07.02.2013 17:30
Bewerten
(28)

Wirtschafts-Prof. Venohr: Toptalente gehen in die Realwirtschaft

Interview Exklusiv: Wirtschafts-Prof. Venohr: Toptalente gehen in die Realwirtschaft | Nachricht | finanzen.net
Wirtschafts-Prof. Venohr: Toptalente gehen in die Realwirtschaft
Interview Exklusiv
DRUCKEN
Der Unternehmensberater und Wirtschaftsprofessor Bernd Venohr über die Gründe für die Erfolge im deutschen Mittelstand.
€uro am Sonntag
€uro am Sonntag: Herr Professor Venohr, was macht Deutschland zu einem so ausgezeichneten Nährboden für Weltmarktführer?
Bernd Venohr:
Eine wichtige Stärke war und ist bis heute der Transfer von Spitzen-Know-how aus der Forschung in die Unternehmen. Wir haben nach wie vor eine sehr gute Ausbildung in den Ingenieurs- und Naturwissenschaften. Und wir haben sehr viele gut eingespielte Netzwerke für den Technologietransfer in Deutschland. Das geht hin bis zu kleineren Mittelständlern, wo Sie viele ehemalige Mitarbeiter von Fraunhofer-Instituten oder führenden Universitätsinstituten als Geschäftsführer finden. Bei uns gehen die Toptalente in die Realwirtschaft, nicht in die Finanzindustrie.

Was sind für Sie die Gründe für die ­Exportstärke der Mittelständler?
Die deutschen Unternehmer haben keine Berührungsängste. Deutschland liegt mitten in Europa und hat daher viele Grenzen. Die Firmen haben deshalb früh gelernt, erfolgreich im Ausland zu arbeiten. Ein großer Wachstumsimpuls für die Industrie entstand dann durch die Öffnung der Weltmärkte in den vergangenen zwei Jahrzehnten. So unterhalten zum Beispiel 4000 Mittelständler Niederlassungen in China. Für die Eroberung dieser Märkte brauchen sie auch einen sehr langen Atem. Hier ist ganz entscheidend, dass die Mehrzahl der mittelständischen Weltmarktführer im Familien­besitz ist und sich nicht dem Diktat oft sehr kurzfristig getriebener Aktionäre unterwerfen muss.

Lange wurde das deutsche Wirtschaftsmodell ja belächelt ...
In den vergangenen zehn bis 15 Jahren gab es viele Abgesänge auf den Standort Deutschland und das deutsche Wirtschaftsmodell. Die deutsche Industrie hat davon unbeirrt, teilweise sehr gut unterstützt durch die Politik, ihre „Hausaufgaben“ gemacht. Heute sind viele, auch die ehedem skeptischen angelsächsischen Länder, höchst interessiert daran, von Deutschland zu lernen. Ähnliches gilt für asiatische Länder wie Korea und Singapur.

Doch das deutsche Modell ist nicht so einfach übertragbar, oder?
Das fällt in der Tat schwer, wenn man nicht diese starke mittelständische Struktur hat, die sich auch immer wieder erneuert. Wir haben zwar keine so ausgeprägte Start-up-Szene wie beispielsweise im Silicon Valley, wo innerhalb von drei Jahren eine neue, wachstumsstarke Firma entsteht. Aber wir haben eine ausgeprägte mittelständische Unternehmerschaft, die im Zeitablauf von zehn bis 20 Jahren immer neue Spitzenunternehmen hervorbringt.

Und das macht Deutschland so wettbewerbsfähig?
Ja. Ich denke, dieser Punkt wird von vielen immer noch unterschätzt. Ein Land, das nur auf Großkonzerne setzt und es dem Mittelstand schwer macht, wie zum Beispiel Frankreich, dem fehlt diese Dynamik.

Bildquellen: el lobo / Shutterstock.com

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Heute im Fokus

DAX schließt mit Verlusten -- Dow endet auf Allzeithoch -- US-Notenbank erhöht den Leitzins -- innogy senkt Ausblick für Betriebsergebnis 2017 -- Bitcoin, TUI, Aurubis, Wirecard, Airbus im Fokus

US-Notenbankchefin Yellen warnt vor Bitcoin: 'hoch spekulativ'. US-Tochter der Telekom kündigt Zukauf und eigenen TV-Dienst an. Air-Berlin-Tochter Niki meldet Insolvenz an. Apple investiert kräftig in Face-ID-Partner Finisar. METRO will nach Aufspaltung schneller voran kommen. Athen leiht sich kurzfristig Geld - für weniger Zinsen.
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Webinar: Der große Ausblick auf 2018!

Am 13. Dezember gibt Simon Betschinger von TraderFox im Anlegerclub der Börse Stuttgart einen Ausblick auf das kommende Börsenjahr. Dabei nimmt er ausgewählte Aktien unter die Lupe und erklärt, warum er genau diese Werte für besonders aussichtsreich hält.
Jetzt kostenfrei registrieren
und dabei sein!

Top-Rankings

KW 49: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 49: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Weihnachtsgeld 2017
Wer bekommt wo wieviel?

Umfrage

Kommt die Jahresendrally des DAX noch?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Steinhoff International N.V.A14XB9
EVOTEC AG566480
RWE AG St.703712
Deutsche Bank AG514000
Daimler AG710000
AIXTRON SEA0WMPJ
E.ON SEENAG99
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BP plc (British Petrol)850517
Sabina Gold & Silver Corp.A0YC9U
CommerzbankCBK100
BYD Co. Ltd.A0M4W9
Apple Inc.865985
Deutsche Telekom AG555750
Bitcoin Group SEA1TNV9