aktualisiert: 10.09.2012 13:47
Bewerten  
 (12)
0 Kommentare
Senden

Auf welche Bausparkasse kann ich bauen?

Großer Bausparkassen-Test
Die Eurokrise drückt die Zinsen in Deutschland und macht Immobilienfinanzierungen attraktiv. Doch welche Bausparkasse bietet Kunden die beste Beratung? €uro am Sonntag hat die Baugeldanbieter auf Herz und Nieren geprüft und die beliebteste Bausparkasse ermittelt.
€uro am Sonntag

von Markus Hinterberger, Euro am Sonntag

Wer versucht, Bausparkassen in Zahlen zu fassen, kommt auf die Summe von 804 Milliarden Euro. Das sind rund 50 Milliarden Euro mehr, als die deutschen Lebensversicherer verwalten. Allein in den vergangenen drei Jahren sind über 100 Milliarden dazugekommen. Bausparkassen gelten gerade in unsicheren Zeiten als Hort der Sicherheit, vereinen sie doch die Tugend des Sparens mit der Sicherheit des Eigenheims.

Inzwischen hat statistisch gesehen jeder dritte Deutsche einen Bausparvertrag. Und eine Onlineumfrage von €uro am Sonntag unter 5656 Bausparern zeigt: Neun von zehn Befragten würden das Bausparen bei ihrem Anbieter weiterempfehlen.

Was ist das Besondere am Bausparen? Wer einen Vertrag schließt, sichert sich das Recht, nach einer Ansparphase einen Kredit zu bestimmten, vorher festgelegten Konditionen zu bekommen. Das kann für all jene sinnvoll sein, die die aktuellen Niedrigzinsen für später sichern wollen. Aber dafür müssen Bausparer auch niedrige Zinsen während der Ansparphase in Kauf nehmen. Hinzu kommen Gebühren, sodass künftige Bauherren sehr genau nachrechnen sollten, ob es sich lohnt, einen solchen Vertrag abzuschließen.

Doppelt nachgefragt
€uro am Sonntag hat gemeinsam mit der Düsseldorfer Agentur Vierpartner Angebote von 21 Bausparkassen untersucht. Dabei ging es neben den Konditionen auch um Beratung und Service. Mit zwei vorgegebenen Anfragen gingen anonyme Testkäufer zu Bausparkassen, um sich beraten zu lassen. Parallel hat die Redaktion die Bausparkassen angeschrieben und sie gebeten, für die beiden Szenarien Bausparverträge anzubieten.

Leider haben nur Alte Leipziger, BHW, Deutsche Bank, Deutscher Ring, Schwäbisch Hall, Wüstenrot und Signal Iduna auf unsere Anfra- ge Musterrechnungen geschickt. In den übrigen Fällen haben wir auf die Angebote zurückgegriffen, die unseren Testern offeriert wurden. Insgesamt gab es 75 Bewertungskriterien, die in über 500 Kundenkontakten geprüft wurden.

Die Ergebnisse sind im Großen und Ganzen zufriedenstellend. Doch an der Spitze wird die Luft recht dünn. Das geht gleich bei der Beratung los, dem ersten und mit 40  Prozent am höchsten gewichteten Testkriterium. Hier wurde bewertet, wie die Berater den Vertrag erklären und ob sie auf die Kosten und die Möglichkeiten hinweisen, den Vertrag mit anderen Darlehen zu kombinieren. Die Berater der BHW erreichten hierbei nur etwas mehr als die Hälfte der möglichen Punkte. „Es macht den Eindruck, die Berater wüssten, dass Bausparverträge sich ohnehin von selbst verkaufen und dass sie deshalb im Gespräch mit den Kunden schludern könnten“, sagt Jürgen Homeyer, der bei Vierpartner die Testkäufe ausgewertet hat. Lediglich die LBS West konnte knapp die Hürde zur Note „sehr gut“ nehmen.

Bis zu drei Prozent Sparzinsen
Bei den Konditionen, die beim Test mit 30 Prozent zu Buche schlugen, ergatterten gleich sieben Anbieter die Note „sehr gut“. Die Zinsen in der Ansparphase sind sehr unterschiedlich. Hier sticht besonders die Debeka mit aktuell drei Prozent hervor. In dieser Disziplin wurde das volle Notenspektrum ausgeschöpft. So bekam die Aachener Bausparkasse eine glatte Sechs. Ihre Produkte waren stets unter den teuersten. Ebenfalls mit 30 Prozent floss der Service in die Gesamtwertung ein.

Hierbei ging es um die Informationen, die der jeweilige Anbieter Kunden und Interessenten bereitstellt. Einige Bausparkassen haben einen durchdachten und informativen Internetauftritt, aussagekräftige Prospekte und beraten Interessenten telefonisch oder via E-Mail.

Andere wie der Deutsche Ring, Badenia oder die Aachener Bausparkasse machen es sich leicht: Hier gibt es wenig Informationen, und wer fragt, kann froh sein, wenn er überhaupt eine Antwort bekommt. Unterm Strich konnten sich Wüstenrot, Schwäbisch-Hall und Alte Leipziger als Spitzengruppe etablieren. Dieses Trio schaffte die Hürde zur Gesamtnote „sehr gut“.

Aber selbst wenn ich zu den Testsiegern gehe, bleibt die Frage: Lohnt sich Bausparen für mich? Interessierte sollten in jedem Fall auf mehrere Faktoren achten. Den Zins in der Ansparphase, die Darlehenzinsen und die Kosten. Stehen diese in einem ausgewogenen Verhältnis, fahren Bausparer besser als der Häuslebauer, der erst mit einem Banksparplan Geld sammelt und dann ein Baudarlehen abschließt.

Jeder Dritte will nur sparen
Übrigens: 35 Prozent der Teilnehmer unserer Onlineumfrage gaben an, sie betrachteten ihren Vertrag lediglich als sicheres Sparschwein. Das wird zwar offiziell von den Bausparkassen nicht gern gesehen, ist aber wegen der aktuellen Zinsen durchaus legitim. Wer lange von hohen Guthabenzinsen profitieren will, sollte seine Sparbeträge kürzen, sodass die Bausparsumme später erreicht wird. Denn ab diesem Zeitpunkt kann die Bausparkasse den Vertrag kündigen. Die Einlagen und Zinsen sind durch verschiedene Sicherungssysteme in unbegrenzter Höhe garantiert. 60 Prozent der Befragten wollen bauen oder renovieren.
Gesamtwertung (pdf)
Beratung, Konditionen, Service (pdf)
Die beliebteste Bausparkasse (pdf)

Bildquellen: Harald Høiland Tjøstheim / Shutterstock.com
Artikel empfehlen?

  • PKV
  • BU
  • UV
  • ZV
  • KFZ
  • Rechtsschutz
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich




Unsere siegreichen DFB-Kicker erhalten für ihren WM-Sieg die Rekord-Prämie von 300.000 Euro pro Mann. Halten sie dies für angenessen?

Anzeige