dazu gibt es einen Budgetplaner.
Die Kosten wurden mit 15 Prozent relativ gering gewichtet, denn Kontogebühren spielen in diesem Segment kaum eine Rolle. Unterschiede bestehen aber bei den Karten. So wurden für jährliche Gebühren für Kredit- oder Bankkarten Punkte abgezogen. Gleiches gilt bei Kosten für Überweisungen und für den Versand von Kontoauszügen.
Sieg für Regionalbanken
Unterm Strich erreichten von den 37 getesteten Banken acht mehr als 85 von 100 möglichen Punkten und damit die Note „Sehr gut“. Ganz unten in der Rangliste landete die Frankfurter Sparkasse. Sie hat vor allem beim Service wichtige Punkte liegen gelassen. Ganz oben thront die PSD Bank Nürnberg. Sie lieferte sich mit der ING-DiBa ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die Franken knapp für sich entscheiden konnten. Das einzige Manko bei der Siegerbank: Die Kreditkarte kostet dort jährlich 15 Euro.
Die ING-DiBa glänzt vor allem mit der fast flächendeckenden kostenlosen Bargeldversorgung innerhalb Deutschlands. Laut Angaben der Bank zahlen ihre Kunden an 90 Prozent der deutschen Geldautomaten, also an rund 50.000 Geräten, keine Gebühren. Da können selbst die Sparkassen mit ihrem Servicenetz von über 25.000 Automaten nicht mithalten.
Ansonsten fällt auf, dass — von der ING-DiBa abgesehen — Banken, die ein „Sehr gut“ erhalten haben, regionale Institute sind. Erst auf Platz 12 kommt mit der Targobank eine Großbank, die Deutsche Bank landete auf dem 24. Rang.
Gesamtsieger und bestes Angebot (pdf)
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