28.02.2013 08:49
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EU einigt sich auf Grenzen für Manager-Boni

   Von Gabriele Steinhauser und Tom Fairless

   BRÜSSEL--Die EU steht kurz davor, Managergehältern einen strikten Riegel vorzuschieben. Vertreter der EU-Mitgliedstaaten haben sich in der Nacht zum Donnerstag mit dem Europäischen Parlament auf eine Obergrenze für Bonuszahlungen geeinigt. Mit dem Vorstoß wollen sie die vermeintlichen Exzesse in Banken und Konzernen beenden.

   Wie die Verhandlungspartner mitteilten, haben sie sich auf eine vorläufige Regelung geeinigt, nach der ein Bonus das Fixgehalt eines Bankers nicht mehr übersteigen darf. Die flexible Bezahlung könne bis auf das Zweifache des Grundgehalts angehoben werden, allerdings nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Aktionäre.

   Ziel der Initiative ist es, die Anreize für jenes riskante Geschäftsverhalten zu verringern, das weithin als Mitauslöser für die Finanzkrise des Jahres 2008 gilt. Der Vorschlag ist Teil eines umfassenderen Gesetzes, das Kreditinstitute zu robusteren Kapitalreserven zwingen soll.

   Der Vorstoß der EU passt gut in die Zeit. Am Sonntag werden die Schweizer in einer Volksabstimmung über einen umstrittenen Plan abstimmen, der Aktionären das letzte Wort über die Bezahlung von Vorständen geben würde.

   Der 24-Punkte-Plan, über den in dem Schweizer Referendum abgestimmt wird, würde Aktionären die Möglichkeit geben, Gehälter zu blockieren. Sie könnten künftig auch so genannte goldene Handschläge und Fallschirme verbieten, die zu den üblichen Formen garantierter Gehaltspakete beim Abgang eines Managers zählen. Außerdem sollen Aktionäre mehr Transparenz bei Löhnen und Pensionen der Vorstände einfordern können. Bei Verletzungen der Aktionärsrechte soll es Geld- und Gefängnisstrafen geben.

   Sollten die Initiativen in Brüssel und der Schweiz Erfolg haben, wäre dies der bisher stärkste Eingriff in die Entlohnungspolitik von Führungskräften in Banken und Unternehmen - ein Thema, das jahrelang als interne Angelegenheit eines Unternehmens galt.

   Das Gehaltslimit der EU würde für alle europäischen Konzerne und Banken gelten sowie für die Tochterfirmen ausländischer Banken innerhalb der EU, erklärten Vertreter von EU-Parlament und Mitgliedstaaten. Nach ein paar Jahren soll die Vorschrift überprüft werden.

   Abgeordnete des Parlaments, die die Bonus-Beschränkungen eingebracht und hart gegen eine Verwässerung der Vorschriften gekämpft hatten, zeigten sich sehr zufrieden mit der vorläufigen Einigung. "Der Reaktion der [Banken-] Branche nach zu urteilen, werden sie das spüren. Es wird auch die gesamte Entlohnung beeinflussen", sagte Philippe Lambert, Abgeordneter der belgischen Grünen, der zu den Verhandlungsführern des Parlaments gehörte. "Ich denke, es wird sie treffen."

   Banken hatten vehement gegen solche Bonusknebel in Europa gekämpft. Sie fürchten einen Wettbewerbsnachteil gegenüber ihren Rivalen in den USA und anderswo, weil sie im Kampf um Talente weniger zu bieten hätten.

   Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/WSJ/chg

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   February 28, 2013 02:18 ET (07:18 GMT)

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