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12.01.2012 18:45

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ESSAY

Tagesgeld: Wertverluste lassen sich vermeiden



Bertil Bos, Bank of Scotland
Die Teuerung in Deutschland lässt nicht nur die Kaufkraft sinken – viele Privatanleger fürchten auch, dass ihre Ersparnisse an Wert verlieren.

Bertil Bos, Gastautor von Euro am Sonntag

Hinzu kommt, dass mancher Sparer durch sein Anlageverhalten unnötig Geld verschenkt, denn Fehler bei der Geldanlage sind oft hausgemacht. Dabei lassen sich solche Wertverluste leicht verhindern, meint Gastautor Bertil Bos.

Miete, Energie, Lebensmittel und Co — die Lebenshaltungskosten haben 2011 stärker zugelegt als in den Vorjahren. Die ­Inflation in Deutschland lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts konstant über der Zwei-Prozent-Marke — mit 2,6 Prozent in der Spitze. Die Deutschen stellen sich auf höhere Preise ein. Nach einer Forsa-Umfrage für die Bank of Scotland rechnet jeder zweite Bundesbürger mit einer deutlichen Teuerung. Auf der anderen Seite ist das Zinsniveau niedrig — die Zentralbanken fluten die Märkte mit Geld, der Leitzins der Europäischen Zentralbank wurde zuletzt zweimal gesenkt. Was Immobilienkäufer freut, treibt Sparern aber Sorgenfalten auf die Stirn.

Gleichzeitig legen viele Deutsche angesichts der Staatsschuldenkrise bei der Geldanlage besonderen Wert auf Sicherheit. Das zeigt auch die Forsa-Studie „Sparerkompass Deutschland“: Demnach halten aktuell 97 Pro­zent der Befragten diesen Aspekt für sehr wichtig. Eine Konsequenz: Das Sparbuch, das nach wie vor von seinem guten Ruf lebt, ist wieder mehr gefragt.

Zwei Drittel der Deutschen zahlen nach wie vor Geld auf den Klassiker unter den Sparformen ein, fand Forsa heraus. Sicherheit bei der Geldanlage ist in der Tat ein wichtiges Kriterium, nur: Hier erweist sich das ausgeprägte Sicherheitsdenken als Verlustbringer. Denn angesichts magerer Zinsen von 0,3 bis 0,7 Prozent verschenken Sparer damit Geld, da der Realzins bei Sparbüchern negativ ist — die Teuerungsrate übersteigt den Nominalzins. Eine „Fehlinvestition“ also, die angesichts ­eines weiteren Ergebnisses der Studie aber wenig überrascht: Die Rendite landet im Ranking der wichtigsten Aspekte bei der Geld­anlage nur auf Platz 6. Dabei gibt es Alternativen, die Sicherheit und Ertragsstärke vereinen und Wertverluste vermeiden helfen: Mit einem gut verzinsten Tagesgeldkonto etwa können Sparer ruhig schlafen und zugleich der Inflation ein Schnippchen schlagen.

Nur jeder Dritte kennt die
Höhe seiner Anlagezinsen

Bei der Geldanlage sind indes noch weitere Verluste hausgemacht. So legt zwar jeder zweite Deutsche regelmäßig Geld zurück, wie der „Sparerkompass“ zeigt. Doch trotz der teils recht erfreulichen Bemühungen sparen viele immer noch falsch: Fast jeder Dritte hortet zu Hause größere Summen Bargeld. Ebenfalls ein Drittel bewahrt gelegentlich größere Summen auf dem Girokonto auf — meist ebenfalls unverzinst. Dadurch entgehen den Sparern Jahr für Jahr mehrere Milliarden Euro. Auch kennt nur jeder Dritte die Höhe seiner Anlagezinsen — und fast jeder Fünfte hat überhaupt kein Sparziel vor Augen. Die Gründe dürften Bequemlichkeit, Desinformation oder Überforderung sein. Insgesamt zeigt die Studie, dass die Deutschen das Prädikat „Sparweltmeister“ nicht zu Unrecht tragen — allerdings weist manches Anlageverhalten noch großes Verbesserungspotenzial auf.


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Eine aktuelle Entwicklung auf dem europäi­schen Bankenmarkt spielt den Sparern indes derzeit in die Karten: Der Kampf der Banken um Kundeneinlagen dürfte sich weiter verschärfen — und in der Folge die Zinsen leicht steigen. Denn die Kreditinstitute müssen ihre Kapitalbasis stärken und buhlen intensiv um Gelder der Privatkunden. Gleichzeitig sorgen zahlreiche Direktbanken, die über schlanke Kostenstrukturen verfügen und Deutschland als lukrativen Sparermarkt für sich entdeckt haben, für höheren Wettbewerb.

Doch immer noch scheuen viele Sparer den Wechsel zu einer Bank mit einem attraktiven Tagesgeldangebot. Dabei ist Tagesgeld nicht nur eine sichere, sondern auch eine leicht verständliche und flexible Anlagealternative. Denn im Vergleich zum Sparbuch bietet es handfeste Vorteile: Die Zinsen sind meist deutlich höher, es gelten keine Kündigungsfristen, und das Geld ist jederzeit verfügbar. Zudem sind sämtliche Einlagen in Deutschland bei Finanzinstituten, die aus der Europäischen Union stammen, bis 100.000 Euro je Kunde geschützt. Dies ist deshalb erwähnenswert, weil jeder fünfte Deutsche das gesetzliche Sicherungssystem nicht kennt, wie der „Sparerkompass“ zeigt. Viele Tagesgeldkonto-Anbieter sind zusätzlich freiwillig Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken, der noch deutlich höhere Summen garantiert.

Auch in Zeiten moderater Teuerung und niedriger Zinsen gilt: Mit einem attraktiven Tagesgeldkonto, das Zinsen über der Inflationsrate bietet, sind Sparer gut aufgestellt. Damit vermeiden sie nicht nur Wertverluste, sondern sorgen für Mehrwert.

zur Person:

Bertil Bos, Leiter des Privat­kundengeschäfts
der Bank of Scotland in Deutschland

Bertil Bos leitet als Managing Director das Privatkundengeschäft der Bank of Scotland in Deutschland und den Niederlanden. Die Bank of Scotland, gegründet im Jahr 1695, blickt auf über 300 Jahre Erfahrung zurück und ist die älteste Bank Schottlands. Sie gehört heute zur Lloyds Banking Group und bietet in Deutschland seit drei Jahren Tages- und Festgeld für private Sparer an.


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  • Giro
  • Autokredit
  • Privatkredit

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