12.05.2013 03:00
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Verbraucherschützer Straub: Nicht selten raten wir ab

Verbraucherschützer Straub: Nicht selten raten wir ab
Immobilien-Interview
Sascha Straub , der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bayern über Fehler bei Kauf und Finanzierung.
€uro am Sonntag

€uro am Sonntag: Herr Straub, Sie beraten unter anderem Immobilienkäufer. Was sind die häufigsten Fehler?
Sascha Straub:
In der jetzigen Niedrigzinsphase halten es viele Menschen für eine gute Idee, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Ob dies aber objektiv betrachtet auch sinnvoll ist, wird oft nicht genug hinterfragt. Denn wer sich hier verschätzt, riskiert auch seine Altersvorsorge.

Dabei kann die selbst genutzte Immobilie ein wichtiger Teil der Altersvorsorge sein.
Das stimmt, aber das Problem ist, dass jeder, der sich für ein Eigenheim entscheidet, auch die übrige Altersvorsorge nicht aus dem Blick lassen darf.

Leisten die Banken bei der Baufinanzierungs­beratung denn keine gute Arbeit?
Dort, wo die Finanzierung am Ende im Sinne des Kunden aufgeht, vielleicht. Oft rechnet eine Bank eher so, dass die Finanzierung erst einmal passt. Ob der Kunde die Raten auch auf lange Sicht zahlen kann, erscheint zweitrangig. Schließlich hat die Bank die Immobilie als Sicherheit.

Und wie beraten Sie?
Wir schauen uns an, ob der Verbraucher die vo­raussichtlichen Finanzierungskosten tragen kann. Was gibt er aus, was nimmt er ein? Gibt es existenzielle Versicherungen oder Vorsorgebausteine, die fehlen? Wie viel Eigenkapital bringt der Verbraucher mit? Dabei kommt oft heraus, dass er den Immobilienwunsch vorerst zurückstellen sollte.

Also lieber mieten?
Wer über genügend Eigenkapital und ein gutes, sicheres Einkommen verfügt, kann sich durchaus eine selbst genutzte Immobilie leisten. Es kommt darauf an, wie groß die Lücke zwischen Kaufpreis und Beleihungswert ist und mit welchen Kauf­nebenkosten zu rechnen ist. Bei vielen könnten da auch 25 Prozent Eigenanteil zu wenig sein.

Was ist mit Immobilien zur Kapitalanlage?
Da habe ich Bedenken, vor allem dann, wenn mit den Mieteinnahmen ein Kredit bedient werden soll.

Das heißt, nur Reiche sollten Vermieter werden?
Ich bin mir nicht sicher, ob man überhaupt Vermieter werden sollte. Wen aber mietrechtliche Probleme nicht schrecken, der sollte auch die finanziellen Risiken, die mit der Fremdvermietung verbunden sind, tragen können. Dazu ist ein finanzielles Polster notwendig, auf das Normalverdiener üblicherweise nicht zugreifen können. 

Bildquellen: Rufous / Shutterstock.com, VZ Bayern
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