-->-->
06.11.2012 13:19
Bewerten
 (0)

Anleger sollen verstärkt auf Honorarberater setzen können

Gesetzliche Regelung
Verbraucher sollen bei Finanzprodukten künftig verstärkt auf unabhängige Anlageberater setzen können, die mit Kunden ein Honorar vereinbaren, statt eine Provision zu kassieren.
Die schwarz-gelbe Koalition will dazu die sogenannte Honorarberatung als Alternative zum verbreiteten Provisionsmodell gesetzlich regeln. Nach einem am Dienstag bekanntgewordenen Referentenentwurf müssen Honorarberater einen ausreichenden Marktüberblick haben. Sie dürfen nur gegen Honorar des Kunden beraten. Der Honorar-Anlageberater darf sich zudem nicht auf eigene Finanzinstrumente oder solche Anlagen beschränken, die von ihm nahestehenden Finanzfirmen angeboten werden.

    Honorarberater erhalten keine Provision von Anbietern und vereinbaren mit jedem Kunden für ihre Dienstleistung ein Honorar. Unterstellt wird, dass sie als unabhängige Berater eher das geeignete Produkt verkaufen und weniger das, an dem sie viel verdienen. Allerdings ist eine solche Beratung nicht immer preiswert.

   Honorarberater sind bislang eher die Ausnahme im deutschen Finanzgewerbe. Geldanlagen werden hierzulande vor allem auf Provisionsbasis vermittelt. Die Zahl derer, die Dienste nur gegen Honorar verkaufen und keine Provisionen kassieren, bewegt sich Experten zufolge im unteren dreistelligen Bereich. Schätzungen gehen davon aus, dass es allenfalls 200 bis 300 Honorarberater gibt gegenüber 300.000 Anlagevermittlern auf Provisionsbasis.

   Ein Grund ist, dass Vorteile eines Honorarberaters oft unklar sind und Kunden wegen fehlender Transparenz sich nicht bewusst entscheiden können. Das liegt auch an begrifflichen Ungenauigkeiten, da es kein Berufsbild des Honorarberaters gibt. Das Verbraucherschutzministerium hatte im Sommer 2011 Eckpunkte zur Regelung des Berufsbildes vorgelegt, die SPD brachte ein Konzept ein. Jetzt folgt der Referentenentwurf des Finanzministeriums, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

    Darin heißt es: "Mit diesem Gesetzentwurf wird zusätzlich zur bisherigen Anlageberatung unter dem Begriff der "Honorar-Anlageberatung" eine neue gesetzlich definierte Form der Anlageberatung geschaffen." Die Anforderungen gingen über die der herkömmlichen Anlageberatung hinaus.

    Mit Blick auf die Vorgabe, dass diese Berater nur gegen Honorar arbeiten dürfen, heißt es ergänzend: In Fällen, in denen bestimmte Finanzinstrumente nicht provisionsfrei am Markt erhältlich sind, dürfe der Honorar-Anlageberater Zuwendungen von Dritten annehmen, "wenn diese unverzüglich und ungemindert an den Kunden weitergeleitet werden". Der Gesetzentwurf orientiere sich auch am Vorschlag der EU-Kommission für ein vergleichbares Konzept.

    Der Wirtschaft entstehen dem Entwurf zufolge nur Kosten, wenn Unternehmen sich freiwillig entscheiden, Honorar-Anlageberatung anzubieten. Dann könne von einem Einmalaufwand von etwa 13,8 Millionen Euro sowie laufenden Kosten von 7,9 Millionen Euro ausgegangen werden. Einmalkosten entstünden maßgeblich durch die geforderte organisatorische Trennung zwischen Honorar- und anderer Beratung sowie den Nachweis und die Eintragung in ein Register./sl/DP/hbr

BERLIN (dpa-AFX)

Bildquellen: olly / Shutterstock.com, istock/Ulf Gähme

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX geht mit Gewinnen ins Wochenende -- Dow im Minus -- Fed-Vorsitzende Yellen: Argumente für Zinsanhebung stärker geworden -- STADA, VW im Fokus

Opel-Marketing-Expertin Müller zieht in den Stada-Aufsichtsrat ein. Hapag-Lloyd-Chef: Hamburger Reederei nach Fusion wettbewerbsfähiger. Deutsche Post startet ab Montag weitere Tranche des Aktienrückkaufs. Bundesfinanzministerium sieht EZB-Anleihekäufe mit Sorge. Zwei Zinsanhebungen in diesem Jahr möglich. US-Wirtschaft wächst etwas weniger als bislang ermittelt. Bundesbank: Banken drohen schärfere Regeln für riskante Geschäfte.
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Unterschätzte Aktienperlen
Peter Lynch wurde als Fondsmanager des Magellan Fonds zu einer Legende. Er erzielte im Zeitraum 1977 bis 1990 eine durchschnittliche jährliche Rendite von 29,2%. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Lynch setzte auf einfache und verständliche Geschäftsmodelle und bevorzugt dann, wenn sie für die meisten anderen Börsianer als langweilig erschienen. In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden drei Unternehmen vorgestellt, die solche unterschätzte Aktienperlen sein könnten.
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Welcher Darsteller verdient am meisten?
Welcher Verein hat die meisten Meistertitel?

Umfrage

Die Bundesregierung will die Bevölkerung wieder zur Vorratshaltung animieren, damit sie sich im Falle schwerer Katastrophen oder eines bewaffneten Angriffs vorübergehend selbst versorgen kann. Panikmache oder begründet?
-->
-->