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06.10.2010 08:24

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Mega-Profite mit Internet-Aktien: So sind Sie dabei?!

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Mega-Profite im Internet: Wo Sie mitverdienen können!?

Mit sogenannten konsumenten-zentrierten Geschäftsmodellen lässt sich im Internet viel Geld verdienen. Allen voran marschiert Amazon als Pionier. Das Unternehmen ist inzwischen 70 Milliarden US-Dollar wert!

Aber auch einige Newcomer schreiben spannende Erfolgsgeschichten. Mein Fokus: Bücher und Essen. Lesen Sie, wie Sie als Anleger mitverdienen können.

Nach der Euphorie und dem anschließenden Platzen der Internetblase um die Jahrtausendwende, wurde das Geschäftsmodell E-Commerce schon tot gewähnt. Die Fakten untermauerten diese These:

So verschwand in den USA der Online-Lebensmittelhändler Webvan sang- und klanglos von der Bildfläche, nachdem er sich mit einer zu schnellen Expansion übernommen hatte und die Geldgeber auf einmal den Hahn zudrehten. Dasselbe Spiel bei MyToys.com, die den Spielwarenmarkt revolutionieren wollten. Von halbseidenen Möchtegern-Internet-Hypes in Deutschland, wie z.B. Letsbuyit.com, ganz zu schweigen.

Selbst der Internetriese Amazon.com geriet zu dieser Zeit in schweres Fahrwasser und verlor bis zum Herbst 2001 über 90 Prozent seines Börsenwerts.

Doch gerade das Beispiel Amazon zeigt, dass das Geschäftsmodell sehr wohl funktionieren kann, sprich: dass sich mit dem Internethandel hohe Gewinne erzielen lassen. Die Aktionäre wurden zwar auf eine lange Geduldsprobe gestellt und immer wieder erforderliche Kapitalerhöhungen verwässerten das Kapital der Anleger.

Doch letztlich hat sich die aggressive Expansion des als reiner Internet-Buchhändler gestarteten Unternehmens bezahlt gemacht. Die exzellente Logistik mit gigantischen Zentrallagern bildet das Rückgrat des Erfolgs. Eine riesige Produktpalette und pünktliche Auslieferungen begeistern die Kunden. Den letzten Kick, um die Marke Amazon als erste Anlaufadresse des kaufwilligen Internetusers zu etablieren, gab dann die Einführung des portofreien Versands bereits ab relativ niedrigen Bestellmengen von 20 US-Dollar bzw. Euro.

*Das Unternehmen erfindet sich immer wieder neu

Ein Schlüssel zum Erfolg ist auch die Weiterentwicklung des Unternehmens vom reinen Warenhandelsgeschäft zur Vermarktung eigener Markenprodukte. Der E-Book-Reader Kindle wird immer mehr zur Erfolgsgeschichte, die Amazon gleich doppelt weiter hilft: Denn die mit Kindle verbundene steigende Popularität der E-Books sorgt für zusätzliche Umsätze und gleichzeitig für höhere Gewinne, weil der Internet-Riese mit E-Books wesentlich höhere Gewinnmargen erwirtschaften kann.

Schließlich entfällt der komplette Logistik- und Versandaufwand, weil die elektronischen Bücher natürlich direkt über das Internet heruntergeladen werden können. Weitere elektronische Gimmicks wie Grußkarten runden das Angebot ab.

Interessant auch: Amazon hat den anfangs erfolgreicheren Konkurrenten eBay inzwischen deutlich hinter sich gelassen. Immer mehr Konsumenten kaufen lieber direkt bei Amazon, als bei eBay auf das Ende der Auktion warten zu müssen und nicht zu wissen ob und wenn ja, wann, die Ware dann zu Hause eintrifft.

Inzwischen nähern sich die Geschäftsmodelle zudem an. Amazon hat einen Auktionsbereich eingeführt und eBay lockt seine User beispielsweise täglich mit Festpreisschnäppchen, die sofort gekauft werden können und dann schnell geliefert werden.

Trotzdem ist Amazon deutlich erfolgreicher, was sich alleine schon in der Börsenbewertung widerspiegelt. Amazon wird auf Basis des Gewinns in den letzten vier Quartalen ein KGV von 65 zugestanden, während eBay mit einem KGV von unter 13 fast schon wie ein wachstumsschwaches Handelsunternehmen aus der Old Economy bewertet wird.

Die höhere Innovationskraft von Amazon zeigt sich auch mit deren neuestem Coup: Mit dem Kauf von Shelfari, einem Start-Up aus Seattle, steigen die Mannen um Gründer Jeff Bezos nun auch in den Social Networking-Markt ein. So wird beispielsweise der Kindle-Reader künftig mit Social Networking-Funktionen ausgestattet.

Charttechnisch sieht die Aktie ohnehin glänzend aus. Am Mittwoch schaffte die Aktie den Ausbruch auf ein neues Allzeit-Hoch und generierte damit ein Kaufsignal.

Stärken von Amazon sind die exzellente Marktstellung als Weltmarktführer im Bereich E-Commerce, der starke Markenname, das schnelle Wachstum und das innovative Management.

Risiken liegen in der Konsumabhängigkeit des Geschäfts, in der starken Konkurrenz für den Kindle Reader, in der Forcierung des reinen E-Commerce-Geschäfts durch eBay und der ambitionierten Bewertung der Aktie.

*Kleiner Konkurrent aus Deutschland

Apropos Konkurrenz: Inzwischen macht sogar der kleinere, deutsche Konkurrent buch.de (WKN 520460; Kürzel: BUE) seinen Aktionären Freude. Bei einem Kurs von aktuell 4,80 Euro kletterte das Papier auf den höchsten Stand seit Anfang 2007. Freilich notiert die Aktie damit immer noch mehr als 50 Prozent unter dem Emissionspreis von 10 Euro aus dem Jahr 1999, den die Aktie seither nie mehr erreicht hat.

Mit der Sortimentserweiterung und dem Ausbau der IT-Plattform bewegt man sich auf den Spuren von Amazon. Allerdings geht die Expansion auf Kosten der ohnehin geringen Margen, was in 2010 und 2011 zu stagnierenden Gewinnen führen sollte. Von daher drängt sich ein Kauf auf den ersten Blick nicht unbedingt auf.

Andererseits relativiert die üppige Bargeldausstattung von 19 Millionen Euro, der nur Verbindlichkeiten von 12,6 Millionen Euro gegenüberstehen, das hohe KGV. Zudem hat Großaktionär Scherzer&Co. zuletzt weiter zugekauft. Scherzer dürfte auf eine Komplettübernahme durch den Mehrheitsaktionär Douglas spekulieren.

Denn Douglas seinerseits steigt mit seiner Buchtochter Thalia in den Markt für E-Book-Reader ein und bringt dort den "Oyo" als Konkurrenz für "Kindle" auf den Markt. Gut möglich, dass Douglas sich buch.de nun ganz unter den Nagel reißen möchte, um entsprechende strategische Weichenstellungen ungehindert einleiten zu können. Dann wäre aber wohl noch ein deutlicher Aufschlag auf den aktuellen Börsenkurs fällig.

Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de. Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH i.G. übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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