17.03.2016 03:00
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Steuersoftware-Test: Das sind die Sieger!

Euro am Sonntag-Test
Schnell und bequem zur optimalen Steuererklärung - das versprechen die Anbieter. Die neuen Versionen der Programme im Check.
€uro am Sonntag

von Stefan Rullkötter, Euro am Sonntag

Ab März wächst bei manchem Steuerzahler das Unbehagen. Sind alle Bescheinigungen von Arbeitgebern, Banken und Versicherungen für das vergangene Jahr beisammen, drängt es viele Bürger, die Steuererklärung 2015 in Angriff zu nehmen. Wer dafür keinen professionellen Berater einschaltet, muss dieser leidigen Pflicht bis 31. Mai nachkommen.



Immer mehr Steuerpflichtige reichen ihre Unterlagen aber nicht mehr auf Papier beim Finanzamt ein. "Vergangenes Jahr sind von 29 Millionen Einkommensteuererklärungen bereits 20 Millionen elektronisch übermittelt worden", ­bestätigt Roland Krebs, Verfahrens­manager für die amtliche Steuersoftware "Elster". Schon für das laufende Veranlagungsjahr könnte der Digital­anteil auf rund 75 Prozent steigen.

Füllt man die Erklärung mit dem kos­tenlosen behördlichen Programm "Elster Formular" aus, werden jedoch meist nicht alle Gestaltungsspielräume ausgeschöpft. Abgesehen von Hinweisen auf ­offensichtliche Eingabefehler können Bürger verständlicherweise vom Staat keine Steuerberatung erwarten. Damit werden auch dieses Jahr rund 500 Millionen Euro unnötig gezahlte Abgaben in dessen Kassen fließen. Für die meisten Bürger lohnt sich aber der Arbeitsaufwand: Mit dem Einkommensteuerbescheid für 2015 werden ihnen voraussichtlich im Schnitt 950 Euro erstattet.

Um ihr Geld zurückzuholen, können sie sich von digitalen Helfern durch den Formulardschungel führen lassen. Vier Millionen Steuerprogramme werden jedes Jahr verkauft - von der Sparversion für 4,99 Euro bis zur Premium-Edition für 49,99 Euro. Welche neue Softwarelösung Ihnen die besten Spartipps und die größte Bequemlichkeit beim Einpflegen der Steuerdaten bietet, hat €uro am Sonntag getestet (Ergebnisse siehe pdf-Tabelle unten).


Für den Produktcheck wurde die Qualität der individuellen Steuertipps, die möglichst verständlich und auf das jeweilige Formularfeld bezogen sein sollten, mit 40 Prozent am stärksten gewichtet. Auch der Komfort bei der Führung durch die Steuerformulare wird mit 30 Prozent hoch bewertet. Hilfe beim Datenabgleich mit dem späteren Steuerbescheid und beim Einlegen von Einsprüchen, die Qualität des zumeist elektronischen Handbuchs und die sachlich richtige Berechnung flossen mit je zehn Prozent in die Wertung ein.

Programm muss zum Nutzer passen

Doch jeder Steuerfall liegt anders. Daher wurde der Check in die Kategorien "Premium" (komplexe Steuererklärungen mit Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit und aus der Vermietung von Immobilien), "Standard" (Angestellte oder Selbstständige mit Kindern und Zusatzeinkünften aus Kapitalerträgen), "Einfach" (Arbeitnehmer ohne weitere Einkunftsarten) und "Online" (Ausfüllen der Erklärung direkt im Internet) unterteilt. Die Sieger sind "Wiso steuer Office" und "SteuerSparErklärung Plus", "Wiso steuer Sparbuch", "QuickSteuer" sowie "Wiso steuer Web".

Das Fazit: Die früher strikten Barrieren zwischen PC-Steuerprogrammen und rein internetbasierten Lösungen beginnen zu verschwinden. Am weitesten ist hier Buhl Data mit den beiden Produktreihen "Wiso Steuer" und "Tax Marktführer". Der Anbieter hat die Trennung bei der Wiso-Steuer-Reihe völlig aufgehoben. "Unsere Kunden können selbst entscheiden, ob sie ihre ­Steuererklärung am Rechner, per Ta­blet oder im Internet erledigen", sagt Peter Schmitz, Geschäftsführer von Buhl Tax Service. Nutzer können auch problemlos den Kanal wechseln, indem sie ihre Steuerdaten zwischen Computer und Tablet nahtlos austauschen. Dafür müssen sie nur die E-Mail-Adresse und das gültige Passwort eingeben.

Dagegen verzichtet Konkurrent Haufe Lexware bei "Taxman" und "Quicksteuer" weiterhin darauf, Kunden auch via Browser den direkten Zugriff auf ihre Steuererklärung zu ermöglichen. Dafür wird das Angebot der Onlinetochter Smartsteuer aber kräftig ausgebaut.

Belege via Smartphone einfügen

Mittels App können SmartphoneBesitzer künftig Lohnsteuerbescheinigungen abfotografieren oder via QR-Code in das Steuerprogramm importieren. Selbstständige haben die Möglichkeit, extern erfasste Buchhaltungsvorgänge zu integrieren. Vorteil: Das fehler­anfällige Abtippen der Daten entfällt. Damit wird die Vision einer "automa- tischen Steuererklärung" ohne Daten- eingabe von Hand realer. "Neukunden interessieren sich inzwischen mehrheitlich für Onlineversionen", sagt Smartsteuer-Geschäftsführer Björn Waide.

Dem Trend, die Steuererklärung direkt im Internet zu erstellen, trägt auch der Anbieter Akademische Arbeits­gemeinschaft Rechnung, der mit seiner Marke "SteuerSparErklärung" bisher ausschließlich auf Desktoplösungen ­gesetzt hat. Mit der Einfachvariante "Steuer easy" können Anwender ihre Erklärung nun ebenfalls online ausfüllen. Bezahlen müssen sie erst, wenn ihre Daten verschlüsselt und auf einer gesicherten Internetverbindung an den Fiskus übermittelt werden.

Um dem Platzhirsch Buhl Data Marktanteile abzujagen, lassen sich die Konkurrenten sogar auf Kooperationen ein: Die Akademische Arbeitsgemeinschaft liefert die Rechenkerne für "Taxman" und "Quicksteuer". Im Gegenzug stattet Smartsteuer die Onlineprodukte der Akademischen Arbeitsgemeinschaft mit ihrer Plattformlösung aus. "Dadurch sparen wir Entwicklungskosten und können uns darauf konzentrieren, die Programme noch nutzerfreundlicher und effizienter zu gestalten", erklärt ­Hubert Haarmann, Verlagsleiter der Akademischen Arbeitsgemeinschaft.

Ob klassisch oder online, ein Verkaufsargument können alle Anbieter anführen: Die Ausgaben für Steuersoftware sind bis zum Preis von 100 Euro voll als Werbungskosten absetzbar.

Produktcheck: Die besten Produkte im Test (PDF)

Bildquellen: Michael Staudinger / pixelio.de, Julian Mezger für Finanzen Verlag GmbH, filmfoto / Shutterstock.com

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