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aktualisiert: 19.08.2012 22:26
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Talfahrt beim Tagesgeldzins

Negative Entwicklung bei Tagesgeldzinsen hält an
Inflation frisst Rendite
Sparen und Inflation » Die Eurokrise drückt die Zinsen und macht ­Tagesgeldkonten immer un­rentabler. Welche ­Banken noch hohe Zinsen bieten und welche ­Produkte sich als Alter­nativen anbieten.
von Ann-Christine Brunen, €uro am Sonntag

Die Zinsen auf Tagesgeld sinken immer stärker. Zahlten deutsche Banken Anfang des Jahres noch durchschnittlich fast 1,8 Prozent, müssen sich Sparer nun im Schnitt mit nur noch 1,35 Prozent begnügen. Das zeigt der Tagesgeld-Index der FMH-Finanzberatung, der einen Mittelwert der Angebote von 35 großen Banken angibt. Rechnet man die Tagesgeldzinsen, die Sparkassen und Volksbanken bieten, mit ein, liegt das Mittel nur noch bei 0,77 Prozent.

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Grund für diese Entwicklung ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB), der lange Zeit bei einem Prozent lag, Anfang Juli wegen der Schuldenkrise aber auf 0,75 Prozent gesenkt wurde. Der Leitzins hat einen starken Einfluss auf den Tagesgeldzins. Daher bewegen sich die beiden Zinskurven meist parallel. Bislang liegen die Tagesgeldzinsen aber noch darüber (siehe Grafik).

Neuer Tiefststand möglich
Dass die Zinsen auf das Niveau von vor zwei Jahren sinken werden oder sogar darunter, ist nicht ausgeschlossen. Damals lag der Tagesgeldzinssatz laut FMH-Index bei 1,1 Prozent, der Leitzins rangierte bei einem Prozent. Das würde ein bestehendes Problem vergrößern: Schon bei der aktuellen Inflationsrate von 1,7 Prozent machen Sparer mit einem durchschnittlich verzinsten Tagesgeldkonto Verluste.

„Banken werben weiterhin um Tagesgeldkunden, das wird den Abwärtstrend bei den Zinsen jedoch etwas dämpfen“, sagt Max Herbst von der FMH Finanzberatung. Doch Tagesgeldkunden sind seiner Ansicht nach träge. „Während beim Festgeld die Kunden regelmäßig gezwungen sind, sich zu entscheiden, ob sie ihre Ersparnisse bei einer anderen Bank anlegen wollen, verweilen Tagesgeldanleger häufig langfristig beim selben Institut.“

Als Alternative bieten sich Institute an, die sich in Deutschland einen Namen machen wollen. „Banken, die neu am Markt sind, versuchen über hohe Tagesgeldzinsen Kunden zu gewinnen, um ihnen im Nachgang weitere Produkte zu verkaufen“, sagt Ulrich Hoyer von der Bankberatung ZEB. Ein Beispiel hierfür sind die Gefa-Bank, die zur französischen Société Gé­nérale gehört, und die Rabo direct, eine Tochter der niederländischen Rabobank.

Vor allem ausländische Banken wollen an der deutschen Sparvorliebe teilhaben und bieten deutlich höhere Zinsen auf Tagesgeld als die deutsche Konkurrenz. Das geht auf Kosten der Sicherheit: Denn diese Häuser bieten oft nur die gesetzliche europäische Einlagensicherung von 100.000 Euro. Deutsche Institute sichern das Geld ihrer Kunden oft höher ab, etwa über die Einlagensicherung des Bundesverbands deutscher Banken. Dort werden pro Kunde mindestens 250.000 Euro garantiert.

Festgeld rentiert sich nur selten
Der Durchschnittszinssatz auf Festgeld liegt mit 1,29 Prozent zwar um 0,06 Prozentpunkte niedriger als der auf Tagesgeld, einen Teil der Ersparnisse in Festgeld anzulegen, ist aber dennoch empfehlenswert. „Bei Festgeldkonten ist eine zwei- bis dreijährige Laufzeit mit derzeit zwei bis 2,5  Prozent Verzinsung sinnvoll“, so Max Herbst. Außerdem sollten Sparer auch über flexiblere Zinsprodukte nachdenken, wie sie zum Beispiel die niederländische Bank NIBC anbietet. Sie glänzt mit 2,55 Prozent für zweijährige Einlagen mit 50 Prozent Tagesgeldanteil.

Weniger empfehlenswert sind Bundesanleihen. Auf mindestens neun Jahre fest angelegtes Geld gewährt die Bundesre­publik jährlich magere 1,25 Prozent.
Wo Tagesgeld und Festgeld am meisten bringt (pdf)

Bildquellen: Mast/Fotolia
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