20.09.2012 10:04
Bewerten
(0)

Mittelstandsanleihen: Was passiert bei einer Unternehmenspleite?

Hintergrundwissen Anleihen: Mittelstandsanleihen: Was passiert bei einer Unternehmenspleite? | Nachricht | finanzen.net
Hintergrundwissen Anleihen
Hohe Zinsen für höheres Risiko: Manche Privatanleger, die ihr Geld in Anleihen von Mittelständlern gesteckt haben, haben dies zuletzt schmerzhaft zu spüren bekommen.
Bei einer Pleite des Unternehmens ist das Geld im schlimmsten Fall vollständig weg. Nach dem Schuldverschreibungsgesetz können Anleihegläubiger aber immerhin versuchen, ihre Interessen gemeinsam durchzusetzen.

     Allein bei den jüngsten Insolvenzen von sieben Unternehmen aus der Solar- und Windkraftbranche steht ein Anleihevolumen von insgesamt rund 1,212 Milliarden Euro im Feuer, wie Insolvenzrechtsexperte Christian Heintze berichtet. Anleger der Solarunternehmen SOLON SE und Q-Cells hätten beispielsweise Verluste von bis zu 99 Prozent hinnehmen müssen.

    "Im Schnitt bekommen Anleihebesitzer in einem Insolvenzverfahren 0 bis 10 Prozent des Geldes zurück", sagt Heintze. Ihre Position stärken könnten die Anleger, wenn sie ihre Interessen bündelten und einen gemeinsamen Vertreter bestimmen. "Als große Gläubigergruppe kann man auf Augenhöhe mit anderen Gläubigern zum Beispiel Banken verhandeln. Die Masse macht es", sagt der Jurist von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff.

   Der gemeinsame Vertreter wird Heintze zufolge in der Regel in den Gläubigerausschuss aufgenommen und kann dort auf die Erstellung des Insolvenzplanes Einfluss nehmen. Anleihebesitzer könnten beispielsweise gemeinsam versuchen, eine Fortführung der Papiere zu veränderten Bedingungen zu erreichen.

   Die Möglichkeit des Schuldverschreibungsgesetzes wird aus Sicht des Juristen allerdings noch zu wenig genutzt. "Die Zahl der Teilnehmer bei Versammlungen der Anleihegläubiger, die den Vertreter bestimmen, ist derzeit eher gering". Institutionelle Investoren wie Banken wollten zudem ihre Interessen häufig selbst durchsetzen und nicht über einen gemeinsamen Vertreter aller Anleihegläubiger.

 "Wie sich das Instrument durchsetzen wird, werden wir sehen, wenn die ersten Unternehmen Insolvenz anmelden, die in ihren Anleihebedingungen bereits einen gemeinsamen Vertreter bestimmt haben", sagt Finanzjurist Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

   Grundsätzlich empfiehlt Feck Anleihegläubigern, gemeinsam für ihre Interessen zu kämpfen, wenn das Unternehmen über verwertbares Vermögen verfügt. "Wenn nichts vorhanden ist, braucht man auch keinen Vertreter." Nach Fecks Erfahrung kommt es relativ häufig vor, dass Anleger leer ausgehen - und das nicht nur, weil es nichts Verwertbares gibt.

  Prinzipiell sind Anleihebesitzer anderen Gläubigern gleich gestellt. In den Emissionsbedingungen kann aber festgelegt werden, dass die Bonds im Fall einer Insolvenz nachrangig bedient werden. "Anleihegläubiger müssen dann warten, bis alle anderen ihr Geld bekommen haben", sagt Feck.

    Nach dem vergangenen Boom ist der Schwung auf dem Anleihemarkt zuletzt erlahmt. Mittelständler brachten im zweiten Quartal Bonds im Volumen von 288 Millionen Euro auf den Markt, das waren einer Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zufolge 22 Prozent weniger als zu Jahresbeginn. Insgesamt schrumpfte das Volumen aller Neuemissionen von Unternehmensanleihen hierzulande von 124 Milliarden Euro auf nur noch knapp 60 Milliarden Euro. Grund sei die generelle Verunsicherung der Investoren wegen der Euro-Schuldenkrise, so PwC.

    FRANKFURT (dpa-AFX)

Bildquellen: LiliGraphie / Shutterstock.com, istock/manuel velasco
  • Tagesgeld
  • Festgeld
  • Depot
  • Giro
  • Autokredit
  • Privatkredit

Nachrichten zu Global PVQ

  • Relevant
  • Alle
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.
Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.
Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv
Keine Nachrichten im Zeitraum eines Jahres in dieser Kategorie verfügbar.
Eventuell finden Sie Nachrichten, die älter als ein Jahr sind, im Archiv

Analysen zu Global PVQ

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
27.03.2012Q-Cells verkaufenIndependent Research GmbH
13.03.2012Q-Cells verkaufenIndependent Research GmbH
10.02.2012Q-Cells sellWestLB AG
06.02.2012Q-Cells sellWestLB AG
03.02.2012Q-Cells verkaufenIndependent Research GmbH
22.02.2011Q-Cells buyWestLB AG
12.11.2010Q-Cells buyWestLB AG
29.09.2010Q-Cells buyWestLB AG
22.09.2010Q-Cells buyWestLB AG
12.08.2010Q-Cells buyWestLB AG
21.10.2011Q-Cells holdDeutsche Bank AG
07.10.2011Q-Cells holdDeutsche Bank AG
23.08.2011Q-Cells neutralGoldman Sachs Group Inc.
11.08.2011Q-Cells holdDeutsche Bank AG
11.08.2011Q-Cells holdUniCredit Research
27.03.2012Q-Cells verkaufenIndependent Research GmbH
13.03.2012Q-Cells verkaufenIndependent Research GmbH
10.02.2012Q-Cells sellWestLB AG
06.02.2012Q-Cells sellWestLB AG
03.02.2012Q-Cells verkaufenIndependent Research GmbH

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Global PVQ nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"

Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"

Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
mehr Analysen

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX geht mit Verlust ins Wochenende -- Dow Jones im Minus -- STADA-Übernahme erfolgreich -- Verhandlungen über Zukunft von Air Berlin -- Calpine, Deutsche Bank im Fokus

Darmstädter Merck-Konzern will vor weiteren Großübernahmen Schulden abbauen. Analyst ermittelt den perfekten Einstiegskurs für Bitcoins. Busch bei Pfeiffer Vacuum mit neuem Etappensieg. Venezuelas Bolivar fällt auf Rekordtief. Unsicherheit beim iPhone 8: Wann kommt das neue Apple Smartphone? UniCredit-Aufnahme im EuroStoxx möglich - Airbus hofft auf Stoxx.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Aktien mit Sicherheit und Potenzial

Für die neue Ausgabe des Anlegermagazins haben unsere Redakteure Aktien identifiziert, die aus ihrer Sicht Sicherheit und Potenzial bieten. Einen besonderen Blick werfen sie dabei auf die Chemie- und Versicherungsbranche. Erfahren Sie im aktuellen Magazin, wie Sie "Richtig investieren" und lesen Sie, welche Aktien bei überschaubarem Risiko einiges an Potenzial bieten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Top-Rankings

KW 33: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Nicht nur schön und talentiert
Diese Frauen haben in Hollywood am meisten verdient
Diese Aktien hat Warren Buffett im Depot (Juni 2017)
Die Top-Positionen von Warren Buffett

Umfrage

Die Deutsche Bank wird optimistischer für deutsche Aktien und sieht beim DAX bis Jahresende noch 3 Prozent Luft nach oben. Was glauben Sie, wie sich der DAX bis zum Ende des Jahres entwickeln wird?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln

Willkommen bei finanzen.net Brokerage

Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus finanzen.net!

Weitere Informationen finden Sie hier.

Jetzt informieren und Depot eröffnen


Sie haben bereits ein Depot? Dann verknüpfen Sie es jetzt mit Ihrem finanzen.net-Account!

Jetzt verknüpfen

Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Goldpreis
Meistgesucht
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
Air Berlin plcAB1000
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
E.ON SEENAG99
EVOTEC AG566480
Nordex AGA0D655
Amazon906866
AlibabaA117ME
TeslaA1CX3T
Allianz840400
Lufthansa AG823212
BMW AG519000