aktualisiert: 17.02.2013 20:53
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Direktbanken: Wer ist die Beste im ganzen Land?

Großer Vergleich
Im ersten Teil des großen Vergleichs prüfte die ­Redaktion von Euro am Sonntag unter anderem Handelsmöglichkeiten, Orderfunktionen, ­Sicherheit und Gebühren. Die Gewinnerbanken.
€uro am Sonntag

von Stephan Haberer, Euro am Sonntag

Ob Miss Germany, Miss France, Miss America oder Miss World — Schönheitswettbewerbe gibt es zuhauf. Auch in der Finanzbranche. Hier heißt das Beauty Contest. Statt hübscher junger Damen rücken sich dabei Banker und Vermögensverwalter ins beste Licht, um zu zeigen, was ihre Ins­titute zu bieten haben.

Denn bei Beauty Contests wollen Superreiche den Vermögensverwalter finden, der exakt zu ihren Vorstellungen passt. Allerdings lohnt sich das erst, wenn jemand mindestens einen mittleren einstelligen Millionenbetrag anlegen kann. Wer ein kleineres Vermögen hat und das selbst ­managt, muss jedoch auf Schönheitswettbewerbe dieser Art nicht verzichten: Wie jedes Jahr stellt €uro am Sonntag auch Anfang 2013 wieder die Angebote von ­15 in Deutschland aktiven Onlinebanken und -brokern vor und bewertet sie.

Dafür hat die Redaktion in insgesamt zwölf Kategorien 137 einzelne Aspekte auf den Prüfstand gestellt. Zwischenfazit: Noch ist der Gesamtsieg offen. Im ersten Teil des Tests schafften es fünf Banken in einer der sechs Kategorien auf einen 1. Platz. Zehn von 15 Banken konnten in mindestens einer Kategorie einen der ersten drei Plätze belegen.

So war zwar S-Broker, der Onlinebroker der Sparkassengruppe, in der Kategorie „Handelbare Wertpapiere, Börsenplätze, Außerbörslicher Handel“ nicht zu toppen. Dafür erreichte die Comdirect bei „Info & Beratung“ sowie bei „Sicherheit, Einlagensicherung und Alternative Zugänge“ jeweils Platz 1. Besonders günstig kommt der Anbieter Flatex daher und schafft es so in der Rubrik „Kosten & Rabatte“ nach ganz oben. Bisher können also nahezu alle Schönheitskandidaten mit den einen oder anderen Vorzügen glänzen.

Nichts zum Nulltarif
Trotzdem wird etwas Wichtiges schon jetzt deutlich: Wer Wert auf ein möglichst breites Angebot und viele Informationen legt, ist nicht unbedingt bei den günstig­s­ten Anbietern gut aufgehoben. Ein volles Sortiment verursacht eben Kosten. Und wer möglichst günstig handeln will, sollte sich in Sachen Wertpapierkredit und Guthabenzinsen nicht zu viel erwarten.

Apropos: Bei den Zinsen zeigt sich, dass sich Onlinebroker allgemeinen Trends nicht entziehen können. Die Verzinsung ging im Vergleich zum Vorjahrestest auf breiter Front nach unten. Zehn Banken bieten Bestandskunden auf dem Verrechnungskonto überhaupt keine Guthabenzinsen mehr. Gerade mal drei Banken zahlten Anfang Februar Bestandskunden mehr als ein Prozent: die VW-Bank (1,1 Prozent), ING-DiBa (1,25 Prozent) und NIBC (1,75 Prozent). Das Topangebot kommt hier aus Holland: Auch mit separaten Zins­produkten mit täglicher Verfügbarkeit sind die 1,8 Prozent der niederländischen NIBC nicht zu übertreffen.

Viel Bewegung im Vergleich zum Vorjahr gab es bei der Netbank. Sie stellte den bisherigen Festpreis von zehn Euro für jede Inlandsüberweisung auf eine Preisstaffel nach Ordervolumen um. Bleibt das unter 2000 Euro, fallen jetzt Bankgebühren von 9,90 Euro an. Diese steigen bis auf 24 Euro, wenn das Ordervolumen mehr als 10 000 Euro beträgt. Bei Trades an ausländischen Börsen liegen die Gebühren zwischen 35 und 50 Euro. Das Angebot an handelbaren Wertpapieren ist bei der Netbank aber eingeschränkt: Hebelprodukte wie Optionsscheine sind nicht handelbar.

Im Überblick: So platzierten sich die Onlinebroker in den Kategorien (PDF)

Dafür patzen andere Anbieter bei der Auswahl der Handelsplätze: So bieten die Targo-Bank, die VW-Bank und Brokerage-Neuling NIBC direct bisher keinen Handel an ausländischen Börsen an, die Testkandidaten Flatex und die ING-DiBa schon. Aber wer an der London Stock Exchange handeln will, hat Pech bei ihnen. Lynx, Netbank und NIBC direct sagen wiederum beim außerbörslichen Handel: „Sorry, kein Angebot.“

Wer aber auf Handel über Auslandsbörsen verzichtet, kann bei diesen Anbietern günstig handeln. So kosten Xetra-Order eines DAX-Werts über 2500 Euro gerade einmal zwischen 5,80 Euro beim Spezialanbieter Lynx und 14,41 Euro beim Allrounder Netbank — und das inklusive aller Fremdgebühren. Wer sich noch an Zeiten erinnert, als es kein Onlinebrokerage gab, weiß, dass damals die Untergrenze bei ­Ordergebühren bei etwa einem Prozent des Volumens lag. Macht bei unserer Beispielorder mindestens 25 Euro — zuzüglich fremder Kosten.

Nicht nur unter finanziellen Aspekten wurden die Angebote der Onlinebanken im Lauf der Jahre immer „hübscher“. Was sie inzwischen an Ordermöglichkeiten, aber auch Informationsmaterial zur Verfügung stellen, ist mehr, als früher selbst die Megareichen nutzen konnten. Insgesamt bietet von den 15 getesteten Anbietern die Comdirect in den sechs Kategorien Handelsmöglichkeiten, Orderfunktionalitäten, Sicherheit, Informationen und Research, Kosten und Gebühren sowie Zinsen und Wertpapierkredite das meiste. Sie konnte hier immerhin 2336 von 3375 Punkten erreichen. Nach Teil 1 unseres Beauty Contests liegt Cortal Consors mit knapp 2110 Punkten auf dem 2. Platz, gefolgt von der Deutsche-Bank-Tochter Maxblue mit 2090 Punkten.  Nächste Woche lesen Sie unter anderem, welcher Onlinebroker die meisten Fonds und Sparpläne im Angebot hat.

Der große Überblick: Was Onlinebanken bieten (PDF)

Bildquellen: Denis Kuvaev / Shutterstock.com
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